Rosen

Liebe/-r Experte/-in,
wir haben seit 3 Jahren eine Kletterrose in einem Kübel. Eigentlich soll sie bis 2m hoch werden, macht aber nach 1,2m schon Schluss (aber das ist nicht das Problem). Sie blüht im Juni immer sehr schön, nach der Blüte (und vereinzelt während) werden die Blätter gelb und spärlich. Vom kräftigen Düngen bis Spritzen gegen Russ und Mehltau haben wir schon alles probiert. Nach Zurückschneiden hat sie die letzten 3 Winter an der Hauswand gut überlebt, mickert aber dann doch irgendwie rum.
Habt ihr einen guten Tip?
Vielen Dank im Voraus
Andreas

Hallo!
Ich kann Dir nur einen Tip geben: rauspflanzen.

Es ist für mich nur sehr schwer vorstellbar, daß eine Kletterrose, die meist ganz locker mehr als 2m schafft dauerhaft in einem Kübel gedeihen kann. Mit Dünger kann man viel falsch machen (überdüngen, zur falschen Zeit düngen usw.)
Eine Rose ist ein Tiefwurzler und irgendwann gehen ihr im Kübel der Platz für die Wurzeln und die Nährstoffe aus.

LG
Susanne

Hallo Andreas,

Rosen in Töpfen über längere Zeit gut zu halten, ist nicht so einfach.

  1. Ist der Topf groß genug ?
  2. Um welche Rose handelt es sich ? (Es gibt sehr robuste und auch sehr anfällige Rosen).
  3. Rosen in Töpfen gedeihen meiner Meinung nach nicht über längere Zeit. Die Erde in den Töpfen wird ‚rosenmüde‘.

Ich habe schon mehrere Rosen in Töpfen gehabt, aber nach spätestens 4-5 Jahren ins Land ausgetopft, weil sie einfach ‚mickerten‘.
Mein Rat:
Wenn Du Wert auf 2 m Höhe legst, im Herbst nur ganz wenig in Form schneiden und im Frühjahr beim ersten Austrieb (wenn der größte Frost vorbei ist) nochmals nur das Nötigste schneiden. Darauf achten, daß von unten junge Triebe nachwachsen, damit Deine Rose keine ‚kahlen Füße‘ bekommt.
Überwintern an der Hauswand ist gut, ab und zu das Gießen nicht vergessen.
Spritzen: Gegen Sternrußtau so früh wie möglich nach dem Frühjahrsschnitt, wenn der erste Austrieb da ist. Das ist wichtig und erspart eine Menge an Spritzen im Sommer. In unserem Garten, der von hohen Hecken umschlossen ist und somit optimal für Sternrußtau ist, haben wir bis heute nur 3 x gespritzt. Beim Schneiden der verblühten Rosen passe ich aber immer auf und zupfe die vereinzelten gelben Blätter gleich ab.
Düngen: Nur nach Anweisung. Ich dünge 2 x und zwar beim Austrieb und nach der ersten vollen Blüte.
Und zum Schluß mein ganz persönlicher Tipp:
Sag Deiner Rose kräftig die Meinung, hau mit dem Stiefel vor den Kübel und drohe ihr: Wenn Du das nächste Jahr noch immer so mickerst, fliegst Du raus !
Du glaubst es nicht, aber manchmal wirkt das.
Und wenn nicht, mach Deine Drohung wahr und kauf Dir eine Neue.
Viel Erfolg !
Belinda

Hallo Susanne,
danke für die fixe Antwort.
Vielleicht war es wirklich eine Schnapsidee mit der Rose im Topf, aber das war son Mitnahmeding und im Garten haben wir kein adäquates (=sonniges) Plätzchen mehr übrig. Eine andere Rose („Gebrüder Grimm“) verhält sich übrigens tadellos im Topf.
Viele Grüsse
Andreas

Hallo Belinda,
danke für die schnelle, interessante und kurzweilig zu lesende Antwort.
Gleich heute Abend werde ich die Stiefel zücken…
Weiß leider nicht, wie diese Kletterrose heißt, aber eine „Gebrüder Grimm“ in einem anderen Topf verhält sich tadellos.
Auf die Idee nach der Blüte zu düngen wäre ich so nicht gekommen. Das könnte ich also noch machen.
Viele Grüsse
Andreas

Hallo Andreas,

Das die Rose deutlich niedriger bleibt, ist bei Haltung in einem Kübel ganz normal. Trotzdem sollte die Rose aber nicht mickern. Ich habe schon einige Gedanken, woran es liegen könnte, würde aber gerne noch Fragen stellen, um das Problem näher einzugrenzen.

