Wer weiß was Genaues zur Gefährlichkeit von Röntgenstrahlen? Ärzte sagen inzwischen immer, dass sie nicht mehr gefährlich sind. Häuft sich Strahlung sozusagen an nach mehreren Aufnahmen? vielen Dank für Antwort! von Marianna2
Ich muss nochmal genauer fragen: die Werte (Strahlendosis) usw. habe ich im Internet gefunden. Was ich nicht verstehe ist hauptsächlich, ob z.B. jedes Jahr eine Röntgenuntersuchung auch bedeutet, dass sozusagen jedes Jahr Strahlen hinzukommen. Oder verringert sich die Strahlung aus früheren Untersuchungen, so dass man „gefahrlos“ neue Aufnahmen machen kann?
Wer weiß was Genaues zur Gefährlichkeit von Röntgenstrahlen?
Ärzte sagen inzwischen immer, dass sie nicht mehr gefährlich
sind. Häuft sich Strahlung sozusagen an nach mehreren
Aufnahmen? vielen Dank für Antwort! von Marianna2
Hallo,
mal so ungefähr, korrigiert mich wenn mich meine Erinnerung trügt:
Röntgenstrahlen können Moleküle zerstören auch die Moleküle unserer Chromosomen - also die Erbanlagen.
Ob sie dies tun hängt davon ab, ob sie sie überhaupt treffen, was sie nur sehr selten überhaupt tun. Nun könnte ein einzelner Röntgenstrahl (wenn es den denn gäbe) schon ein Gen so unglücklich treffen, dass dadurch Krebs entsteht. Das ist aber so unwahrscheinlich, dass man wohl eher von einem Meteoriten auf dem Klo erschlagen wird.
Je nachdem wievielen Strahlen man ausgesetzt ist steigt die Wahrscheinlichkeit, das einer davon mal was kaputt macht.
Irgenwann kehrt sich die Wahrscheinlichkeit dann um.
Ist man einer sehr intensiven Strahlung ausgesetzt, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass nichts kaputt geht extrem gering.
Wieviel und was kaputt geht, kann man aber nie sicher wissen. Das sind alles nur statistische „Wahrheiten“.
Da unsere Zellen auch Reparaturmechanismen haben, werden viele Defekte auch wieder repariert, wenn nicht zu viele auf einmal auftreten. Darum ist es neben der Dosis auch wichtig in welcher Zeit man sie aufnimmt. Zehn Röntgenaufnahmen hintereinander sind also wesentlich belastender als jeweils eine Aufnahme pro Jahr zehn Jahre lang.
Wir sind aber während unseres ganzen Lebens einer natürlichen Strahlenbelastung ausgesetz und merken nichts davon. Würde man uns die ganze Dosis nun innerhalb kurzer Zeit verpassen, entstünde auch nicht mehr Schaden. Da das, was sonst in 80 Jahren hin und wieder mal kaputt geht dann aber alles auf einmal repariert werden müsste, würden wir sterben weil das unsere Regenerationsfähigkeiten übersteigt.
Bei höheren Einzeldosen steigt also die Wahrscheinlichkeit, dass unserer Reparaturmechanismen überfordert sind und dauerhafte Schäden zurückbleiben.
Die Strahlung selbst reichert sich in uns nicht an. Die wird absorbiert - letztlich in Wärme ungesetzt - oder geht einfach durch und ist weg.
Was sich aber selbst bei geringer Strahlenbelastung ansammelt, ist das Risiko von Schäden, die nicht repariert werden können und sogar zu bösartigen Veränderungen der Zellfunktion (Krebs) führen können. Das Risiko steigt dabei aber nicht linear, im Bereich geringer Dosierung wie bei modernen Röntgengeräten, ist das aber kaum von Bedeutung.
Tatsächlich könnte eine bösartige Veränderung schon beim ersten Röntgenphoton auftreten, man hat aber aufgrund statistischer Ergebnisse hier Grenzwerte festgelegt unterhalb derer das Risiko einer bleibenden oder bösartigen Schädigung extrem gering ist. Wenn ich mich richtig erinnere, stammt heutzutage etwa ein Zehntel unserer Strahlenbelastung aus künstlichen Quellen. Ein Skiurlaub (Höhenstrahlung von der Sonne) verdoppelt diese Belastung dagegen und verpasst dir damit mehr Strahlenbelastung als mehrere große Röntgenaufnahmen.
Gruß
Werner
Hallo Werner, Hallo MOD,
nach meiner bescheidenen Meinung ist der Artikel für eine FAQ qualifiziert, Sternchen!
