Röhmputsch-das Ende einer Olternative?

Nach Erzählung von Alfred Sohn-Rethel wurde der „SA-Führer“ Röhm anläßlich des „Röhmputsches“ 1934 (?) von Hitler persönlich „hingerichtet“ (erschossen), vielleicht der einzige persönlich durchgeführte Mord dieses Feiglings, der (nur) von „seinem Volk“ das Durchhalten „bis zum Endsieg“ forderte, selbst aber…
Weiß jemand von euch Näheres über die (wirkliche) Geschichte der SA"? Die sicherlich (bis zur „Machterteilung“) eine „Geschichte der Anderen“ war.
Gibt es (hier) vielleicht noch SA Leute „der ersten Stunde“? Und Rotfrontkämpfer derselben (Stunde)?
Und möchte hier erzählen?
Bevor sämtliche Erzählung geschichtlich ausgetilgt ist?

Immer auf der Seiten der Außerdemen!
Aber nur, bis sie die Mehrheit sind!

Warum ist Wolfgang Borcherts „Armee der Beinprothesen“ keine wirkliche solche der Anderen?
Weil es keine wirkliche „Armee der Außerdemen“ gibt.

Ich hatte leider schon einmal zu spät gemerkt,
daß inzwischen außerdem in worden war, 69.

In oltre, ist außerdem wieder modern am werden?

Neugierig auf Erzählungen/Kommentare,
und mit froindlichen Grüßen,
meun, manni

Herr Meyer empfiehlt: „Der Orden unterm Totenkopf - die Geschichte der SS“.

Da steht alles brühwarm drin.

Ende einer Olternative?
Danke lieber HerrMeyer!
Ich bin allerdings va neugierig auf lebendige Augenzeugen, -täter, und Tatzeugen- Berichte.
Und darunter va solche von „Außerdemen“ („Oltren“), also solchen, die bisher noch nicht zu Wort gekommen sind, weder damals „bei den Nazis“, noch auch heute, bei den „AntiNazis“.
Viel Zeit scheint es nicht mehr zu geben, so ca 80 Jahre danach!

Mein Vater wäre übergens eher bei der SA, ein Onkel von mir eher bei den Rotfrontkämpfern gewesen.

Aber auch von den „Stahlhelmen“ habe ich bisher wenige Azugenzeugenberichte gehört!

Wäre dies hier nicht ein Forum auch dafür?

HauHitler, moin, manni

Hallöchen,

also erstmal gibt es einige Literatur zum Rähm-Putsch vor allem von Seiten der SS, die ja besonders beteiligt waren. ich lese gerade eine heidrich Biographie, möglich das dort etwas drinsteht. Zumindest in der Divisionsgeschichte der Leibstandarte steht einiges darüber (Röhmputsch). Röhm wurde im Übrigens nicht von Hitler erschossen. Röhm kam ins Gefängnis von Stadelheim, dort „übernahm“ Theodor Eicke (der spätere Inspketionschef der KZ`s) den Mord an Röhm. Man legte ihm erst eine Pistole in die Zelle, als er sie nicht benutzte schoss Eocke Röhm nieder.
A. Hitler bekam im 1. Weltkrieg das EK I, das bekommt man aufgrund von Tapferkeit und Mut, er war Kompaniemelder. Soll jetzt nciht heissen er war ein guter Mensch oder sonst irgendwas… man soll einfach nur bei den Fakten bleiben. Sicherlich erklärt das nicht ob er mutig oder nicht war.
Genausowenig wie ich glaube das er ein kompletter Blödmann war, wie man heutzutage des öfteren in der Boulevardpresse liest. denn das war er nciht und das würde auch seine Taten bagatellisieren.

Wenn Du etwas zu „Nacht der langen messer“ nachlesen willst, kannst Du Dir hier ein paar Fakten holen:

http://balsi.de/sa-problem.htm

Ansonsten noch einen schönen Sonntag.

Grüsse

Robby

Hallo !

Hier erstmal einige Daten zu Ernst Röhm :

Röhm, Ernst, dt. Politiker
* 28.11.1887 München
† 01.07.1934 München-Stadelheim (erschossen)
1906–1923 Soldat, 1919 Mitglied des Freikorps Epp, 1921 Generalstabsoffizier in München, 1923 nach Teilnahme am Hitler-Putsch aus der Reichswehr entlassen, 1924 Mitglied des Reichstags für die Deutsch-Völkische Freiheitspartei, Organisator des NS-Wehrverbandes „Frontbahn“, 1928–1930 Generalstabsoffizier in der bolivianischen Armee, ab 1930 Mitglied der NSDAP, 1931 Stabschef der SA, 1933/34 Reichsminister ohne Geschäftsbereich und bayerischer Staatsminister, am 30. Juni 1934 Verhaftung.
R. zählte wie die Brüder Strasser zum antikapitalistischen Flügel der NSDAP. Er war einer der ersten Waffenbrüder Hitlers und mit diesem auf „Du und Du“. R. träumte von einem Soldatenstaat und baute ab 1930 die SA zu einer riesigen Terrororganisation auf, die bald sämtliche politischen Gegner des NS-Regimes eingeschüchtert hatte und sich im Kampf mit kommunistischen Schlägertruppen bewährte (1933 mehrere Millionen Mitglieder).
R. strebte ein Duumvirat mit Hitler als politischem Führer und sich selbst als Generalissimus einer aus der Vereinigung der SA und der Reichswehr entstandenen Armee an. Die öffentlichen Auftritte R.s , geprägt von der Verachtung für das Bürgertum und der Verherrlichung des soldatischen Lebens, sowie seine Andeutungen, die SA und die Reichswehr unter seiner Führung zu einer Art Volksmiliz zusammenschließen zu wollen, schreckten die bürgerliche Mittelschicht ab und verunsicherten sowohl die Großindustriellen wie auch die Führung der Reichswehr. Das Wohlwollen und die Unterstützung dieser Gruppen waren aber für Hitlers langfristige Pläne unverzichtbar. Schließlich entschloß sich Hitler – der sich zunächst scheute, offen mit seinem Freund zu brechen, obwohl dieser mittlerweile zu einer Gefahr für das NS-Regime geworden war – nicht zuletzt aufgrund des Drucks anderer NS-Führer (Göring und Himmler), R. beseitigen zu lassen.
Unter der Leitung der SS-Führung und einiger NS-Führer (darunter auch sein Nachfolger Viktor Lutze) wurde R. schließlich in der Nacht des 30.Juni 1934 im Hotel Hanslbauer in Bad Wiessee am Tegernsee verhaftet und in das Münchner Gefängnis Stadelheim gebracht. Als Begründung für diesen Schritt wurden vorher lancierte Falschmeldungen und Gerüchte um einen Putschversuch der SA (sog. Röhm-Putsch) sowie die (in der Vergangenheit geduldeten) homosexuellen Ausschreitungen R.s und einiger SA-Führer angeführt. Hitler nutzte „die Nacht der langen Messer“ dazu, die gesamte SA-Führung auszuschalten und sich gleichzeitig auch anderer Kritiker zu entledigen (Schleicher, R. Straßer, ca. 200 Tote).
R. selbst wurde nach seiner Weigerung, Selbstmord zu begehen, von der SS erschossen.

