Römische Zahlen

Hi!

Frage in diese Runde (weil wir am Wochenende in privater Runde keine Lösung gefunden haben):

Gibt es irgendeinen Bezug bei den römischen Zahlen zwischen dem benutzten Buchstaben und dem dadurch repräsentierten Zahlenwert?

I = 1 ist noch nachvollziehbar, weil das I ja wie ein Finger aussieht und drei ausgestreckte Finger mit III symbolisiert werden könnten. Aber wie sieht das mit den anderen Zahlen aus? Gibt es eine Erklärung, warum ausgerechnet V für 5, X für 10 usw. steht?

Grüße
Heinrich

Gibt es eine Erklärung, warum ausgerechnet V für 5, X für 10
usw. steht?

V = 5 steht als Piktogramm für die ganze Hand (5 Finger)
X = 10 doppeltes V = zwei Hände
C = 100 lat. centum = hundert
D = 500 lat. dimidius = Mitte bzw. Hälfte (von 1000)
M = 1000 lat. mille = tausend
L = 50 weiß ich die Erklärung leider nicht, vielleicht weiß jemand anders

Grüße, Michl

Hallo!

Für L=50 kenne ich die Erklärung, dass ein L symbolisch ja gewissermaßen die (untere) Hälfte von einem C ist.

So ist bei den arabischen Zahlen übrigens auch die 4 aus der 8 entstanden (die 4 ein bisschen schnörkeliger-runder denken, dann sieht man das…).

Gruß sannah

offTopic 8 und 4

So ist bei den arabischen Zahlen übrigens auch die 4 aus der 8
entstanden (die 4 ein bisschen schnörkeliger-runder denken,
dann sieht man das…).

Stimmt denn das auch? Ich kenne ‚Doppellloch-Halbe‘ als drei, die vier hingegen als ‚arithmetisch Doppellloch-Halbe‘. Andererseits sagt mein bevorzugtes mathematisches Standardwerk wieder ganz anderes:

[…]
aus Fünf und Sechs
so spricht die Hex
mach Sieben und Acht
[…]

Hmmm. Verwirrend
Schorsch

‚Pragmatische‘ (‚aktive‘) Stilisierung?
Handhabbare Zahlenübermittlung (auf Sichtweite)
Trotz hexagesimal dualer Ansätze, lieber Schorsch, bin ich eh´r zur Tat bezogen:
Lieber Heinrich, liebe sannah, unser wunderbarer Michael hat ja die „Sache“ von der schriftlichen Seite „Akroskriptisch“ beleuchtet, und ist dabei in einer Deutung offen geblieben:

Gibt es eine Erklärung, warum ausgerechnet V für 5, X für 10
usw. steht?

V = 5 steht als Piktogramm für die ganze Hand (5 Finger)
X = 10 doppeltes V = zwei Hände
C = 100 lat. centum = hundert
D = 500 lat. dimidius = Mitte bzw. Hälfte (von 1000)
M = 1000 lat. mille = tausend
L = 50 weiß ich die Erklärung leider nicht, vielleicht weiß jemand anders

Versetzt man sich in die Situation von jemandem, der auf Sichtweite jemand anderem Zahleninfos übermitteln will, so übermittelt er logisch die Menge „1“ durch den einen erhobenen Finger (lat.: `digitus´!!! das ist in diesem Moment aber nicht „ACHTung!“!!!), und dann 2 und 3 natürlich so, wie Michael es berichtet. Und matürlich teilt man die „5“ mit ner ganzen Hand mit. Aber wieso nicht als 5 erhobene Finger? Na, hebt bitte mal die geöffnete Hand hoch! Ne, nicht wie beim Bund, „Daumen anlegen!“, ganz normal und locker; haltet sie vor das Gesicht. Was seht Ihr? Aber 5 einzeln hoch gehaltene Finger sind vielleicht schlecht von 4en zu unterscheiden, so auf Distanz?

Und die 10 sind NICHT NUR 2 ganze Hände, sondern, der Deutlichkeit halber gleich 2 GEKREUZTE Hände.

50 = L? vielleicht die ganze (linke) Hand mit Fingern „in SichtREIHE“ und den Daumen abgewinkelt? Klingt abenteuerlich, ja. Aber vielleicht: „Eine Hand (also 5) ganze Paare Hände (also à 10, also 5*10“?)

100 = C nur als Abkürzung von „centum“? Vielleicht auch als Zeichen für „die offene volle Hand“? Man halte sich ein Feuerzeug mit einer Hand (zwischen Mittelfinger und Daumen) vor das Gesicht Vielleicht so???
Bei der Gelegenheit „hundred“ eigentlich „großes Hundert“ (gegenüber hundersTEL).
Apropos: russisch „cto“ = 100, gespr, „ßto:“ von dem „anderen“ Stamm des 100-Sprachzeichens „satem“; ist wohl altindisch. Hat das Russische nur zufällig das Zeichjen C für „unseren“ Buchstabenlautwert „S“?

500 = D? Vielleicht eine andere Art „volle Faust“? Man bilde die linke Faust (mit angelegtem Daumen nach rechts) und beachte die Form!