Gruß
BeLa
Schäden durch niedrige Strahlenbelastung
Hallo,
in einem Zeitungsartikel (in der Rubrik „Bericht aus der Wissenschaft“ oder so) habe ich mal gelesen, dass Röntgenaufnahmen mit relativ geringer Strahlenbelastung zwar geringere Schäden verursachen, die Schäden aber schlechter repariert würden. Weißt Du da was Näheres dazu (Wie verlässlich der Bericht ist, um welche Strahlenbelastung es geht etc.)?
Ich bin neugierig, seit ich das damals gelesen habe.
Schöne Grüße,
Jule
MOD: sehr gute Idee, wird veranlasst! Danke! owT
Antwort wurde in die FAQ aufgenommen
FAQ:2855
Hanna

Hallo Werner!
Ein
einzelner Röntgenstrahl könnte (wenn es den denn gäbe) schon ein Gen
so unglücklich treffen, dass dadurch Krebs entsteht. Das ist
aber so unwahrscheinlich, dass man wohl eher von einem
Meteoriten auf dem Klo erschlagen wird.
Das passiert denke ich, selbst bei einer echt bösen Mutation nicht, denn ein klinisch manifester Tumor hat sehr viele (prognostisch ungünstige) Mutationen. Auch sorgt das Einbringen der stärksten bekannten Onkogene für einen Zellzyklusstopp in ansonsten vorher gesunden Zellen.
Tumore beginnen wohl mit der genetischen oder epigenetischen Inaktivierung von Tumorsupressorgenen.
Auch Untersuchungen an transgenen Tieren mit den stärksten bekannten Onkogenen unter gewebespezifischer Kontrolle und andere Untersuchungen zB bei Darmkrebs weisen in diese Richtung.
Da unsere Zellen auch Reparaturmechanismen haben, werden viele
Defekte auch wieder repariert, wenn nicht zu viele auf einmal
auftreten. Darum ist es neben der Dosis auch wichtig in
welcher Zeit man sie aufnimmt. Zehn Röntgenaufnahmen
hintereinander sind also wesentlich belastender als jeweils
eine Aufnahme pro Jahr zehn Jahre lang.
Das sind aber erstmal zwei Paar Schuhe. Auf die Sättigung von DNA-Reperaturmechanismen kann man nicht allein aus dem Auftreten von starken akuten Reaktionen auf hohe Strahlendosen heraus schließen. Hast Du Quellen hierfür?
Bei akuten DNA-Schäden werden DNA-Reperaturmechanismen hochgefahren, der Zellzyklus kurz- bis langfristig angehalten und Zellen können auch kurzerhand in den Selbstmord (Apoptose) getrieben werden.
Akute hohe Strahlenbelastungen haben daher eine akute Toxizität zur Folge, die bei Exposition über lange Zeit nicht so stark ist.
Was jedoch die Genomschäden durch Strahlung oder Mutagene angeht, so RECHNET man, als ob sie sich additiv und proportional zur Expositionsmenge verhalten, unabhängig von den Zeitpunkten der Einzelexpositionen.
Hier rechnet man also, als ob jede einzelne Mutation bzw. jeder DNA- Schaden gleich häufig repariert würde, unabhängig von der Zahl der Mutationen bzw. DNA-Schäden in einem kurzen Zeitraum.
Die Strahlendosis, der man sich im Arbeitsleben aussetzen darf, wird ja auch bis zu einer Obergrenze addiert. Ab da darf man nicht mehr radioaktiv arbeiten - auch nicht 20 Jahre später wieder.
Auch bei Radiotherapie mit Röntgenstrahlung ist es so, dass man nur bis zu einer Obergrenzen gehen kann mit der Summe der Dosen.
Eine einzelne Bestrahlung mit entsprechener Pause danach darf auch nicht zu hoch sein wegen der akuten Toxizität, aber selbst wenn die Einzeldosen beliebig gering sind, gibt es die erwähnte Obergrenze.
Was sich selbst bei geringer Strahlenbelastung ansammelt,
ist das Risiko von Schäden, die nicht repariert werden können
und sogar zu bösartigen Veränderungen der Zellfunktion (Krebs)
führen können. Das Risiko steigt dabei aber nicht linear, im
Bereich geringer Dosierung wie bei modernen Röntgengeräten,
ist das aber kaum von Bedeutung.
Gerade bezüglich Krebs bezweifle ich das etwas bzw. dessen klinische Relevanz. Hast Du Quellen?
