Hallo Wolfgang,
bitte bringe deine Katze schnellstmöglich zum Tierarzt und lasse sie kastrieren! Selbst wenn du die Katze eigentlich nicht raus lassen möchtest und sie unter normalen Umständen auch nicht allzu sehr nach draußen drängt, während der Rolligkeit ist das alles anders. Rollige Katzen drängen ganz massiv nach draußen und nützen die kleinste Chance zu entwischen gnadenlos aus und verletzen sich nicht selten bei ihren Ausbruchsversuchen (wenn sie z.B. versuchen durch das Kippfenster zu entwischen oder aus größeren Höhen aus dem Fenster springen).
Potente Kater werden im Gegenzug alles daran setzen, den Bruchteil einer Sekunde deiner Unaufmerksamkeit auszunutzen und in die Wohnung zu kommen. Selbst Wohnungskatzen sind also nicht hundertprozentig sicher vor Deckung. Und du musst aufpassen wie ein Luchs, die „Katastrophe“ ist schnell passiert.
„Sexualität“ ist für Kätzinnen ganz anders wie für Menschen, also ganz und gar kein Vergnügen, sondern eher ein schmerzhafter Akt, weshalb die Katze nach dem Deckakt meist auch recht aggressiv auf den Kater reagiert und sich ganz sicher nicht nach Wiederholung sehnen würde, wären da nicht die durch Rolligkeit ausgelösten Hormone, die sie dazu zwingen.
Und vor allem ist eine Katze die ständig rollig, aber nicht gedeckt wird, erheblichen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt.
Siehe auch http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/faqs/faqlist.fpl….
Bereits die Rolligkeit ist nicht nur für dich als Mensch, sondern vor allem für die Katze ein ausgesprochen unangennehmer Zustand. Aber eine Katze, die nicht gedeckt und deshalb immer wieder (und in immer kürzeren Abständen) rollig und schließlich dauerrollig. „Dauerrollig“ ist aber nicht, wie der recht unglücklich gewählte medizinische Fachbegriff glauben machen mag soviel wie „dauernd rollig“, sondern ein pathologischer Krankheitszustand, der für die Katze nicht nur unangenehm, sondern höchst gefährlich ist. Es kann sowohl Gesäugekrebs als auch zur Zystenbildung (die ebenfalls in bösartige Geschwüre umschlagen können) und frag mich nicht was sonst alles für Krankheiten kommen.
Die Kastration ist zwar ein operativer Eingriff, aber unter dem Strich in jedem Fall die beste Alternative für alle Beteiligten, wenn du mit dem Tier nicht züchten möchtest, was in Anbetracht des ohnehin schon bestehenden Katzenelends von unendlich vielen überflüssigen, überzähligen Katzen nun wirklich nicht empfehlenswert ist. Die einzige „Charakteränderung“ die durch die Kastration ausgelöst wird, ist dass das Tier ruhiger und ausgeglichener wird, da sie nicht mehr durch ihre eigenen Hormone zur Vermehrung gepeitscht wird. Dem Tier fehlt es ganz sicher an nichts, sie fühlt sich wohler und bleibt aller Vorraussicht nach auch gesünder als wenn sie sich ständig mit Rolligkeiten herumplagen muss. Was wie gesagt ohnehin nicht unbegrenzt lange geht, bevor sie ernsthaft erkrankt.
Für Katzen, die zu einem späteren Zeitpunkt noch Kinder bekommen können sollen, gibt es auch noch die Möglichkeit, die Rolligkeiten jeweils medikamentös zu unterbinden (Pille für die Katze), davon ist aber bei längerer Anwendung in jedem Fall abzuraten, weil diese Katzenpille sehr große Nebenwirkungen hat und bei längerem Gebrauch ebenfalls zu nicht überblickbaren Gesundheitsrisiken führt.
Für eine Katze, die ohnehin nie Kinder kriegen soll, ist also die absolut einzigrichtige Maßnahme, sie schnellstmöglich kastrieren zu lassen, sobald die jetzige Rolligkeit beendet ist (kann vom Tierarzt auch medikamentös abgebrochen werden).
Liebe Grüße
Nena
Darüber hinaus drängen
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