Rolle des britischen Monarchen

Hallo!

Korrigiert mich, wenn ich was falsches sage: Zumindest de facto übt die Königin von England keinen gößeren Einfluss auf die aktuelle Politik mehr aus. Sie überlässt das dem Parlament bzw. der Regierung. Hätte sie wenigstens theoretisch die Macht, das zu tun? Wenn ja: Warum verzichtet sie darauf? Wenn nein: Wodurch wurde die Macht des Monarchen beschnitten?

Wie vollzog sich historisch der Wandel von einer Monarchie, in der sich der König ein Parlament leistet, zu einem Staat, der sich eine Königin leistet?

Bin gespannt auf die Antworten.

Michael

Bin gespannt auf die Antworten.

Tach Michael,

das klingt so, als wüßtest Du erstens schon genauer Bescheid,
brauchtest zweitens eigentlich gar keine Antworten mehr und
wärest drittens nur darauf erpicht, die Qualität oder Originalität unserer Antworten zu beurteilen.

Jetzt sag mir bitte: Warum soll ich - oder jemand anderer - unter diesen Bedingungen überhaupt noch den Versuche einer substantiierten Antwort unternehmen?

Gruß - Rolf

Hallo!

das klingt so, als wüßtest Du erstens schon genauer Bescheid,
brauchtest zweitens eigentlich gar keine Antworten mehr und
wärest drittens nur darauf erpicht, die Qualität oder
Originalität unserer Antworten zu beurteilen.

Jetzt sag mir bitte: Warum soll ich - oder jemand anderer -
unter diesen Bedingungen überhaupt noch den Versuche einer
substantiierten Antwort unternehmen?

Wie kommst Du denn auf diese … (tschuldigung!) … „Schnapsidee“? Es war nicht meine Absicht, irgendjemanden hier auf die Probe zu stellen. Wenn ich das gewollt hätte, hätte ich mir auch bestimmt ein Gebiet herausgesucht, in dem ich mich besser auskenne als in der britischen Geschichte.

Lies mal meinen Artikel nochmal etwas wohlwollender. Vielleicht hast Du ja Lust eine sachdienliche Antwort zu schreiben. Es würde mich freuen. Großes Ehrenwort: Ich will hier keinerlei Fallen stellen.

Gruß, Michael

Hallo Michael,

Zumindest de
facto übt die Königin von England keinen gößeren Einfluss auf
die aktuelle Politik mehr aus. Sie überlässt das dem Parlament
bzw. der Regierung. Hätte sie wenigstens theoretisch die
Macht, das zu tun? Wenn ja: Warum verzichtet sie darauf? Wenn
nein: Wodurch wurde die Macht des Monarchen beschnitten?

Deine Frage lässt sich nicht mit drei Worten beantworten. Das Vereinigte Königreich hat keine Verfassung, wo diese Dinge eindeutig geregelt werden. Die britische Politik funktioniert auf der Basis von Tradition, Gewohnheitsrecht und „So ist es immer schon gewesen.“

De facto hat die Königin heute das Recht, informiert zu werden, gehört zu werden, zu raten und zu warnen. Theoretisch hat sie z.B. das Recht nicht verloren, Parlamente aufzulösen, doch das wäre wider das Gewohnheitsrecht; ob sie tatsächlich in der Lage dazu wäre, ist fraglich. Im Prinzip gehört ihr die Marine und die Luftwaffe, während hingegen die Armee dem Parlament untersteht, doch auch diese Zuordnung ist theoretischer Natur, wenngleich „very british“.

Wie vollzog sich historisch der Wandel von einer Monarchie, in
der sich der König ein Parlament leistet, zu einem Staat, der
sich eine Königin leistet?

Es war ein Prozess, der sich über Jahrhunderte, mal schneller mal langsamer vollzog. Ein wichtiger Ansatzpunkt ist die „Glorious Revlolution“ Ende des 17. Jahrhunderts. Hierzu gibt es aber soviel geballtes Wissen auf Papier oder im Netz, dass es bestimmt berufenere Federn als die meine gibt, aus denen du dich informieren kannst.

Gruß
Hardey

Hallo Hardey,

Erstmal vielen Dank für die Antwort.

De facto hat die Königin heute das Recht, informiert zu
werden, gehört zu werden, zu raten und zu warnen. Theoretisch
hat sie z.B. das Recht nicht verloren, Parlamente aufzulösen,
doch das wäre wider das Gewohnheitsrecht; ob sie tatsächlich
in der Lage dazu wäre, ist fraglich.