Eher würde ich annehmen, die Zellen mit vielen zeitnahen DNA- Schäden gehen über die Aktivierung von p53, ARF, p16 etc. in Apoptose oder dauerhafte Seneszenz statt mehr Mutationen anzuhäufen, als Zellen, die über lange Zeit viele kleine Einzelexpositionen erfahren.
Therapielimitierend bei einer Radiotherapie ist ja zB nicht das steigende Risiko für einen Zweittumor (das aber natürlich steigt), sondern die akute Toxizität zB auf hämatopoetische Stamm- und Vorläuferzellen.
Viele Grüße, Stefan
Hallo Stefan!
Offensichtlich hast du die Details wesentlich besser im Blick als ich und wohl auch die besseren Bücher. Ich kann deinen Wunsch nach Quellen darum nicht befriedigen, vielmehr könntest Du mir wahrscheinlich etwas empfehlen, womit ich mein zum Teil oberflächliches Wissen vervollständigen könnte. Deine Antwort hat mir auch schon in meinem Verständnis weitergeholfen (hoffe ich).
Ich habe versucht die Befürchtungen der Ausgangsfrage möglichst verständlich aufzunehmen. Habe ich da jemanden in die Irre geleitet?
Ich bin mir nun nicht sicher ob mein Beitrag wirklich als FAQ-Antwort geeignet ist.
Gruß
Werner
Hallo Marianna.
Die Röntgenstrahlung tritt natürlich nur im Moment des Röntgens auf. Es gibt keine Akkumulation(Ansammlung) wie es bei manchen radioaktiven Isotopen vorkommen kann.
Was sich aber ansammelt ist ein nicht genauer bestimmbarer(nicht von mir bestimmbarer) Schädigungsgrad in den Zellen.
Eine Formulierung wie, die DNA würde nur äußerst selten von einem Röntgenstrahl getroffen, ist völliger verharmlosender Blödsinn.
Es reicht zum Sterben eine einzige mutierte Zelle.
Nur die Schädigung der Haut durch UV-Strahlung wird einigermaßen genau veröffentlicht; und da ist es so, das einmal in der Jugend eine Schädigung größere bleibende Wirkungen haben kann, und das zuviel UV-Strahlung allgemein irgendwann Tumore oder „Krebs“ auslösen kann. Bei dem einen eher, bei dem anderen später.
Hier vermute ich, das UV-Strahlung so etwas ähnliches in der Wirkung ist, wie Röntgenstrahlung.
Man kann auch Röntgenstrahlung gut mit natürlicher ionisierender Strahlung vergleichen, indem man beides in der Intensität z.B. über ein Jahr verteilt, vergleicht.
Rein praktisch würde ich empfehlen, nur Röntgen zu lassen, wenn es wirklich notwendig ist.
Die Ärzte „röntgen gerne“ aus Routine, auch wenn z.B. eine Fraktur oder ein Fremdkörper bei einer Schnittwunde unwahrscheinlich sind.
Außerdem habe ich den Verdacht, das diese sogenannten Scannergeräte eine stärkere Belastung erzeugen, als dieses normale mit Fotopapier.
Mein Zahnfleich ist bisher immer ein geringes Maß zurückgegangen, nachdem ein Scanner meine dentalen Anatomien erfaßt hat.
Es gibt keine gute Kontrolle über die Geräteintaktheit, jeder Arzt ist selbst dafür verantwortlich. Es gibt keinen TÜV, welchen ich dort gerne sehen würde.
Nach meiner Meinung könnte die Belastung durch Röntgengeräte wesentlich geringer sein, durch z.B. die Verwendung von Fotomultiplyern.(elektronische Bildverstärkung)
Rein praktisch würde ich sagen, es gibt nur selten „Krebs“ durch Röntgen, es tritt aber zumindest eine zusätzliche Alterung auf; Röntgen nimmt Lebenszeit.
Du fragst nach genauen Daten der Schädigung durch Röntgenstrahlung.
Da wird es ziemlich schwierig, denn praktisch jeder wird geröntgt, und für eine derart etablierte Technik mit ihrer „innewohnenden Wissenschaftlichkeit“ findet sich nur schlecht jemand, der genaue Untersuchungen zur Schadwirkung anstellt, und noch schlechter jemand, der dann hinterher auch noch akzeptiert wird.
Man betrachte dies als meine Meinungsäußerung und eure bescheuerten Punkte könnt ihr euch in eure Haare schmieren.
Sollte es eine sachliche Ergänzung oder Korrektur geben, bin ich aber mit einverstanden.