  1. Wie hoch ist das Gefäß, in dem die Rose sitzt?
  2. Welche Erde wurde benutzt?
  3. Wie ist der Standort, sehr sonnnig ?
  4. Aus welchem Material besteht die Hauswand, strahlt sie Hitze ab?
  5. Wie genau sehen die gelben Bläter aus? Nur gelb oder mit Verfärbungen?
    Welche Wetterlage war ungefähr, als der Blattfall begonen hat?
  6. Wo treten die gelben Blätter auf? Unten an der Rose, oder an neuen Trieben?
    Und zum Schluß: Sind die Triebe durchgehend saftig grün oder weisen sie dunkle Verfärbungen auf?

Bin gespannt auf die Antworten, ich denke danach, kann ich recht gut bestimmen, was los ist.
PS : Ist zufällig der Sortenname der Rose bekannt?

Viele Grüße
Moya

Hallo Andreas,

da die Blätter im Sommer gelb werden, vermute ich, daß die Rose zu nahe an die Hauswand gepflanzt wurde.
Dadurch ist der Luftaustausch zu gering und Pilzkrankheiten breiten sich aus. Vorsicht, auch nicht zu sehr düngen!
Das Problem ist aber auch sortenabhängig! Ich habe seit 14 Jahren die „Sympathie“ Kletterrose (rot), die sehr robust ist und nicht gespritzt wird. Sie wird jährlich ausgelichtet und ist ca. 4 m hoch.
Grüße Birgit

Hallo Moya,

vielen Dank fürs Schreiben und Gedankenmachen.
Die Antworten im unteren Text.
Die Rose war eher so ein Mitnahmeartikel beim Kauf einer anderen (Gebrüder Grimm, die ist einwandfrei) und hat von Anfang an etwas rumgezickt.
Viele Grüsse
Andreas

Das die Rose deutlich niedriger bleibt, ist bei Haltung in
einem Kübel ganz normal. Trotzdem sollte die Rose aber nicht
mickern. Ich habe schon einige Gedanken, woran es liegen
könnte, würde aber gerne noch Fragen stellen, um das Problem
näher einzugrenzen.

  1. Wie hoch ist das Gefäß, in dem die Rose sitzt?

30cm Kunststofftopf

  1. Welche Erde wurde benutzt?

selbstgemachte Komposterde

  1. Wie ist der Standort, sehr sonnnig ?

eher ja, von 12-18 Uhr

  1. Aus welchem Material besteht die Hauswand, strahlt sie
    Hitze ab?

weißer Rauputz auf Ziegelsteinen

  1. Wie genau sehen die gelben Bläter aus? Nur gelb oder mit
    Verfärbungen?

eigentlich sind sie eher hellgrün, Tendenz gelblich, einige braune Flecken

Welche Wetterlage war ungefähr, als der Blattfall begonen hat?

direkt nach der Blüte wars eher noch sonnig und warm

  1. Wo treten die gelben Blätter auf? Unten an der Rose, oder
    an neuen Trieben?

an allen Trieben - auch neuen

Und zum Schluß: Sind die Triebe durchgehend saftig grün oder
weisen sie dunkle Verfärbungen auf?

am Blattrand eher rötlich aber insgesamt „saftig“ hellgrün

Bin gespannt auf die Antworten, ich denke danach, kann ich
recht gut bestimmen, was los ist.
PS : Ist zufällig der Sortenname der Rose bekannt?

leider nein

Viele Grüße
Moya

Hallo Andreas,
vielen Dank für Deine aufschlußreichen Antworten.

Ich denke, im Fall Deiner Rose kommen mehrere Faktoren zusammen.

