Hallo!
Sitz hier gerade über einem Essay, der über Romane sein soll, mit der Frage, ob der Roman ein weibliches Genre ist. Gibt es dazu von Eurer Seite
a) Kommentare,
b) Zahlen und Fakten (Wieviel % Männer/Frauen lesen Romane; wieviel % schreiben sie, oder so ähnlich…)
c) wenn der Roman ein weibl. Genre ist, wo ordnet Ihr dann Tim Robbins ein… ? 
Danke!
Jonas
ob der Roman ein weibliches Genre ist.
Hallo, Jonas, wenn man an die Leserinnen denkt, könnte das sehr wohl der Fall sein.
Im 18. Jhdt., als die Romane in Mode kamen, waren es hauptsächlich die Frauen, die diese lasen und es gab viele Autorinnen, die sehr erfolgreich waren, als Autoren wie Wieland, Klopstock noch mit Epen sich herumschlugen.
In den zahllosen Almanachen für „gebildete Frauenzimmer“ erschienen viele Romane erstmals.
Sogar Schillers „Geschichte des 30-jährigen Krieges“ wurde in einem solchen erstmals gedruckt.
Und so war es auch im 19. und 20. Jhdt. und ist wohl heute noch so, dass Frauen mehr lesen als Männer.
Gruß Fritz
Hallo Jonas,
die erste Stelle die da in meinem Gehirn geklingelt hat, war Ludolf Wienbargs „Tagebuch von Helgoland“ (Hamburg: Hoffmann & Campe, 1838. Reprint bei Athenäum ca. 1973. Auszüge auch in Wienbarg: „Nach Helgoland und anderswo“, Nördlingen: Greno-Verlag, Ende der 1980er?)
Wienbarg (1802 bis 72) war Abgehöriger des Jungen Deutschlands, wurde 1835 verboten, ging daraufhin für ca. ein Dreivierteljahr nach Helgoland und bettete in sein Reisetagebuch - als gescheiteter Ästhetik-Dozent mit nicht bewilligter Professur - auch eine Literaturtheorie ein, in der er die Gattungen nach Geschlechtern sortiert. Bzw. auch von „weiblichen“ Männern sprach. Den weinerlichen Werther z.B. ordnete er Goethes „weiblicher“ Seite zu, Faust I und Götz seiner männlichen etc. Ist ganz lesenswert. Vor allem vor dem Hintergrund, dass man die jungdeutschen Männer gerade wegen ihrer Romane verboten hat… War aber vermutlich eine Unterscheidung, die damals einfach „in der Luft gelegen“ hat.
Viele Grüße
Petra