Robert-Schumann-Berufskolleg

Hallo,

meine Tochter möchte am o.g. Institut eine Ausbildung zur Kaufmännischen Assistentin für Fremdsprachen machen.
Vielleicht hat jemand von Euch bereits eine solche Ausbildung gemacht, und kann mir sagen, wie die anschließenden Berufsaussichten sind, bei welchen Firmen man sich anschließend bewerben kann und wie hoch die Ausbildungsgebühr ist.
Die Infos, die wir bisher erhalten haben, waren mehr als dürftig.

VG Renate

Hallo,

ich selbst habe noch keine solche Ausbildung gemacht, aber eine weile in einer Personalabteilung und hatte bei meiner Ausbildung zur Industriekauffrau gleich 2 in der Klasse, die „kaufmännische Assistentinnen für Fremdsprachen“ waren.

Persönlich würde ich inzwischen von so einer Ausbildung eher abraten.
in Firmen wird heutzutage eigentlich erwartet, das die Mitarbeiter Englisch und evtl. bei speziellem Bedarf weitere Sprachen sprechen.
Falls mal etwas übersetzt werden muss, müssen die Mitarbeiter das selbst machen, oder, wenn es um wichtige Verträge o.ä. geht, wird ein Fachmann, also ein Anwalt, der sich mit internationalem Recht auskennt zu Rate gezogen.
Die Berufschancen sind meines Erachtens nach daher eher mau.

Ich würde deiner Tochter eher raten, eine betriebliche Ausbildung zu machen, das hat den Vorteil, das es praxisorientierter ist. Wenn sie ein Talent hat, Sprachen zu lernen, oder sich dafür interessiert, sollte sie versuchen, in einem internationalem Unternehmen unterzukommen. Ich habe damals in einer Amerikanischen Firma gelernt, die zusätzlich Standorte in Rußland hatte. Das man dort täglich mit dem ein oder anderen auf Englisch telefoniert oder E-Mails geschrieben hat, war dort ganz selbstverständlich, man konnte seine Sprachkenntnisse also gut anwenden. Auch für Russisch wurden für die Mitarbeiter extra Kurse angeboten und bei Bedarf auch in weiteren Sprachen.
Eine andere Alternative wäre vielleicht, internationales Management oder internationales Recht zu studieren. Das ist vom Inhalt ähnlich, man hat aber doch eine ganz andere Qualifikation als als Fremdsprachenassistenten.
Bei der Auswahl eines Berufskollegs sollte man auf ein paar Punkte achten:

  1. diese Schulen verlangen Gebühren. Ich kenne die besagte Schule nicht, weiß also nicht, wie hoch sie sind. Allerdings sollte man darauf achten, das es eine Regelung gibt für den Fall der Fälle, das die Abschlussprüfung nicht bestanden wird oder das man die Ausbildung aus anderen Gründen vorzeitig abrechen muss (man weiß ja nie…) es sollte auf jeden Fall Rücktrittsmöglichkeiten vom Vertrag geben, nicht, das man auf einmal für eine Ausbildung zahlt, die man gar nicht machen muss.
  2. Praxixorientierte Ausbildung: Gehören Praktika dazu? Wenn ja, wie viele, in welchem Umfang und welche Anforderungen werden an die Inhalte des Praktikums gestellt?
  3. Abschlussprüfung: Man sollte sicher stellen, das die Prüfung staatlich oder von einer Handelskammer anerkannt ist. Der tollste Titel nützt nichts, wenn er nicht anerkannt ist.
    Diese Fragen müsst ihr direkt mit dem Kolleg klären, dazu gibt es i.d.R. aber die Möglichkeit persönlicher Beratungstermine oder vielleicht sogar einen „Schnupperunterricht“

Lange Rede, kurzer Sinn…
Ich würde eher abraten, aber das ist nur eine Meinung. Wenn deine Tochter dort ihren Traumberuf sieht, wünsche ich ihr viel Erfolg und denke, das es schon irgendwie klappen wird.

Hallo,
erst einmal vielen Dank für Deine Antwort, die sehr informativ ist.Die Schule, an der meine Tochter sich angemeldet hat, ist eine staatliche Schule mit Abschluss an der IHK, mit dem Schwerpunkt Fremdsprachen.
Sie hat bereits ein Auslandsjahr hinter sich und spricht perfekt Englisch. Als zweite Fremdsprache müsste sie Französisch dazu nehmen.
Vielen Dank auch für Deine Hinweise bezüglich finanzieller Risiken. Ich werde meine Tochter darauf hinweisen.

VG Renate