Rostende Leitungen

Hallo Experten,

bei meinem Mondieu (Bj. 1997) sind (die) vier Bremsleitungen verrostet. Diese auszutauschen ist teuer, weil sie schwer zugänglich sind. Das scheint ein häufiges Problem zu sein, denn diese Leitungen sind bereits vergriffen und müssen von der Werkstatt extra angefertigt werden. Ich hatte vorher schon einmal ein altes Auto, bei dem war es das gleiche mit der Kraftstoffleitung.

Meine Frage: Warum verbaut man sicherheitsrelevante, kaum beanspruchte und schwer zugängliche Leitungen, die rosten können? Die paar Pfennig, die Edelstahlröhrchen teurer sind, aber das auch nur vielleicht…

Ich kann gut verstehen, daß man in der automobilen Mittelklasse billigere Teile verbaut als in der Oberklasse, so daß beanspruchte Teile wie Fahrwerk und Nebenaggregate eine geringere Lebensdauer haben.
Einmal hatte ich einen Nissan sein ganzes Leben lang. Bei dem waren nach 80 tkm Fahrwerk, Anlasser, Wasserpumpe, Thermostat hinüber, und als das nach weiteren 80 tkm erneut losging, war die Karrosserie verrostet, und das Automobil somit sanft an Altersschwäche verstorben. Das finde ich in Ordnung, es war ja auch nur halb so teuer gewesen wie ein Mercedes vergleichbarer Gestalt.

Aber wenn sich von einem Autotyp herumspricht, daß er im Alter von 10 Jahren dazu neigt, das Bremsen zu verlernen oder sich auf dem Parkplatz zu verbrennen, dann sind das ja wohl Argumente, durch welche die Position des Neuwagenkäufers bei der Diskussion über den Kaufpreis gestärkt wird.

lG

w

Hallo,

nun ist Edelstahl aber nicht geeignet als Material für Bremsleitungen.
Das es im Materialbereich vielleicht bessere Lösungen gibt ist sicher möglich, aber auch die Karoserie wird nicht aus Edelstahl hergestellt (auch wenn Sie dann nicht rostet). Wir hatten hier letztens ja gerade das Thema das bei Neuentwicklungen immer mehr gespart wird.
Es liesse sich sicher realisieren wenn die Kunden beim Kauf mehr auf Langlebigkeit und Qualität achten würden. Die Praxis ist aber dass das Augenmerk vielmehr auf die Ausstattung gerichtet wird und da liegt der Hase im Pfeffer.
Für ein paar nicht wirklich notwendige Gimicks ist der Käufer bereit mehr zu zahlen.
Aus welchem Material irgendwelche Bauteile bestehen interessiert da eher weniger.

Gruss Sebastian

Hallo,

unabhängig davon, dass vielleicht manche Stahlsorten für entsprechende Bauteile ungeeignet sind, denke ich, dass das Hauptproblem folgendes ist:

Der Neuwagenkäufer könnte durch seine Möglichkeiten (dann kaufe ich eben jene Marke etc.) eine solche Entwicklung durchsetzen.
Der Neuwagenkäufer ist aber idR derjenige, dem es ziemlich egal sein dürfte, ob irgendetwas nach 10 Jahren rostet. Denn höchstwahrscheinlich hat er das Auto zu dem Zeitpunkt schon ein paar Jahre gar nicht mehr.

Den Gebrauchtwagenkäufer nervt’s. Der hat beim Hersteller keine Lobby.

Werkstätten freut’s, wenn sie Arbeit „ab Werk“ geliefert bekommen. Nun ja, bei fies zugänglichen Bremsleitungen vielleicht noch den Geschäftsführer, den armen Mechaniker weniger…

Aber insgesamt erkennt man doch die Entwicklung: Hochwertig hergestellte Fahrzeuge sind wertstabil, andere sind’s nicht (Ford, Fiat, Korea etc.).*
Hier spiegelt sich die „Macht“ des Gebrauchtwagenkäufers wieder.
Und wenn die Gebraucht-Preise zu tief sinken, ärgert’s den Neuwagen-Käufer auch wieder, und er sieht sich nach einer anderen Marke um, weil er nach 4, 5 Jahren noch ein paar Euro dafür haben möchte.

Grüße
formica

* Warum VW hier eine Ausnahme macht, ist mir unklar…