Interessant. Das hört sich so an, als wäre die Macht der Krone etwas ziemlich Abstraktes. Erst wenn die Königin ihre Macht einsetzen würde, fände man heraus, ob sie diese Macht tatsächlich hat. Habe ich das so richtig verstanden?

Es war ein Prozess, der sich über Jahrhunderte, mal schneller
mal langsamer vollzog. Ein wichtiger Ansatzpunkt ist die
„Glorious Revlolution“ Ende des 17. Jahrhunderts.

Das habe ich - zumindest bei Wikipedia - nachgelesen. Der Schlusspunkt war die „Bill of Rights“. Allerdings hatte der König bzw. die Königin auch danach noch eine ziemlich starke Rolle, gefühlsmäßig würde ich sagen, bis etwa zum Ende des ersten Weltkrieges. In den anderen europäischen Staaten (Deutschland, Österreich-Ungarn, Russland) sorgten Revoulutionen bzw. Umstürze zu dieser Zeit für eine deutliche Zäsur. Verglichen dazu verläuft die britische Geschichte seit Ende des 17. Jahrhunderts soviel ich weiß recht kontinuierlich. Das ist der Grund meiner Frage. Obwohl es keine erkennbaren Revolutionen gab, ist Großbritannien heute ein moderner Staat, in dem nur noch wenige Anachronismen an das 17. Jahrhundert erinnern.

Vielleicht ist tatsächlich das Fehlen der Verfassung ein Schlüssel zum Verständnis: Wo nichts fest geschrieben ist, muss auch nichts umgestoßen werden, um es zu verändern.

Vielleicht gibt es ja noch weitere Antworten.

Gruß, Michael

hallo zusammen,

bin auch nicht hundertprozentig bewandert… trotzdem einige gedanken dazu:

Der
Schlusspunkt war die „Bill of Rights“. Allerdings hatte der
König bzw. die Königin auch danach noch eine ziemlich starke
Rolle, gefühlsmäßig würde ich sagen, bis etwa zum Ende des
ersten Weltkrieges. In den anderen europäischen Staaten
(Deutschland, Österreich-Ungarn, Russland) sorgten
Revoulutionen bzw. Umstürze zu dieser Zeit für eine deutliche
Zäsur. Verglichen dazu verläuft die britische Geschichte seit
Ende des 17. Jahrhunderts soviel ich weiß recht
kontinuierlich.

Da hast du schon recht, seit der Glorious Revolution haben keine großen Umbrüche / Angriffe gegen die Monarchie mehr stattgefunden. Die Bedeutung der Glorious Revolution und vor allem auch des vorangegangenen Bürgerkriegs sollte man, glaub ich allerdings, nicht unterschätzen: besonders die Zeit des Commonwealth of England, während der die Monarchie 1649-60 für gute zehn Jahre abgeschafft war.

Vielleicht ist tatsächlich das Fehlen der Verfassung ein
Schlüssel zum Verständnis: Wo nichts fest geschrieben ist,
muss auch nichts umgestoßen werden, um es zu verändern.

Wenn Englands Verfassung nun doch so sehr auf Tradition gründet, dann war der englische Bürgerkrieg und das Protektorat ein enormer Bruch mit dem Überlieferten… wenn das kein „Umstoß“ war?!
Ich frage mich viel mehr ob es nicht vielleicht ein Zeichen der Stärke des Parlaments im 18. und 19. Jh. ist, dass die quasi-Entmachtung der Monarchie so unblutig/-kriegerisch verlaufen konnte (vor allem wohl während der Regierungszeit von Victoria I.).
Frankreich, als ein Beispiel, hat dagegen einen verlorenen Krieg gebraucht um sich endgültig seiner Monarchen und ihrer absolutistischen Bestrebungen zu „entledigen“ (1870/71)… ein bisschen salopp ausgedrückt. Aber das ist denke ich der springende Punkt: nach dem Bürgerkrieg und der „Bill of Rights“ hat kein britischer Monarch mehr auch nur ansatzweise absolute Macht ausgeübt oder angestrebt. Im Gegenteil, das Parlament war stark genug Stück für Stück auch die übriggebliebenen Rechte des Monarchen an sich zu ziehen.
Wie das exakt von statten ging, da würde es sich wohl wirklich lohnen sich die Regierungszeit Victorias genauer anzuschauen… sie hat zwar immer oder lange Zeit versucht politische Macht auszuüben, ist jedoch zunehmend in den Hintergrund gedrängt worden und meines Wissens geht „the right to be consulted, the right to advise, and the right to warn“ auf ihre Zeit zurück.