1000 = M??? Vielleicht die hoch erhobene Hand mit gespreizten Fingern und innen angelegtem Daumen? Halte ich aber für „stark konstruiert“. Nur, ich erinnere noch einmal: Schriftzeichen sind meistens über Stilisierung der Aktion zu Stilisierung zum Schriftzeichen geworden; bekanntestes Beispiel ist die Entstehung der Alphabete (Buchstaben „akrophon“ als Anlaut der bereits entstandenden Namen der „Dinge“ - aleph=Rind-mit 2 Hörnern, daleth=Schlange)
Zahlen sind ja keine materiellen Dinge, sind „abstrakt“, können aber als Information übertragen werden. Und was eignet sich zur „Stilisierung“ als Schriftzeichen anderes als diejenige der Form der Informationsübermittlung?
Es hilft auf jeden Fall weiter, wenn wir uns in die Situation der Menschen (nicht nur) damals hineinzuversetzen versuchen, was meint Ihr?

Die ersten Ansätze zu dieser „Theorie der Zahlzeichen-Entstehung“ wurden hier bereits vor ca 1 Jahr verschusweise vorgestellt. Vielleicht ist im Archiv noch etwas zu finden? Mal nach „Zahlzeichen“ suchen?
Ich hoffe, den wirklich Interessierten Anregungen gegeben zu haben und den Zaghaften Lock[er]ungen und allen anderen nicht allzu sehr auf den Zeiger gegangen zu sein!
Freundliche und froindliche Grüße und Krüßße, Erika die Rote.
*g-hexsamikronäsisch-g*

Hallo,

vielleicht hilft dir der Artikel in Wikipedia schon mal weiter:

http://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6mische_Zahlen

Gerhard

Hallo,

siehe auch noch:

http://www.wilkiecollins.demon.co.uk/roman/intro.htm

zur weiteren Geschichte.

Gerhard

Römische Zahlen u.a.

Hi!

Auf dieser Seite
http://www.land.salzburg.at/hs-kuchl/hsk-math/index.htm
findest du neben einer Übersicht zu den Röm. Zahlen und wie mit ihnen gerechnet wird (http://www.land.salzburg.at/hs-kuchl/hsk-math/roemer…) auch noch eine Übersicht über andere Zahlenzeichen und -systeme .

:wink: abu

So ist bei den arabischen Zahlen übrigens auch die 4 aus der 8
entstanden (die 4 ein bisschen schnörkeliger-runder denken,
dann sieht man das…).

Stimmt denn das auch? Ich kenne ‚Doppellloch-Halbe‘ als drei,
die vier hingegen als ‚arithmetisch Doppellloch-Halbe‘.
Andererseits sagt mein bevorzugtes mathematisches Standardwerk
wieder ganz anderes:

Ich weiß ja nicht, welches Standardwerk du verwendest. Ich hab’s hier auch nur als Teil des Skripts meiner Vorlesung „Geschichte der Mathematik“ liegen - Abteilung „Zahlen in Indien und Arabien“ und ihre Adaption in Europa. Sonst:

Ifrah, Georges: Universalgeschichte der Zahlen, Frankfurt/ Main 1991.
Menninger, Karl: Zahlwort und Ziffer: eine Kulturgeschichte der Zahl, Göttingen 1979.

Teile die 8 nicht längs, sondern quer… Man erhält etwas Loopingähnliches (mit Ein- und Auslauf). Dieses loopingähnliches Etwas drehe man dann etwas auf die Seite (um 90° nach links), die Schlaufe wird etwas verkantet: Voilà, da ist sie, die 4…

Gruß sannah

Hallo Schorsch,

Andererseits sagt mein bevorzugtes mathematisches Standardwerk
wieder ganz anderes:

[…]
aus Fünf und Sechs
so spricht die Hex
mach Sieben und Acht
[…]

Dein arithmetisches Standardwerk passt hier wie die Faust aufs Auge. Da gibts auch nur I und II und III fehlt noch. Statt 0 gibts nur Ur-

Viele Grüße
Stefan

Teile die 8 nicht längs, sondern quer… Man erhält etwas
Loopingähnliches (mit Ein- und Auslauf). Dieses
loopingähnliches Etwas drehe man dann etwas auf die Seite (um
90° nach links), die Schlaufe wird etwas verkantet: Voilà, da
ist sie, die 4…

Hallo, ihr Mathematiker!
Zu Zahlen hab ich zwar nie etwas gelesen; aber wenn man alte Bauinschriften, z. B. an gotischen Kirchen, anschaut, dann ist dort als 4 immer ein Zeichen verwendet, wie es zustandekommt, wenn man eine 8 etwa auf Höhe des unteren Drittels quer teilt. Dass daraus die 4 entstanden ist, haben wir immer für selbstverständlich gehalten. Ist es das nicht?
H.

Zu Zahlen hab ich zwar nie etwas gelesen; aber wenn man alte
Bauinschriften, z. B. an gotischen Kirchen, anschaut, dann ist
dort als 4 immer ein Zeichen verwendet, wie es zustandekommt,
wenn man eine 8 etwa auf Höhe des unteren Drittels quer teilt.
Dass daraus die 4 entstanden ist, haben wir immer für
selbstverständlich gehalten. Ist es das nicht?

Hallo Hannes!

Das meinte ich doch mit dem Looping. Ein bisschen verkantet und er wird zur 4. Genau in der Mitte zu teilen… Dieser Kuller wäre wohl etwas uneindeutig, daher mit Schlaufen.

Und was wolltest du jetzt wissen? (Btw: Nicht viele Dinge sind selbstverständlich…)

Gruß sannah