  1. Der Topf
    Rosen sind Tiefwurzler. Das heißt, sie verankern sich im Boden mit Hilfe einer tief nach unten wachsenden, teilweise einige Meter langen Pfahlwurzel. Trifft diese Wurzel sehr früh schon auf eine unüberwindliche Sperre, sprich Topfboden, leidet die Pflanze und zeigt einen nur kümmerlichen Wuchs.
    Ein nur 30 cm hoher Topf ist also viel zu niedrig, Minimum währen 50cm Höhe, besser sogar 80 cm Höhe des Topfes, wenn deine Rose auf Dauer darin gedeihen soll.Der Ballen der Rose sollte nach allen Seiten einen Abstand von etwa 10 cm zur Gefäßwand haben. (Dient auch dem besseren Winterschutz der Wurzeln.)
    In der Regel muss man Rosen im Kübel nach zwei, spätestens drei Jahren umtopfen. Die Wurzeln haben nach diesem Zeitraum die Pflanzerde bis in alle Bereiche durchwurzelt, auch Hohlräume für die notwendige Bodenluft sind durch das Wurzelwachstum verloren gegangen. Zudem machen sich durch Düngung im Kübel zunehmend Salzschäden bemerkbar, weil die verbliebene Restmenge Erde nur noch in sehr geringem Umfang die toxisch wirkenden Stoffwechselprodukte der Wurzeln abpuffern kann.
    Kübel aus Kunststoff sind in Ordnung, man sollte aber bedenken, dass sich die Erde in ihnen recht schnell erwärmt. ( Daher meine Frage nach Standort und zusätzlicher Wärmeabstrahlung der Hauswand). Rosen reagieren auf solch ungewohnte Erderwärmung mitunter negativ. Die gelben Blätter könnten dadurch verursacht worden sein. Ebenfalls möglich ist ein so simpler Grund wie zwischenzeitliche Trockenheit.
  2. Erde
    Leider ist weder Kompost-noch aufgedüngte Balkonkastenerde für Rosen im Kübel geeignet. Diese Erden neigen zur Verdichtung und können mittelfristig nicht ausreichend Luft und Nährstoffe zur Verfügung stellen.Auch ist der Stickstoffanteil oft viel zu hoch, was zu verminderter Frosthärte der Rose führen kann. ( nach dem 15 Juli Rosendüngung einstellen!)
    Am einfachsten ist es auf fertig gemischte Kübelpflanzenerden aus dem Fachhandel zurückzugreifen. Zusätzlich kann man noch bis zu 10% Blähton in diese Mischungen einarbeiten. ( Verbessert langfristig die Erdstruktur).
    Wichtig ist auch eine Drainageschicht aus Tonscherben oder Blähton, etwa in der Stärke von 5% der inneren Kübelhöhe.
    Hellgrüne, ins gelbliche gehende Triebe deuten auf eine Chlorose durch Eisenmangel hin, die unter anderem durch kalkhaltiges Gießwasser, oder eben verdichtete Erde ausgelöst werden kann.
    Rötlicher Rand kann durch die kühleren Nachttemperaturen oder durch Kalimangel verursacht werden.
    Ob es sich bei den beschriebene dunklen Flecken um Sternrußtau handelt, kann ich aus der Ferne nicht genau sagen. Es wäre aber aufgrund der Jahreszeit und Wetterlage durchaus wahrscheinlich. Ich würde im Herbst auf jeden Fall das abgefallene Laub gründlich entfernen, dann startet die Rose befallsfrei ins kommende Jahr.
    Aber die wichtigsten Maßnahmen wären : Neuen Topf besorgen und Rose in geignetes Substrat umsetzen. Dabei kann die Rose durchaus um ca. 1/3 gekürzt werden.
    Ich vermute, wenn die beiden Hauptprobleme beseitigt sind, sollte auch die Chlorose nachlassen.

So, ich hoffe ich konnte Dir weiterhelfen. Wenn Du noch weitere Fragen hast, bitte einfach melden.
Viele Grüße
Moya

Hallo,

der Tip mag abgedroschen klingen. Aber deiner Rose fehlt einfach der Platz. Neue Faserwureln auch Adventivwurzelngenannt, können so kaum gebildet werden. Diese sind vor allem für die Wasser- und Nährstoffaufnahme von Nöten.

Also entweder du hast die Möglichkeit und pflanzt sie ein. Oder was bedingt funktioniert und auch in regelmäßigem Abstand zu wiederholen ist, wäre das Austauschen des Substrates.

Dies kann man komplett machen, indem man den Wurzelballen der Rose von der alten Erde befreit(womit gleichzeitig die Wurzeln etwas geschröpft werden sollten) und wieder in das Gefäß oder besser natürlich in ein größeres Gefäß eintopft. Dabei die Pflanze einkürzen. Bester Zeitpunkt dafür wäre jetzt (Ende Aug./Sept.), so kann noch neue Wurzeln gebildet werden und die Pflanze geht im Frühjahr los.

Wenn die Pflanze zu groß ist, kann man auch Löcher ins Substrat schneiden, womit die Wurzeln angeschnitten werden und sich auch neue Adventivwurzeln gebildet werden. Diese entstandenen Löcher mit Substrat füllen. Dies regelmäßig wiederholen. Dabei aber die Positione der Löcher abwechseln, so dass im Laufe der Jahre das Substrat komplett getauscht ist.

Ich hoffe ich konnte helfen.
Viel Erfolg.