Wie es nun heute um die Monarchie steht, weiß ich nicht… da müsst ich mal meine Omi fragen, die kennt sich bestens aus *g*.

Grüße von Kati

Hallo Hardey,

Erstmal vielen Dank für die Antwort.

De facto hat die Königin heute das Recht, informiert zu
werden, gehört zu werden, zu raten und zu warnen. Theoretisch
hat sie z.B. das Recht nicht verloren, Parlamente aufzulösen,
doch das wäre wider das Gewohnheitsrecht; ob sie tatsächlich
in der Lage dazu wäre, ist fraglich.

Interessant. Das hört sich so an, als wäre die Macht der Krone
etwas ziemlich Abstraktes. Erst wenn die Königin ihre Macht
einsetzen würde, fände man heraus, ob sie diese Macht
tatsächlich hat. Habe ich das so richtig verstanden?

Es war ein Prozess, der sich über Jahrhunderte, mal schneller
mal langsamer vollzog. Ein wichtiger Ansatzpunkt ist die
„Glorious Revlolution“ Ende des 17. Jahrhunderts.

Das habe ich - zumindest bei Wikipedia - nachgelesen. Der
Schlusspunkt war die „Bill of Rights“. Allerdings hatte der
König bzw. die Königin auch danach noch eine ziemlich starke
Rolle, gefühlsmäßig würde ich sagen, bis etwa zum Ende des
ersten Weltkrieges. In den anderen europäischen Staaten
(Deutschland, Österreich-Ungarn, Russland) sorgten
Revoulutionen bzw. Umstürze zu dieser Zeit für eine deutliche
Zäsur. Verglichen dazu verläuft die britische Geschichte seit
Ende des 17. Jahrhunderts soviel ich weiß recht
kontinuierlich. Das ist der Grund meiner Frage. Obwohl es
keine erkennbaren Revolutionen gab, ist Großbritannien heute
ein moderner Staat, in dem nur noch wenige Anachronismen an
das 17. Jahrhundert erinnern.

Vielleicht gibt es ja noch weitere Antworten.

Gruß, Michael

2 „Gefällt mir“

Hallo Kati - und herzlichen Dank für die Antwort!

Wie das exakt von statten ging, da würde es sich wohl wirklich
lohnen sich die Regierungszeit Victorias genauer
anzuschauen… sie hat zwar immer oder lange Zeit versucht
politische Macht auszuüben, ist jedoch zunehmend in den
Hintergrund gedrängt worden und meines Wissens geht „the right
to be consulted, the right to advise, and the right to warn“
auf ihre Zeit zurück.

Kennst Du Dich da aus? (… ich meine: besser als Deine Oma :wink: )

Oder vielleicht weiß jemand anderes bescheid. Ich hoffe mal, dass dieser Thread nicht zu weit nach unten rutscht.

Michael

P.S.: Ich frage mich gerade aufgrund Deiner Vika, welche die schönste Stadt Deutschlands wohl sein wird …

Warum keine Revolution in England?
Hallo Michael,

hier einige Stichpunkte zum Thema, warum es nach 1688 keine gewaltsamen Umbrüche gab.

Generell, das ist allerdings eine billige Aussage, weil im Nachhinein getroffen, war das englische System offenbar reformfähiger. Die großen Wahlrechtsreformen, die aus dem Unterhaus (ursrpünglich niedriger Adel) eine Volksvertretung machten, wurden interessanterweise vor allem durch die Konservativen im 19.Jh durchgeführt. Und nun, so im „Gehirnsturm“:

Die wichtigste Teilstreitkraft der Briten ist anders als auf dem Kontinent die Marine, womit dem Monarchen ein wichtiger Machtfaktor (Bürgerkrieg!) fehlt.

Der Adel bestehst wirklich nur aus den Erstgeborenen. Alle anderen Kinder eines z.B. Herzogs mussten sehen, wie sie ihr Leben gestalten wollten, während die unzähligen Prinzen des deutschen Adels mit durchgefüttert wurden. Die englische Industrialisierung wurde vor allem von solchen Kindern gestaltet.

Die Expansion nach Übersee erlaubte, Religions- und Sozialkonflikte außer Landes zu tragen.

Typische britische Freizeitformen wie der Sport (Fußball, Rugby) erlaubten je nach Klasse das Ausleben natürlicher Aggression.

Dabei stand das Land oft genug an der Grenze zum Konflikt/Aufstand. Noch heute ist ja ein Deutscher relativ geschockt, wie stark sich die Klassen voneinander abgrenzen. Die klassische deutsche Mittelschicht wächst eigentlich auf der Insel erst seit wenigen Jahrzehnten heran.

