ich fahre einen 91er Passat, der neuerdings „Roll- bzw. Reibgeräusche“ - aus dem heckbereich kommend - macht.
In Linkskurven stärker, in Rechtskurven nahezu gar nicht. Beim Geradeauslauf weniger als in Linkskurven.
Felgen bleiben kalt; Trommeln werden beide lauwarm.
Radlager…
…wenn es in Kurven wummert oder rattert, ist/sind es zu 99% Radlager. Einseitige Erneuerung reicht.
Gehe mal an dem betreffenden Rad in die Hocke, packe es mit beiden Händen an der Oberkante und wippe mit dem ganzen Körpergewicht nach hinten vom Fahrzeug weg und versuche das Rad an der Oberkante nach außen zu ziehen. Hat es Spiel ? Klackert es ? Erwarte Deinen Bericht bis 22:00 ) Gute Nacht…
Hallo!
Klingt stark nach Radlager.
Einfach mal das Auto mit einem Wagenheber hochheben, und die Räder möglichst schnell mit der Hand drehen.
Wenn Du da was brummen hörst, und es selbst machen willst, kann ich auch eine Anleitung hier hineinkopieren, die ich mal in einem anderem Forum geschrieben habe.
Grüße, Steffen!
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hi,
schon mal Danke; Fahrzeug kommt jedoch morgen erst wieder; melde mich dann noch einmal.
Wenn es das Radlager sein sollte, welche Seite dürfte wahrscheinlicher sein ?
Und, was passiert wenn man es einfach weiter Geräusche machen läßt; kann das irgendwann blockieren oder so ?
Grüße
jwd
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Wenn es das Radlager sein sollte, welche Seite dürfte
wahrscheinlicher sein ?
Die Warscheinlichkeit ist gleich.
Und, was passiert wenn man es einfach weiter Geräusche machen
läßt; kann das irgendwann blockieren oder so ?
Nun, blockieren wird es nicht.
Es kann aber so viel Spiel bekommen, dass die Bremstrommel oder das Rad irgendwo schleift.
Es wird also irgendwann die Lagerwalzen so sehr erhitzen, dass eines der beiden Lager fest frist.
Dann wird sich der Lagerinnenring auf dem Achszapfen drehen, und irgendwann mit diesem verschweissen.
Dann reisst es das Lager wieder los, und zermahlt die Walzen vollständig, was dann sehr viel Spiel ergibt.
Als Endergebnis bekommt man die Bremstrommel nicht mehr ab, weil der Lagerring auf dem Achszapfen festgeschweisst ist.
Dann hat man ein Problem:
Mit dem Winkelschleifer die Bremstrommel zerschneiden, damit man das alles auseinander bekommt. Und als Zugabe kann man sich noch einen neuen Achszapfen kaufen.
Da wären schon geschätzte 15 € für einen neuen Lagersatz + ein halber Bastelnachmittag ratsamer, ehe es zu spät ist.
hört sich an, dass es Sinn macht, da nachzuschauen.
Braucht man denn Abzieher oder anderes Spezialwerkzeug, um das Radlager runter zu bekommen?
Die trommel wird man ja wohl ab bekommen, oder?
Und Du hast ja die Option geschrieben, dass Du die Vorgehensweise hier rein kopieren könntest ?!
Dafür wäre ich Dir sehr dankbar; ein Link würde aber auch ausreichen.
Danke + Grüße
jwd
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Anleitung
So hier mal reinkopiert,
verlinken geht nicht, weil nicht allgemein zugänglich.
Ist für Autos mit hinterer Scheibenbremse gedacht,
im Prinzip ist das aber gleich aufgebaut. Du brauchst Dich halt nur nicht mit dem Bremssattelhalter herumzuärgern.
**
Die hinteren Radlager bei unseren Corrados sind eine relativ alte Konstruktion aus der VW- Familie. Nach meiner Meinung sind sie etwas zu schwach ausgelegt und machen deshalb manchmal Sorgen. Sie bereiten aber keine akuten Probleme, man muss nur einige Dinge beachten damit die Radlager ein langes Leben haben.
Die Ausenringe der Radlager sind also in der hinteren Bremsscheibe eingepresst, die Kegelrollenlager stecken dann lose drin, die Innenringe der Lager sitzen mit einer Übergangspassung auf dem Achszapfen. Das sind genau die selben Teile, welche in den meisten VW`s mit Trommelbremsen (hinten) verwendet werden.