Madlen

Hallo Moya,
du mußt ja wirklich ein Rosenliebhaber sein.
So eine umfassende und individuelle Antwort hab ich noch nie bekommen.
Vielen, vielen Dank.
Konsequenz: Rauspflanzen (irgendein Plätzchen wird sich noch finden).
Und wenn sie dann noch weiter mickert, wird sie um die Ecke gebracht.
Liebe Grüsse
Andreas

Hallo Andreas,

rauspflanzen ist natürlich die beste Idee. :smiley:

Und mit der Rosenliebhaberin hast du völlig recht, obwohl ich gestehen muss, dass ich auch beruflich zu den " Grünen" gehöre. (Ich leite die Rosenabteilung in einer Baumschule.) :smiley:

Viele Grüße
Moya

Hallo,
für einen Tipp muss ich noch ein paar Fragen stellen: Wenn sie ihn kennen: Wie lautet der Name der Rose? Ist es eher eine mit dünnen biegsamen Trieben (sogenannter Rambler) oder eine mit starken und festen Trieben? Wo steht die Rose? Himmelsrichtung? Zahl der Sonnenstunden pro Tag? Womit, wie oft und wieviel düngen Sie? Wie stark schneiden Sie sie zurück? Und wann? Welchen Winterschutz geben Sie?

Ihre Astrid

Hallo Belinda,
danke für deine ausführliche Antwort.
Wir werden dann wohl doch ein Fleckchen zum Auspflanzen finden müssen.
Viele Grüsse
Andreas

Hallo Birgit,
danke für deine ausführliche Antwort.
Der Luftaustausch an der Hausecke müßte eigentlich reichen.
Irgendwas hatte die Pflanze von Anfang an (war so ein Mitnahme Sonderangebot beim Gärtner.)
Wir werden dann wohl doch ein Fleckchen zum Auspflanzen finden müssen.
Viele Grüsse
Andreas

Hallo Madlen,
danke für deine ausführliche Antwort.
Wir werden dann wohl doch ein Fleckchen zum Auspflanzen finden müssen.
Viele Grüsse
Andreas

Hallo Astrid,
danke für die Antwort.
Welche Rose es ist, wissen wir leider nicht mehr.
Irgendwas hatte die Pflanze von Anfang an (war so ein Mitnahme Sonderangebot beim Gärtner.)
Sie hat nur dünne Triebe, steht Richtung Südwest und hat somit ca. 6 Std. Sonne.
Gedüngt wird sie mit Rosendünger von Aldi, 2X vor und 1X während der Blüte eine Handvoll.
Vor dem Winter wird sie zurückgeschnitten, bekommt einen Jutesack übergestülpt und steht vor dem Terassenfenster (aussen!).
Wahrscheinlich werden wir es jetzt doch mal mit Auspflanzen versuchen.
Viele Grüsse
Andreas

Ich halte Auspflanzen auch für die beste Lösung. Nach einigen Jahren muss auch eine Kübelrose umgetopft werden, also warum dann nicht gleich ins Freiland? Die Düngergaben würde ich reduzieren: bedenkt, dass der Rosendünger konzentriert ist und der Kübel nur klein. (Das wäre auch eine Erklärung für die dünnen Triebe.)
Pilzkrankheiten scheinen ja es nicht zu sein, da gespritzt wird und die Spritzmittel in der Regel gut anschlagen. Und: Am Ende ist Eure Rose gar keine Kletterrose, oft werden in Gartencentern falsch etikettierte Rosen verkauft.
Viel Erfolg und Freude an der Rose!
Astrid

Hallo Andreas!

Sorry, dass ich erst jetzt antworte, aber ich war im Urlaub!
Ich benötige noch ein paar wichtige Informationen von euch!
Wie heißt die Sorte?

Wenn Du das nicht weißt, dann beschreibe mir die Blüte! Ist für mich dann natürlich schwieriger.

Wie lange ist sie schon in dem Kübel?

Wo hast Du sie gekauft?

Duftet sie stark oder gar nicht?

Das müßte erstmal reichen. Bitte gleich eine Email an meine andere Adresse, weil ich ganz selten in mein altes Emailpostfach schau.

[email protected]

Bis bald!

Matthias Marek

Hallo Matthias,
auch ich war kurz im Urlaub und deswegen etwas verspätet danke für Deine Nachfrage.
Das Problem mit der Rose hat sich eigentlich erledigt, da sie (fast) hin ist. Sie hat keine Blätter mehr.
Ist aber nicht so tragisch, da sowieso Spontan-Restkauf.
Allen anderen Rosen bei uns gehts gut, da werden wir den einen Verlust gut verschmerzen.
Danke nochmal und Grüsse aus Bayern
Andreas