Hallo,
weiss jemand warum es in der Romantik so oft zu diesen Horrormärchen und Depressionen kam.
Vielen Dank
Sophie
Hallo, Sophie,
nach der Epoche der Aufklärung, da alles Licht und Vernunft werden sollte, stellt die Romantik einen Pendelschlag in die andere Richtung dar.
Das Nächtliche, Dunkle, Irrationale, auch das Böse werden als bisher vernachlässigte Aspekte des Lebens entdeckt.
Es begann in England mit den sentimental stories und den gothic novels.
In den Hymnen an die Nacht von Novalis wird diese Hinwendung an die „Nacht“ ausdrücklich dargestellt.
http://gutenberg.spiegel.de/novalis/hymnen/hymnen.htm
Gruß Fritz
Hallo, Sophie und Fritz
weiss jemand warum es in der Romantik so oft zu diesen
Horrormärchen und Depressionen kam.
nach der Epoche der Aufklärung, da alles Licht und Vernunft
werden sollte, stellt die Romantik einen Pendelschlag in die
andere Richtung dar.
Das Nächtliche, Dunkle, Irrationale, auch das Böse werden als
bisher vernachlässigte Aspekte des Lebens entdeckt.
ergänzend dazu
…Die Sorge um die eigene Identität ist ein Thema von existenziellem Ausmaß bei vielen romantischen Autoren. Zweifel an der Realität des Bestehenden, Furcht vor unbekannten Mächte, Ungewißheit, und Unsicherheit, das Weltgefühl der Zerrissenheit, die Arbeitsteilungen, die beginnende Industrialisierung – all das führte zu einem Gefühl unmittelbarer Bedrohung. Ich-Spaltungen, Geistes kranke, Revenant-Gestalten (Geist, der aus einer anderen Welt wiederkehrt) tauchen bei J. Paul, Tieck und E.T.A.Hoffmann auf. Weltschmerz, Angst, Trauer und Wehmut über verlorengegangene Harmonie sind Themen, die u.a. bei Eichendorff häufig zu finden sind…
http://www.wolfgang.richardt.info/5-9.htm
Wichtig ist in diesem Zusammenhang sicher auch der Begriff „Weltschmerz“:
_Auch ist wohl Jean Paul als der Schöpfer des Worts
Weltschmerz
anzusehen. In seinem 1810 begonnenen posthumen Werke „Selina oder über die Unsterblichkeit“ … sagt er von Gott: „Nur sein Auge sah alle die tausend Qualen der Menschen bei ihren Untergängen. Diesen Weltschmerz kann er, so zu sagen, nur aushalten durch den Anblick der Seligkeit, die nachher vergütet.“ Hier also bedeutet das Wort entweder „Qualen aller Menschen“ oder „schmerzliches Mitgefühl Gottes für das Weltelend“.
Heine jedoch verlegte den „Weltschmerz“ dann in die empfindsame Menschenseele, indem er … bei der Besprechung des Bildes von Delaroche: „Oliver Cromwell vor Karls I. Leiche“ ausruft: „Welchen grossen Weltschmerz hat der Maler hier mit wenigen Strichen ausgesprochen“.
Es bedeutet hier „Schmerz für den fühlenden Menschen über die Vergänglichkeit alles Irdischen“.
[…]
Heine wiederum wendet dann das Wort in der Vorrede (1854) zu den „Geständnissen“ ironisch an im Sinne des Mitleids für das Weltelend, das auch „Schufte von Gefühl“ hegen …_
http://aronsson.se/buchmann/0257.html
Die „Horrormärchen“ hängen zusammen mit der romantischen Affinität zu allem Mythischen, Unheimlichen, Phantastischen:
…Die Romantik glaubte an die Macht des Ahnens, Schauens, der Intuition, pries das Reich der Phantasie und des Traums, bis hin zu den dunklen Bereichen der Seele.
http://mrg-unterricht.de/cnt/de/pdf/romantik.pdf
Mit dieser Thematik hat sich übrigens auch Freud befasst:
http://www.in-output.de/AKE/akeFreud.html
Gruß
Kreszenz