Die Radlager können 2 Probleme machen:
Geräuche: das hört man beim Fahren als ständiges Brummen, kann man leicht herausfinden indem man das Auto hinten aufbockt oder hochhebt und das Rad mit der Hand dreht. Wenn man sich nicht ganz sicher ist, ob das Geräuch von den immer etwas schleifenden Bremsklötzern kommt muss man zum Testen die Bremsklötzer ausbauen. Meist hört man die Radlager aber ganz deutlich.
zuviel Spiel, das merkt eigentlich nur der TÜV-Prüfer, wenn es extrem ist hört man das beim Fahren als Klappern. In dem Fall stellt man am besten die Radlager neu ein. In der Mitte der Radnabe dazu den Blechdekel mit Hammer und Meissel vorsichtig entfernen, den Splint ziehen und die Mutter SW 24 vorsichtig fester anziehen. Ich sag mal, etwa eine viertel bis eine halbe Umdrehung nach rechts drehen. Man muss die Mutter (ganz wichtig!!) soweit festziehen, dass die dahintersitzende Scheibe sich bewegen lässt, wenn man die Scheibe mit einem Schraubendreher verdrückt. Dabei darf man den Schraubendreher nicht als Hebel benutzen, sondern nur mit normaler Handkraft muss sich die Scheibe bewegen lassen. Also etwas locker, aber kein richtiges Spiel. Das merkt man schon. Daumen nach oben
wenn dann das Spiel OK ist einen neuen Splint rein und wieder alles zusammenbauen.
Etwas Spiel , so 1-2 mm am Reifen ist normal und muss auch sein. Wenn das Spiel nicht vorhanden ist werden sich die Radlager beim Fahren stark erwärmen, dadurch ausdehnen und immer straffer laufen, immer heisser werden und sich irgendwann selbst zerstören.
Überhitzte Radlager erkennt man daran, dass die Walzen und Laufringe der Lager sich blau oder braun verfärbt haben, das sind Anlassfarben, die auf hohe Temperaturen das Materials hinweisen. Solche Lager unbedingt auswechseln.
Wenn durch das Nachstellen das Spiel nicht weg ist, nicht fester einstellen. Dann wird das Spiel in senkrechter Richtung mehr sein als wenn man das Spiel in Waagerechter Richtung testet. In dem Fall liegt es an einem abgenutztem Achszapfen, der Zapfen nutzt sich logischerweise an den Stellen der ständigen Kraftaufnahme beim Fahren ab. Das verursacht in den meisten Fällen das Spiel, das hat mit den Radlager nichts zu tun.
Also: wenn das Radlagerspiel in waagerechter Richtung die normalen 1 - 2 mm hat und in senkrechter Richtung viel mehr ist muss ein neuer Achszapfen her. In gewissen Grenzen kann man das auch lassen, ich sag mal in senkrechter Richtung sind 5 mm Spiel gerade noch OK.
Die Achszapfen für den Corrado gibt es meines Wissens nur bei VW, da gibt es in der VW-Familie einige verschiedene, man muss darauf achten, dass die teile für Scheibenbremse und ABS sind. (die anderen Achszapfen für andere VW´s gibt es auch im Zubehörhandel)
Das Wechseln der Achszapfen ist nicht sehr problematisch, die sind mit 4 Schrauben an der HA angeschraubt. Aber gleich neue Schrauben und Unterlegscheiben mit kaufen und die Schrauben einkleben. Und den ABS-Geber muss man natürlich herausbekommen. Anbeter
Radlager wechseln:
Bremsscheibe ausbauen, in dem Mittelloch befinden sich 3 Aussparungen, damit kann man die Lagerringe mit Hammer und Dorn herausschlagen. Neue Lagerringe von aussen hineinschlagen oder einpressen.
Den Hohlraum der Bremsscheibe, in dem die Radlager sitzen zu 2 Dritteln mit hochwertigem Wälzlagerfett füllen. Die Lager selbst etwas einfetten.
Zusammenbauen, Simmerring nicht vergessen. Die 24`er Mutter richtig fest anziehen, dabei das Rad drehen. Dann wieder lösen und das Spiel wie schon beschrieben einstellen. Kronensicherung aufstecken, so dass der Splint passt (passt immer irgendwie), versplinten und Dekel drauf.
Man kann auch die alten Radlager in eine neue Bremsscheibe einbauen, das ist gar kein Problem. Man braucht allerdings einen neuen Simmerring.
Es ist auch noch wichtig, dass man zum ein-und austreiben der Radlager einen guten Dorn und einen grossen (500g) -Hammer benutzt, mit dem Hammer nur leicht schlagen. Wenn man einen kleinen Hammer benutzt muss man schlagen wie ein Irrer, dadurch können aus den Lagerringen kleine Ecken herausplatzen was dann wieder Geräuche verursacht.