Das mal so als Grundlage von
Andreas

hallo Michael,

Wie das exakt von statten ging, da würde es sich wohl wirklich
lohnen sich die Regierungszeit Victorias genauer
anzuschauen… sie hat zwar immer oder lange Zeit versucht
politische Macht auszuüben, ist jedoch zunehmend in den
Hintergrund gedrängt worden und meines Wissens geht „the right
to be consulted, the right to advise, and the right to warn“
auf ihre Zeit zurück.

Kennst Du Dich da aus? (… ich meine: besser als Deine Oma :wink:
)

Tja, ich kann’s ja mal versuchen (könnte zäh werden). Nachdem Bill of Rights bzw. nach dem Act of Union 1707 unter Anne kamen vier Hannoveranische Georges (I-IV) auf den britischen Thron. Diese Georges interessierten sich nur mäßig für ihre Regierungsgeschäfte auf der Insel. Ihre Aufmerksamkeit wurde eben auch durch ihre deutschen Lande abezogen. Das war vor allem bei George I. und II. der Fall. Dadurch erhielten ihre Minister zunehmend mehr Befugnisse. George III. und IV. versuchten ihre Regierungsansprüche wieder etwas auszubauen oder zumindest nicht noch weiter schwinden zu lassen, jedoch mit mäßigem Erfolg.
Unter William IV(?) kams zum entscheidenden gescheiterten Versuch einen gegenwärtigen Prime Minister los zu werden: Er entließ den amtierenden Melbourne (Whig) und setzte einen ihm gefälligeren ein. Der neue (Tory - monarchie-freundlich) wurde dann in seiner Legislativen Funktion so komplett durch die übermächtigen Whigs behindert, dass William Melbourne zurück ins Amt holen musste. Das war der letzte königliche Versuch sich eines Prime Ministers zu entledigen.
Das war in so fern wichtig, als dass das Parlament hier ziemlich klar dargestellt hat, dass der König ohne die Zustimmung des Parlaments nicht mehr handlungsfähig ist… bzw. nix mehr zu melden hat.
Unter Victoria ging dieses Ringen eben noch ein mal los. Und zwar beinahe über ein dreiviertel Jahrhundert und die Amtszeit von um die 10 Prime Minister hinweg. Einer der bekanntesten und resolutesten war Gladstone, der die Queen ziemlich klar in die Schranken gewiesen hat… andere sind’s diplomatischer angegangen (Disraeli). Aber letztlich lief es wohl darauf hinaus, dass Victoria Ansprüche, Anweisungen, Vorstellungen geäußert hat, und die jeweiligen Minister letztendlich mehr oder weniger offensichtlich eben doch getan hatten was sie für richtig hielten.
Du siehst also, es war im Grunde ein ziemlich zäher Prozess der sich hingezogen hat. Und ich vermute zwei Dinge waren entscheidend darüber, dass ein einmal eingetretener Machtverlust durch die Krone nicht rückgängig gemacht werden konnte: zum einem ist das vermutlich das Fehlen einer geschriebenen Verfassung, welche die Ansprüche der Krone hätte sichern können (trotz eines desinteressierten George I. und II.), und zum anderen hängt es vielleicht auch mit den jeweiligen Herrscherpersönlichkeiten zusammen, hätte eine/ein andere/r sich vielleicht besser durchsetzen können als William oder Victoria?!
Das sind dann natürlich Spekulationen.

Hoffe es hilft dir ein bisschen weiter.

Viele Grüße von Kati

P.S.: wenn Frankreich nicht wär, dann läg die Stadt Meer…

Oder vielleicht weiß jemand anderes bescheid. Ich hoffe mal,
dass dieser Thread nicht zu weit nach unten rutscht.

Michael

P.S.: Ich frage mich gerade aufgrund Deiner Vika, welche die
schönste Stadt Deutschlands wohl sein wird …

2 „Gefällt mir“

Super!
Hallo Kati!

Hoffe es hilft dir ein bisschen weiter.

Ja, durchaus. Ich glaube, ich habe es jetzt einigermaßen verstanden. Ich habe selbst noch ein bisschen weiter recherchiert, und herausgefunden, dass Victoria gar nicht so einflussreich war, wie ich vermutet hatte. Wenn ihr politisch etwas wichtig war, dann setzte sie es durch, indem sie mit Rücktritt drohte. Aber im Prinzip war das das einzige Machtmittel das sie hatte. Ihr Enkel Wilhelm II. regierte da in Deutschland ganz anders.

