Fataler Irrtum
Hallo, Max, Robby, Herr Meyer!
Fataler Irrtum
und unverantwortliche Äußerung „aus dem Gedächtnis“;
von mir selbst!
Ich war so überzeugt, einst gelesen zu haben, Hitler hätte Röhm persönlich erschossen.
Aber natürlich hast du Recht, Robby, denn Sohn-Rethel schreibt das gleiche wie du in seinem Büchlein: „Ökonomie und Klassenstruktur des deutschen Faschismus“, S. 200ff (Edition Suhrkamp, 1981 - 3te Auflage).
Hätte mir eigentlich auch zu denken geben sollen, so ein bellender Hund ist zu feige, selbst zu beißen.
Ich kann meine eigene Unsorgfältigkeit allerhöchstens erklären aus 3 Gesichtspunkten heraus:
-Einmal der opferbereite Einsatz verblendeter Judendlicher, ja Kinder in den letzten Kriegsjahren „bis in den Tod“, „für Deutschland und…“, gegenüber der (doch wohl unbezweifelbaren) Selbsttötung „ihres Führers“ angesichts dessen drohenden „Verantwortung vor der Geschichte“.
-Zum andern war mir bis dahin (ca 1980) die Abrechnung Hitlers mit der einen, „revolutionären“ Seite seiner persönlichen Geschichte in Form der offensichtlichen „Opferung“ der SA den Zwecken der Reichswehrführung gegenüber noch unbekannt gewesen.
-Und schließlich entstand erst „damals“ (~1980) bei mir die wachsende Skepsis gegenüber (ganz und gar nicht nur) Sohn-Rethels „Antifa“-Theorie von der (einzig ausschlaggebenden) Rolle der Großindustrie.
Die „Psychologische Struktur“ des 20ten Jahrhunderts, ja des vergangenen Jahrtausends (und noch grundlegender, wir stehen vielleicht vor der Möglichkeit, die Steinzeit endlich zu überwinden), scheint mir überhaupt noch nicht in Betracht gezogen worden zu sein.
Wäre (nach „Karl dem Großen“ und solchen Figuren der Geschichte wie „Iwan dem Schrecklichen“) vielleicht die Kategorisierung von Hitler als „dem Wahnsinnigen“ (Führer eines wahnsinnig opferbereiten Volkes) und Josef als dem anderen „Schrecklichen“, Terroristen an der Macht, eine Voraussetzung für die Akzeptanz der (eigenen) Geschichte und das entgültige Überwinden der „Steinzeit“?
Wie immer man Hitlers EKI im 1ten WK beurteilen mag - es ist ja wohl nicht unbekannt, wie manchmal solche „Ehrentitel“ zustandekommen.
Manchmal dienen sie auch nur dazu, jemanden endlich zum Schweigen zu bringen. Das funktioniert besonders gut in der Literatur/„Kultur“.
Er (A.H.) war beileibe nicht der einzige, der sich erfolgreich der Verantwortung entzogen hat.
Oder hat er doch amende Einsicht insofern gezeigt, daß er dem Volke wenigstens nicht auch noch einen „Märtyrer“ (für was auch immer) hinterlassen wollte?
Leider scheint die „Opferkultur“ aber doch noch nicht aus Welt zu sein, trotz wachsendem Wohlstand, weltweiter Kooperation und Rolle der UNO.
Und es gibt in der Wirklichkeit leider keinen großen Unterschied zwischen denen, die aus blinder Leistungsbereitschaft meist sehr schnell „vorne“, und solchen, die dies aus blinder Anpassungsgier sind.
Ich bitte noch einmal um Entschuldigung für mein „Dramatisieren“ von etwas, was auf ganz andere Weise „dramatisch“ war.
Einen sonnigen Sonntag für uns alle,
moin, manni