VW hat für die Radlager übele Preise, das geht auch viel billiger. Ich selbst verwende seit über 10 Jahren in meiner Werkstatt Zubehör-Teile. Hab davon sicher schon hunderte Lager verbaut und noch nie eine Reklamation gehabt. Ich sag mal, für 15 € geht da schon was. (kompletter Satz für eine Seite)
Anleitung, Nachtrag dazu
Ach so, weil das eine Trommelbremse ist:
Die Bremstrommel bekommst Du nur ab, wenn Du die automatische Nachstellung der Bremse zurücksetzt.
Das geht so:
Wenn das Rad ab ist, stellst Du an der linken Seite ein Radschraubenloch in 10-Uhr -Stellung. (rechtes Rad- spiegelbildlich- also 2 Uhr)
Durch das Loch kannst Du mit einem Schraubendreher eine senkrechte, dünne Schraubenfeder ertasten.
Dann tastest Du dich an der Feder nach oben.
Die Feder ist oben in einen Keil eingehängt.
Diesen Keil musst Du mit einem Schraubendreher nach oben drücken.
Das geht recht leicht, dann schnappen die Bremsbacken zusammen, und die Trommel lässt sich entfernen.
hi Steffen,
das hört sich ja gar nicht soooo kompliziert an;
wie wird die automatische Nachstellung beim Zusammenbau
wieder aktiviert und gibt es eine Besonderheit bei ABS zu beachten ?
Grüße
jwd
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Wenn es das Radlager sein sollte, welche Seite dürfte
wahrscheinlicher sein ?
Die Warscheinlichkeit ist gleich.
in Linkskurven lauter => Rechtes Lager, und umgekehrt.
Und, was passiert wenn man es einfach weiter Geräusche machen
läßt; kann das irgendwann blockieren oder so ?
Nun, blockieren wird es nicht.
Bei einem VW Bus T3 habe ich mal das linke Rad mitsamt Bremstrommel verloren: die verkanteten Rollen haben die innere Lagerschale mitgenommen, diese hat die Scheibe mit der Achsmutter mitgedreht, den Sicherungssplint abgeschert, und somit die Achsmutter aufgedreht. Fertig war das Dreirad, zum Glück bei nur 50 km/h geradeaus.
dank´ Dir; Du hast mich von der Dringlichkeit überzeugt.
Und dass bei stärkeren Geräuschen in Linkskurven das rechte Lager die Probleme macht, finde ich wegen der stärkeren Belastung auch logisch.
Sonnige Grüße
jwd
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hi Steffen,
das hört sich ja gar nicht soooo kompliziert an;
wie wird die automatische Nachstellung beim Zusammenbau
wieder aktiviert und gibt es eine Besonderheit bei ABS zu
beachten ?
Grüße
jwd
Hallo!
Die Bremsnachstellung ist beim ersten Tritt auf die Fussbremse wieder aktiv. Der Keil rutscht dann wieder in die richtige Stellung.
Und zum ABS:
Also die Sensoren nicht beschädigen, bischen vorsichtig saubermachen wäre gut.
Innen „auf der Nabe“ der Bremstrommen sitzen die Rotoren für das ABS.
Das ist wie so ein runder Blechkäfig.
Ob der beim Radlagerwechseln stört, weiss ich jetzt ehrlich gesagt garnicht.
Wenn Du den abmachen musst, ist ein neuer unbedingt erforderlich.
Den gibt es für kleines Geld beim freundlichen VW-Händler.
dort wo ich den mir zugeteilten Betriebshof mit den Bussen habe (Spedition mit Tankzügen) steht ein Tankauflieger zum verschrotten:
Hatte 43000 Liter Benzin drin und am mittleren rechten Rad machte das Radlager Schwierigkeiten, wurde heiß, schmolz die Alufelge, entzündete den Reifen und es fehlte nicht viel und der Tankzug wäre explodiert. Der Fahrer fuhr aber weiter, damit das Feuer nicht den Tankzug angreifen konnte und informierte die Feuerwehr, erst als die hinter ihm war, stoppte er und es wurde sofort gelöscht.
Keine Phantasie ! Es sind die vielen Kleinigkeiten die auch mal eine Katastrophe auslösen können.
So schlimm wie oben beschrieben wird es bei Dir nicht werden, aber Steffen beschrieb gut, was die Hitze bewirken kann.