Rost am Rahmen

Ich brauche Deine/Eure Hilfe.
Und zwar habe ich kleine Roststellen an dem Rahmen meiner DR350
festgestellt. Gott sei Dank noch nicht an den Schweissnähten, aber ich habe einfach Angst, daß mir die Karre unter dem Arsch zusammenbricht wenn ich nichts dagegen mache.
Ich haben gelesen eine Pulvebeschichtung würde dieses Problem ein für alle Mal aus der Welt schaffen.
Ein Kollege hat mir emfohlen, den Rahmen Sandstrahlen und Kunststoffbeschichtenm zu lassen.

Was soll ich machen, und was ist überhaupt Pulverbeschichen,
und was kostet das?
Danke Mattes

Hy Mattes,

Du hast das größte Problem schon selber genannt.
Du hast eine Suzuki !
Ich bin selbst ehemaliger Suzuki-Fahrer und kann dir sagen, das du mit Rost leben mußt.
Die Dinger sind nicht nur in der Anschaffung billig, sondern auch in der Verarbeitung und wenn du den äußeren Rost vielleicht auch (erfolglos) bekämpfen kannst (der bei mir schon nach vier Wochen bei einer neuen Maschine anfing) so kommst du nicht in den Rahmen rein.
Aus meiner DR600 lief aus den unten offenen Rahmenrohren immer dir dicke braune Brühe.
Der Auspuff rostete auch nach wenigen Wochen.
Das ist halt Suzuki.
Fahr das Ding ein paar Jahre und stoß die wieder ab und überseh den Rost als Schönheitsfehler.
Winni

Pulverbeschichten ist hier echt das Beste.
Dazu wird der Rahmen ausgebaut, von Öl und Fett gesäubert, entgratet und alle Gewinde mit Schrauben verschlossen. Lenkkopflager mit großen Beilagscheiben und Gewindestangen abdecken. Eine echte Winterarbeit.
Herstellerschild entfernen und Fahrgestellnummer abkleben, sonst macht der TÜV Ärger.
Hitzebeständiges Klebeband haben die Beschichter.

Löcher ohne Gewinde kann man wieder freibohren und Gewinde freischneiden. Schwinge, Ständer und Motorhaltebleche nicht vergessen.
Der Beschichter strahlt den gut abgedeckten Rahmen dann.
Ist gut, wenn er Erfahrungen mit Motorradrahmen hat.
Also lieber nicht in einer beliebigen Firma machen lassen, nur weil die um die Ecke Gartenstühle herstellt.
Kaputtgestrahlte Lagersitze und Gewinde sind nicht so gut.

Dann wird der Rahmen aufgehängt und meist per Hand mit einer Art Spritzpistole mit Kunststoffpulver bespritzt. Der Vorteil ist, daß sich das Pulver an den Kanten nicht wie beim Lackieren wegen der Oberflächenspannung dünner auflegt, sonder wegen dem elektrischen Feld an den Kanten gerade dicker als wo anders ist.

Das Pulver gibt es in allen RAL-Farben.

Dann werden die Teile bei 180-220 Grad erhitzt und der Kunststoff aufgebrannt. Sieht bei nicht flächigen Teilen (Tank oder so ist nicht so gut) super aus und ist jeder Lackierung überlegen. Sieht super aus und hält auch an Motorschutzblechen von Trial-Maschinen. Platzt dann ähnlich wie Emaille, nur nicht so groß ab. Kann man mit normalem Lack ausbessern.

Außerdem ist Rahmen lackieren extrem schwierig. Rentiert sich nur bei Spezialfarbtönen.
Vernickeln, Verchromen oder Verzinken sieht der TÜV nur gern von Spezialisten mit Gutachten. Ist auch problematisch wegen Wasserstoffversprödung des Materials.

Dann Kiste wieder zusammenbauen.
Kostet je nachdem zwischen 250 und 400 DM.
Für mich hat das ein Betrieb in Hammelburg in Unterfranken gemacht. Salch oder so. Steht immer in der MOTORRAD.
Super Arbeit.

Ich habe schon einmal eine Bultaco und eine DR650 beschichten lassen. Und meine Autofelgen auch (war billig, aber die Farbe war grau). Man muß die ganze Kiste aber zerlegen und braucht neue Lenkkopflager und bei den geforderten Enduro-Suzuki ist meist die Schwingenlagerunge auch im Eimer

Ist aber viel Arbeit, rentiert sich das wirklich?

Ich hoffe, Du bist jetzt schlauer.

Gruß
Ralf

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Hi Mattes,
das Kunststoffbeschichten ist eine tolle Sache.Aber:
1.) sehr aufwendig
2.) wenn der Rost die Schicht unterwandert,kannste das Zeug wie
bei einer Pellkartoffel wieder runterschälen.

So schnell rostet so ein Rahmen nicht durch.Ich kenne englische
Motorräder,die 20 Jahre in Südafrika vor sich hingegammelt sind.
Alles morsch und zerbröselt,aber der Rahmen war noch ganz o.k.
Ich würde entrosten,grundieren,lackieren und dann zur Pflege mit
Sprühöl dünn einnebeln.Der restliche Aufwand lohnt nur bei einer
vollständigen Restaurierung.
Gruß Sebastian