Auf jeden Fall vielen Dank für Deine Mithilfe!

Gruß, Michael

hi Michael

Ich habe selbst noch ein bisschen weiter
recherchiert, und herausgefunden, dass Victoria gar nicht so
einflussreich war, wie ich vermutet hatte.

Ja, immerhin ist eine ganze Ära nach ihr benannt, und zwar eine, in der England nicht nur zur Imperialmacht heranwuchs sondern auch zur Industrienation Europas (mindestens bis zur Jh.mitte). Wenn so eine Zeit (mitsamt ihrer Architektur, Literatur etc.) nach ihrer Königin benannt wird dann ist man natürlich versucht ihr auch entsprechenden Einfluss beizumessen. Und in gewisser Hinsicht ist das vielleicht auch gar nicht so falsch. Zwar war ihre politischer Einfluss eher gering, aber als „Gallionsfigur“ der Imperialmacht Great Britain hatte sie trotzdem auch Einfluss… das England des 19. Jh. war ein moralistisches, prüdes England, nicht zuletzt durch den prägenden Einfluss der Königsfamilie, die diese Moral vorlebte und propagierte… tatsächlich propagierte: mit den neuen Möglichkeiten von Postkarten z.B. Victoria hat also nicht nur den politischen Einfluss aufgeben müssen, sie ist dafür tatsächlich die königliche Repräsentatin geworden. Und wenn ich es mir so überlege, hat sie damit vermutlich auch das Überleben der Monarchie gesichert, hat ihr eine andere als die politische Daseinsberechtigung verschafft (wobei da wohl auch Leute wie Disraeli einiges zu verdanken ist).

Hmm, ich habe mich bisher immer viel mehr für den Teil dieser Epoche interessiert der mit der industriellen Revolution zusammenhängt. Da spielt die Monarchie bereits kaum noch eine Rolle (was mir so allerdings nie aufgefallen ist). Ein bisschen mehr bekommt man dann schon mit, wenn man sich die Kunst des 19. Jh. anschaut. Z.B. Oscar Wilde der nicht mit seiner Kritik an einem moralistischen (victorianisch geprägten) England zurückhält. Aber das alles hat die Sache immer nur am Rande gestreift.
Auf jeden Fall eine interessante Frage, die du da aufgeworfen hast und für ein Verständnis des heutigen GB ja wohl nicht unwichtig…
Danke dir also für den Denkanstoß,

herzliche Grüße von Kati

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Kati!

Danke dir also für den Denkanstoß,

Bitte, bitte, gern geschehen.

Übrigens verstehe ich nach unserer Diskussion auch die Rolle von Elisabeth II besser. Ich hatte immer schon den Eindruck, dass sie irgendwie eine andere Rolle spielt, als die ganzen „Operetten-Monarchen“, die es sonst so in Europa gibt, die lediglich ein Relikt aus einer längst vergangenen Zeit zu sein scheinen.

Die Queen füllt ihre Rolle doch mit viel mehr Ernst aus und hat - soweit ich es überblicken kann - viel mehr Gewicht in der Gesellschaft. Zwar hat sie keine wirkliche Macht, aber sie stiftet Identität und wirkt als … naja, Du sagtest in Bezug auf Victoria „Galionsfigur“. So ähnlich (wenn auch nicht mehr so deutlich) ist es bei der aktuellen Queen. Wenn Charles ihre auf den Thron folgen würde, so würde er meiner Meinung nach etwas ganz anderes darstellen (und damit meine ich gar nicht die Diana-Camilla-Geschichte).

Aber ich höre jetzt mal auf, weiter zu philosophieren. Sonst können wir die Diskussion gleich beim Frisör weiter führen. :wink:

Gruß Michael

P.S.: Ich glaube, das Rätsel mit der schönsten Stadt habe ich gelöst. Freiburg im Breisgau? Sollte dem so sein, so muss ich selbst als Schwabe (!) zugeben, dass Freiburg schöner als die meisten Städte in Deutschland ist. Weil das Offtopic ist, habe ich es per Email versucht, aber Dein Mailverzeichnis scheint überfüllt zu sein.

Freiburg im Breisgau? Sollte dem so sein, so muss ich
selbst als Schwabe (!)

bin ich auch!

zugeben, dass Freiburg schöner als die
meisten Städte in Deutschland ist.

da klingt leiser Zweifel durch?! es IST die schönste Stadt.

Dein Mailverzeichnis scheint
überfüllt zu sein.

ziemlich… habe aufgeräumt :wink:
grüße!