Gruß Max

Hallo !

SA-Leute der ersten Stunde hier im Internet??!!!

Sie müßten dann so um die 90 sein!! Und die im Internet??
Wo es hier schon für die Uralten plus 50 ein spezielles Brett gibt!

Was sollte da bei rauskommen?

Literatur über die Anfänge der SA gibt es zu genüge.
Gruß Max

Fataler Irrtum
Hallo, Max, Robby, Herr Meyer!

Fataler Irrtum
und unverantwortliche Äußerung „aus dem Gedächtnis“;
von mir selbst!
Ich war so überzeugt, einst gelesen zu haben, Hitler hätte Röhm persönlich erschossen.
Aber natürlich hast du Recht, Robby, denn Sohn-Rethel schreibt das gleiche wie du in seinem Büchlein: „Ökonomie und Klassenstruktur des deutschen Faschismus“, S. 200ff (Edition Suhrkamp, 1981 - 3te Auflage).
Hätte mir eigentlich auch zu denken geben sollen, so ein bellender Hund ist zu feige, selbst zu beißen.
Ich kann meine eigene Unsorgfältigkeit allerhöchstens erklären aus 3 Gesichtspunkten heraus:
-Einmal der opferbereite Einsatz verblendeter Judendlicher, ja Kinder in den letzten Kriegsjahren „bis in den Tod“, „für Deutschland und…“, gegenüber der (doch wohl unbezweifelbaren) Selbsttötung „ihres Führers“ angesichts dessen drohenden „Verantwortung vor der Geschichte“.
-Zum andern war mir bis dahin (ca 1980) die Abrechnung Hitlers mit der einen, „revolutionären“ Seite seiner persönlichen Geschichte in Form der offensichtlichen „Opferung“ der SA den Zwecken der Reichswehrführung gegenüber noch unbekannt gewesen.
-Und schließlich entstand erst „damals“ (~1980) bei mir die wachsende Skepsis gegenüber (ganz und gar nicht nur) Sohn-Rethels „Antifa“-Theorie von der (einzig ausschlaggebenden) Rolle der Großindustrie.

Die „Psychologische Struktur“ des 20ten Jahrhunderts, ja des vergangenen Jahrtausends (und noch grundlegender, wir stehen vielleicht vor der Möglichkeit, die Steinzeit endlich zu überwinden), scheint mir überhaupt noch nicht in Betracht gezogen worden zu sein.
Wäre (nach „Karl dem Großen“ und solchen Figuren der Geschichte wie „Iwan dem Schrecklichen“) vielleicht die Kategorisierung von Hitler als „dem Wahnsinnigen“ (Führer eines wahnsinnig opferbereiten Volkes) und Josef als dem anderen „Schrecklichen“, Terroristen an der Macht, eine Voraussetzung für die Akzeptanz der (eigenen) Geschichte und das entgültige Überwinden der „Steinzeit“?
Wie immer man Hitlers EKI im 1ten WK beurteilen mag - es ist ja wohl nicht unbekannt, wie manchmal solche „Ehrentitel“ zustandekommen.
Manchmal dienen sie auch nur dazu, jemanden endlich zum Schweigen zu bringen. Das funktioniert besonders gut in der Literatur/„Kultur“.
Er (A.H.) war beileibe nicht der einzige, der sich erfolgreich der Verantwortung entzogen hat.
Oder hat er doch amende Einsicht insofern gezeigt, daß er dem Volke wenigstens nicht auch noch einen „Märtyrer“ (für was auch immer) hinterlassen wollte?

Leider scheint die „Opferkultur“ aber doch noch nicht aus Welt zu sein, trotz wachsendem Wohlstand, weltweiter Kooperation und Rolle der UNO.
Und es gibt in der Wirklichkeit leider keinen großen Unterschied zwischen denen, die aus blinder Leistungsbereitschaft meist sehr schnell „vorne“, und solchen, die dies aus blinder Anpassungsgier sind.

Ich bitte noch einmal um Entschuldigung für mein „Dramatisieren“ von etwas, was auf ganz andere Weise „dramatisch“ war.

Einen sonnigen Sonntag für uns alle,
moin, manni