rollstuhlgängige Mitreisende

hallo gemeinde
das hat mir gerade unsere gruppenreisen-abteilung zur korrektur gegeben :

„Bitte informieren Sie uns vor der Reise über allfällige rollstuhlgängige Mitreisende…“ *brüll*, das kann’s ja wohl nicht sein, oder ?

doch wohl eher : Bitte … bla-bla, ob Rollstuhlfahrer unter den Mitreisenden sind…

oder wisst ihr was besseres ?
grüssli, fred

Hallo Fred,

Deine Variante finde ich auch zweifelsfrei die sinnvolle. Das andere ist pure Pein, weil man die Tatsache nicht ansprechen möchte, aber nicht umhin kommt. Dabei sprechen Rollstuhlfahrer ja über sich selbst bekanntermaßen humorvoll als Rollis. Also keine falsche Scham und lieber klare Wortwahl.

Liebe grüße,

Susanne

Moin, moin, Fred,

also, diese Ausdrucksweise ist menschenverachtend; da fühlst Du vollkommen richtig. Ein Auto ist geländegängig, und wenn man solch einen Ausdruck auf Menschen anwendet, wertet man diese Menschen zu einer Sache ab.
Was hältst Du von „Behinderte - oder behinderte Mitreisende - die auf einen Rollstuhl angewiesen sind“? Oder einfach „Rollstuhlfahrer“

Gruß - Rolf

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Hallo fred,

doch wohl eher : Bitte … bla-bla, ob Rollstuhlfahrer unter
den Mitreisenden sind…

„rollstuhlgängig“ ist nicht menschenverachtend, sondern in diesem Zusammenhang einfach falsch. Rollstuhlgängig kann eine Zugang, ein Gebäude, ein Bahnhof etc. sein: Der Begriff bezeichnet nicht die Eigenschaft eines Menschen, sondern eines Weges, den dieser zurücklegen kann oder nicht.

Rollstuhlfahrer sind grade „Mode“; genau gleichzeitig werden z.B. die Fenster von Bussen und Straßenbahnen so mit flächendeckender Reklame zugeschmiert, dass ein Mensch mit beginnender Hornhautablösung, der bloß „ungefähr“ sieht und sich vorher noch orientieren konnte, dieses jetzt nicht mehr kann. In Fahrstühlen findet man brav an den Tasten für jedes Stockwerk die Zahl in Braille geprägt, aber die schlauen Konstrukteure haben selten daran gedacht, dass es für jemanden, der nicht sieht, was vor der Tür ist, auch ganz interessant wäre, zu wissen in welchem Stockwerk er sich grade befindet…

Vor etwa 25 Jahren, als wir eine neue Mitbewohnerin für die WG suchten, bekamen wir Besuch von einer Interessentin, die knapp einmeterzwanzig groß ist. Sie konnte innert kürzester Zeit bei einem Rundgang feststellen, ob sie in der Wohnung leben könnte oder ob die für sie notwendigen Hilfen bzw. Umbauten zu aufwendig wären.

Zur Quintessenz: Die Frage nach Rollstuhlfahrern ist im Ansatz falsch gestellt. Es gibt eine Vielzahl von Menschen, die Hilfen unterschiedlicher Art benötigen und in der Regel wissen, welches die Dinge sind, an die ein anderer nicht denkt. Es kann um Linkshänder-Korkenzieher, Hilfen zur Rotgrünunterscheidung, Schallschutz, Treppenbeläge und -Geländer oder eben auch Rollstuhlrampen gehen.

Ich meine, dass die Frage in diesem Zusammenhang nur einen Sinn hat, wenn man sie auch so stellt: „…ob einzelne Teilnehmer besondere Hilfen irgendwelcher Art benötigen“.

Schöne Grüße

MM

rollstuhlgängige Mitreisende.

erinnert an die jüdischen mitbürger moslemischen unglaubens *ROFL*
einfach SCHRECKLICH als wenn rollstuhlfahrer ein pfuiwort wäre. obendrein grammatischer unsinn, denn ein rollstuhlgängiger mensch wäre ein wesen, das *auf* rollstühlen herumfahren kann, also zb. ein marienkäfer?

gruß
datafox