Router als Access Point ohne weiteren DHCP

Guten Tag,
ich habe einen WRT54GL und benutze diesen als Access Point in zwei
unteschiedlichen Netzwerken als Kabelersatz. Das funktioniert soweit
auch ganz gut, bis auf folgendes:

Mein WRT bezieht per DHCP vom Hauptrouter eine IP. Und hat selbst
wiederum einen DHCP-Server laufen. Von diesem bekommt mein Notebook
dann eine IP zugewiesen.

Dieses „Unternetz“ verhindert allerdings das Drucken auf
Netzwerkdrucker, sowie die suche nach Freigaben im Netzwerk (IP/
Freigabe muss per Hand eingetragen werden).

Ich sehe zwei Lösungsmöglichkeiten:

  1. Der WRT bezieht eine IP vom lokalen Router und gibt diese direkt
    an mein Notebook weiter.
  2. Der WRT arbeitet wie ein Switch, nur mit zusätzlichem WLan Port.

Wie lässt sich eine der Lösungen konfigurieren?
Auf dem Router ist die Standard Firmware installiert.

Danke für die Hilfe
MfG Gabriel

Dieses „Unternetz“ verhindert allerdings das Drucken auf
Netzwerkdrucker, sowie die suche nach Freigaben im Netzwerk
(IP/
Freigabe muss per Hand eingetragen werden).

Das liegt am Design des Microsoft Netzwerkbrowsers und der Standard-Namensaulösung (ohne WINS/DNS arbeitet sie mit Broadcasts und ist auf das lokale IP Subnetz beschränkt). Windows kann wegen seines Broadcast-basierten Suchmechanismus nicht über Router drüber „sehen“.

Um die Namensauflkösung zu flicken musst Du entweder einen DNS, einen DDNS der einen WINS Server betreiben (und seine IP Adresse an die Clients verteilen), dann kannst du sie zwar immer noch nicht in der Netzwerkumgebung sehen, aber \computername\freigabename statt \ip des Computers\Freigabenname klappt dann.

Drucker sind etwas diffiziler, weil sie idR keinen NETBIOS und kein WINS können, und nur DNS statt DDNS (außer Du meinst einen Drucker, der von einem PC Client/Server freigegeben wird, dann ist er wie eine Dateifreigabe zu behandeln). Normalerweise spricht man Drucker aber in schöner alter UNIX Manier nicht über Namen sondern uber den Microsoft TCP/IP Drucker Port Monitor an, und der arbeitet normalerweise auf IP Adressen Basis.

Wenn Du Deine Drucker mit TCP/IP nicht erreichen kannst, hast Du wahrscheinlich auf den Druckern das Standardgateway vergessen einzutragen. Oder Du versuchst entgegen meiner Annahme, Drucker über Namen zu erreichen. Damit das dann klappt, könntest Du:

* den Druckernamen manuell in WINS und/oder (D)DNS einflegen
* einen Drucker suchen der DDNS kann (bisher bei mir: 0 Treffer :smile:
* einen Drucker suchen, der WINS kann (HP JetDirect Drucker können das!) und WINS in Betrieb nehmen. Kostet nicht viel, ist aber im Zeitalter von DDNS verpönt. Und die Drucker bekommen dann kryptische (aber im Drucker änderbare!) Namen wie „NP233A4D“
* das DHCP Relay installieren, und auf Deinem DHCP Server die Einstellung, dass DHCP automatisch WINS/DNS Registerierungen für „Downlevel Clients (NT4))“ vornehmen soll aktivieren. Setzt wieder voraus, dass Du WINS und DNS oder beide installierst.

Eine völlig andere Thematik ist dann noch das grafische Suchen (Browsen) nach Clients über die Netzwerkumgebung. Da hat Microsoft nie eine richtig funktionierende Lösung für die Problematik der IP Subnetze zustande gebracht. Deshalb sucht man Freigaben und Drucker neuerdings über das Active Directory, muss sie dort aber, wenn sie nicht auf einem DC angelegt werden, separat einpflegen, und die User daran gewöhnen, die bequeme Netzwerkumgebung gegen die wenig bequeme AD Suchmaske zu tauschen.

Ich sehe zwei Lösungsmöglichkeiten:

  1. Der WRT bezieht eine IP vom lokalen Router und gibt diese
    direkt
    an mein Notebook weiter.

Das würde alleine nichts bringen. Die Existenz des Subnetzes blockt die Broadcasts der Namensauflösung, und nicht die Frage, ob der WRT Router oder eine andere Kiste den DHCP Server spielt.

  1. Der WRT arbeitet wie ein Switch, nur mit zusätzlichem WLan
    Port.

Manche Router können das tatsächlich. Schau mal, ob er einen „Bridge Modus“ oder so untestützt (unwahrscheinlich …). Bei Routern mit eingebautem LAN Switch oder Hub ginge das sogar automatisch, Du lässt dann die DSL Seite unbeschaltet und verbindest einen der LAN Ports Crossover mit Deinem normalen LAN. Dann entfällt auch das eigene IP Subnetz, der DHCP und alles :smile: Allerdings hast Du dann den Broadcast Verkehr Deines LAN auf dem WLAN. Ich habs mal nachgemessen: ein gesundes 100 Mbit LAN mit etwa 600 Clients hat eine Broadcastrate von etwa 5%, also knapp 5 MBit Broadcast. Wenn der Router kene Broadcasts wegrationalisiert (durch Caching … Handbuch lesen …), dann bekommst Du 5Mbit Broadcasts aufs WLAN drauf, und das tut weh, wenn man im WLAN (real) mit maximal 20 Mbit unterwegs ist - eher weniger.

Ich finde deshalb das eigene Subnetz das geringere Übel. Leider handelst Du Dir damit die beschriebenen Probleme mit der Namensuflösung (100% lösbar) und dem Browsing (nicht lösbar) ein.

Bei Firewalls der gehobenen Preisklasse kann man manchmal extra wegen der Namensauflösungsproblematik eine Sonderbehandlung für NETBIOS Broadcasts einschalten (Nennt sich dann NETBIOS Gateway, WINS Gateway (würg), WINS Proxy, NETBIOS Weiterleitung, was eben den Herstellern so einfällt. Der Router leitet dann nur die NETBIOS Broadcasts weiter, und das reicht für Namensauflösung und Computersuche. Das sind typischer Weise etwa 50% des Broadcastaufkommens, in meiner Milchmädchenrechnung also immer noch 2,5MBit - eine Menge Holz für ein armseliges WLAN. Ob Deiner das kann wage ich zu bezweifeln, Consumer Geräte sind normalerweise sehr spartanisch ausgestattet, Handbuch hilft eventuell weiter.

…Armin

Vielen Dank,
für die vielen ausführlichen Antworten. Ich werde mich an die umsetzung machen. Wenn ich Fragen habe, melde ich mich wieder.

MfG Gabriel