Hi Rolf,
Nach deiner Beschreibung würde dann das Fett riechen, da ein
Katalysator ja nicht verbraucht wird.
ich kopiere Dir mal die Zusammenfassung eines wissenschaftlichen Artikels, der in einer populären Chemiezeitschrift veröffentlicht wurde. Es ist hoffentlich nicht zu chemisch 
Non Olet
‘Es stinkt nicht’ sagte der Legende nach Kaiser
Vespasian zu seinem Sohn Titus und hielt ihm Geld aus
den Einnahmen seiner Urinsteuer unter die Nase, als
dieser ihm vorwarf, dass diese Steuer anrüchig sei.
Aber wir haben alle schon diesen muffig metallischen
Geruch wahrgenommen, wenn wir mit feuchten oder
verschwitzten Händen Eisen oder Rotgeld angefasst
haben.
Was riecht da nun- das Metall oder wir?
Erstaunlicherweise ist diese Frage erst vor kurzem von
Dietmar Glindemann et. al. zufriedenstellend
beantwortet worden (Angewandte Chemie 2006/118
S.7163-7169)
Bisherige Theorien gingen von Phosphorwasserstoff oder
anderen Phosphorverbindungen aus, aber Glindemann
konnte zeigen, dass diese Geruchstoffe nicht, oder nur
bedingt in Frage kommen.
Er ließ Testpersonen an Eisenproben riechen, die mit
künstlichem Schweiß befeuchtet wurden. Alle Probanden
erkannten sofort den typischen Metallgeruch sowohl an
der Haut, nach Berühren mit dem Gegenstand, als auch
am Gegenstand selber. Wurde die Haut mit
Eisen(II)Salzlösungen benetzt, entstand der gleiche
Geruch, Eisen(III) erzeugte den Geruch nicht.
Dieser Geruch trat auch bei Proben aus hochreinem
Eisen (Ultrapur) auf, so dass Phosphor & Co als
Geruchquelle nicht in Frage kamen.
SPME GC/MS (SPME = Solid Phase Micro Extraction)
ergab, dass C6 - C10 n-Alkanale und ungesättigte
Aldehyde und Ketone reproduzierbar nachweisbar waren.
Als Schlüsselkomponente wurde durch GC-Olfaktometrie
und klassischer Verdünnungsolfaktometrie 1-Octen-3-on
ausgemacht.
Da Eisen(II) die Geruchbildung auslöst, Eisen (III)
aber nicht lag die Vermutung nahe, dass eine
Reoxreaktion vorlag, was sich auch bestätigte.
Eisen(II) wurde durch Lipidperoxide zu Eisen(III)
oxidiert und bei dieser Reaktion entstanden die
geruchtragenden Oxoverbindungen. Die Lipidperoxide
wiederum wurden aus den Hautlipiden durch Kataklyse
mit Lipoxigenase oder UV-Einfluss und Sauerstoff
gebildet.
Wurde Blut auf der Haut verrieben, ergab sich ein
ähnlicher Geruch mit den selben Geruchstoffen. Dies
kann als Erklärungsversuch für die gute Wahrnehmung
dieser Verbindungen genommen werden, da frühere Jäger
so verwundete Tiere über den metallischen Blutgeruch
aufspüren konnten.
Um den Einfluss von Phosphor zu überprüfen, löste
Glindemann Gusseisen in sauerstofffreier 1 molarer
Salzsäure. Phosphorwasserstoff konnte als Geruchstoff
ausgeschlossen werden, weil seine Wahrnehmungsschwelle
zu hoch lag, allerdings entstanden andere sehr
intensiv riechende Organophosphorverbindungen, die
einen metallisch-knoblauchartigen Geruch hatten.
Speziell Methylphosphin und Dimethylphosphin wurden
als Schlüsselkomponenten identifiziert. Sie sind aber
nicht für den ’normalen’ Metallgeruch verantwortlich.
Somit hatte Vespasian also recht, nicht das Geld
stinkt, wir sind es selber.