MfG
Matthias
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Hallo,
Eine Formulierung wie, die DNA würde nur äußerst selten von
einem Röntgenstrahl getroffen, ist völliger verharmlosender
Blödsinn.
Ich weiß nicht, ob du damit meine Aussage weiter unten meinst, aber falls doch, dann solltest du bitte aufmerksamer lesen. Ich sprach von einem einzelnen Strahl, also eine einzige „Röntgenwelle“ bzw. „-photon“ und das dies ein Gen Trifft ist astronomisch unwahrscheinlich. Bezogen auf das Strahlenbündel das beim Röntgen ausgesandt wird kann man immer noch feststellen, das davon der weit überwiegende Teil gar nichts trifft und von dem Teil der im Gewebe absorbiert wird nur ein geringer Teil von den Chromosomen. Von daher ist selbst dafür die Aussage das nur selten die DNA getroffen wird richtig.
Man kann auch Röntgenstrahlung gut mit natürlicher
ionisierender Strahlung vergleichen, indem man beides in der
Intensität z. B. über ein Jahr verteilt, vergleicht.
Röntgenstrahlung ist Teil der natürlichen ionisierenden Stahlung.
Es gibt keine gute Kontrolle über die Geräteintaktheit, jeder
Arzt ist selbst dafür verantwortlich. Es gibt keinen TÜV,
welchen ich dort gerne sehen würde.
Das muss aber wie in jedem Betrieb regelmäßig nach Vorschrift der Berufsgenossenschaften der TÜV oder andere zertifizierte Organisationen machen.
Zu deinen persönlichen Empfindungen lässt sich natürlich nicht wirklich etwas sagen.
Gruß
Werner
Hallo
Röntgenstrahlung ist Teil der natürlichen ionisierenden
Stahlung.
Naja, das ist aber erst seit Conrad Röntgen so.
Ich meinte, man könnte sich mit der Bezeichnung Röntgenstrahlung auf ebenso genannte Geräte beziehen.
Es gibt keine gute Kontrolle über die Geräteintaktheit, jeder
Arzt ist selbst dafür verantwortlich. Es gibt keinen TÜV,
welchen ich dort gerne sehen würde.Das muss aber wie in jedem Betrieb regelmäßig nach Vorschrift
der Berufsgenossenschaften der TÜV oder andere zertifizierte
Organisationen machen.
Das liest sich für mich als echte Neuerung. Ich war der Meinung, der Arzt selber muß z. B. die Firmenwartung bestellen und TÜV-Plakette gibts nicht.
Ich bin ja kein Mediziner sondern nur Patient.
Jedenfalls bin ich ziemlich skeptisch.
Zu deinen persönlichen Empfindungen lässt sich natürlich nicht
wirklich etwas sagen.
Meine Qualitäten als „Geigerzähler“ möchte ich nicht gerne weiterentwickeln.
Details möchte ich jetzt nicht gerne von mir geben.
Gruß
Werner
Auch Gruß und schönen Sonntag noch
Matthias
Hallo
Röntgenstrahlung ist Teil der natürlichen ionisierenden Stahlung.
Naja, das ist aber erst seit Conrad Röntgen so.
Das verstehe ich nicht. Das was man Röntgenstrahlung nennt ist ein Frequenzbereich der elektromagnetischen Strahlung und die kommt in der gesamten Bandbreite natürlich vor. Auch unsere Sonne und alle möglichen natürlichen Radioisotope geben unter anderem Röntgenstrahlung ab.
Das liest sich für mich als echte Neuerung. Ich war der
Meinung, der Arzt selber muß z. B. die Firmenwartung bestellen
und TÜV-Plakette gibts nicht.
Das ist aber in anderen Bereichen auch nicht anders. Auch dein Auto wird nicht automatisch geprüft, da musst du dich selbst drum kümmern, dass das jemand macht.
Du hast aber in sofern recht, dass es nicht wie bei KFZ ein exaktes Prüfintervall gibt, aber wie bei allen technischen Geräten ist der Praxisinhaber verpflichtet, die Funktionalität und Betriebssicherheit regelmäßig extern überprüfen zu lassen. Dazu muss er ein Prüfbuch führen und dies auf verlangen der Berufsgenossenschaft vorlegen.
Das kann er natürlich einfach nicht machen und unter Umständen bleibt das auch lange Zeit unentdeckt, aber mit solchen Missbrauchsmöglichkeiten ist es in anderen Bereichen nicht grundsätzlich anders.
Gruß
Werner