‚Pragmatische‘ (‚aktive‘) Stilisierung?
Handhabbare Zahlenübermittlung (auf Sichtweite)
Trotz hexagesimal dualer Ansätze, lieber Schorsch, bin ich eh´r zur Tat bezogen:
Lieber Heinrich, liebe sannah, unser wunderbarer Michael hat ja die „Sache“ von der schriftlichen Seite „Akroskriptisch“ beleuchtet, und ist dabei in einer Deutung offen geblieben:
Gibt es eine Erklärung, warum ausgerechnet V für 5, X für 10
usw. steht?
V = 5 steht als Piktogramm für die ganze Hand (5 Finger)
X = 10 doppeltes V = zwei Hände
C = 100 lat. centum = hundert
D = 500 lat. dimidius = Mitte bzw. Hälfte (von 1000)
M = 1000 lat. mille = tausend
L = 50 weiß ich die Erklärung leider nicht, vielleicht weiß jemand anders
Versetzt man sich in die Situation von jemandem, der auf Sichtweite jemand anderem Zahleninfos übermitteln will, so übermittelt er logisch die Menge „1“ durch den einen erhobenen Finger (lat.: `digitus´!!! das ist in diesem Moment aber nicht „ACHTung!“!!!), und dann 2 und 3 natürlich so, wie Michael es berichtet. Und matürlich teilt man die „5“ mit ner ganzen Hand mit. Aber wieso nicht als 5 erhobene Finger? Na, hebt bitte mal die geöffnete Hand hoch! Ne, nicht wie beim Bund, „Daumen anlegen!“, ganz normal und locker; haltet sie vor das Gesicht. Was seht Ihr? Aber 5 einzeln hoch gehaltene Finger sind vielleicht schlecht von 4en zu unterscheiden, so auf Distanz?
Und die 10 sind NICHT NUR 2 ganze Hände, sondern, der Deutlichkeit halber gleich 2 GEKREUZTE Hände.
50 = L? vielleicht die ganze (linke) Hand mit Fingern „in SichtREIHE“ und den Daumen abgewinkelt? Klingt abenteuerlich, ja. Aber vielleicht: „Eine Hand (also 5) ganze Paare Hände (also à 10, also 5*10“?)
100 = C nur als Abkürzung von „centum“? Vielleicht auch als Zeichen für „die offene volle Hand“? Man halte sich ein Feuerzeug mit einer Hand (zwischen Mittelfinger und Daumen) vor das Gesicht Vielleicht so???
Bei der Gelegenheit „hundred“ eigentlich „großes Hundert“ (gegenüber hundersTEL).
Apropos: russisch „cto“ = 100, gespr, „ßto:“ von dem „anderen“ Stamm des 100-Sprachzeichens „satem“; ist wohl altindisch. Hat das Russische nur zufällig das Zeichjen C für „unseren“ Buchstabenlautwert „S“?
500 = D? Vielleicht eine andere Art „volle Faust“? Man bilde die linke Faust (mit angelegtem Daumen nach rechts) und beachte die Form!
1000 = M??? Vielleicht die hoch erhobene Hand mit gespreizten Fingern und innen angelegtem Daumen? Halte ich aber für „stark konstruiert“. Nur, ich erinnere noch einmal: Schriftzeichen sind meistens über Stilisierung der Aktion zu Stilisierung zum Schriftzeichen geworden; bekanntestes Beispiel ist die Entstehung der Alphabete (Buchstaben „akrophon“ als Anlaut der bereits entstandenden Namen der „Dinge“ - aleph=Rind-mit 2 Hörnern, daleth=Schlange)
Zahlen sind ja keine materiellen Dinge, sind „abstrakt“, können aber als Information übertragen werden. Und was eignet sich zur „Stilisierung“ als Schriftzeichen anderes als diejenige der Form der Informationsübermittlung?
Es hilft auf jeden Fall weiter, wenn wir uns in die Situation der Menschen (nicht nur) damals hineinzuversetzen versuchen, was meint Ihr?
Die ersten Ansätze zu dieser „Theorie der Zahlzeichen-Entstehung“ wurden hier bereits vor ca 1 Jahr verschusweise vorgestellt. Vielleicht ist im Archiv noch etwas zu finden? Mal nach „Zahlzeichen“ suchen?
Ich hoffe, den wirklich Interessierten Anregungen gegeben zu haben und den Zaghaften Lock[er]ungen und allen anderen nicht allzu sehr auf den Zeiger gegangen zu sein!
Freundliche und froindliche Grüße und Krüßße, Erika die Rote.
*g-hexsamikronäsisch-g*