Routing im Navigationssystem

Hallo !

Ich hatte am Wochenende das Vergnügen als Beifahrer einen Ausflug in einem Audi A6 (ca 3 Jh) zu machen. Den Hinweg habe ich von Hand mit Hilfe der Karte ausgesucht -> Ergebnis:
85 km und 1h 35 min Fahrzeit.
Auf dem Heimweg haben wir das Navigationssystem walten lassen-> Ergebnis: 119 km 2h 10min Fahrzeit. Dabei muss ich noch erwaehnen, dass wir den Versuch irgendwann abgebrochen haben, weil am Ende wieder ein sehr unsinniger (grosser Umweg) Routenvorschlag kam.
Die verwendete Datenbasis scheint sehr vollstaendig zu sein (auch sehr kleine Straßen wurden sofort erkannt). Das Problem kann doch eigentlich nur im Routing- Algorithmus der Software stecken. Ausserdem stimmte die berechnete Entfernung nicht (55km statt 85km auf der Hinfahrt)
Ist das ganze nun eher ein Ausrutscher, oder oft so ?
Ich habe die selbe Strecke von einer grossen teuren PC- Software berechnen lassen und als Ergebniss eine Route, welche fast identisch der manuell gewaehlten Strecke ist, erhalten.
Das deutet doch daraufhin, dass die eingesetzte Software des Nav- Systems nicht sonderlich gut ist, oder ??

Bin gespannt auf Eure Erfahrungen.

Andreas

Hallo Andreas,

es ist bekannt, daß sich die Fähigkeiten der Navigationssysteme sehr stark unterscheiden. Einschlägige Tests in den Autozeitungen zeigen, daß manche Produkte im Vergleich erheblich umständlichere Routen wählen, als andere.

Ich kann nur von den Erfahrungen eines Freundes mit einem Becker Traffic Pro (Software Version 3.0) berichten, der durch das Navigationssystem erheblich schneller zum Ziel findet als von Hand. Nicht, daß er sich z.B. in Hamburg nicht auskennen würde, aber das Traffic Pro findet in den aller meisten Fällen die wirklich schnellste Route heraus. die vorgeschlagene Route ist zwar manchmal ein wenig gegen die Gewohnheit aber im Mittel wirklich schneller als die eingefahrenen Routen, an die man sich ohne Navigationssystem gewöhnt hat.

Was das Navigationssystem in dem Audi angeht, würde ich vielleicht mal nach einem Update für die Software suchen. Vielleicht funktioniert es dann zuverlässiger.

Bis denn dann,

Felix

Hallo Andreas,

ich kann mich Felix nur anschließen.

Wir fahren auch oft mit dem Navigationssystem, obwohl wir die Strecke kennen…es hat sich bisher immer als sehr zuverlässig und gut erwiesen.

Das Update ist allerdings verdammt wichtig.

Mein Schwiegervater hat seins vor 2 Jahren das letzte Mal gemacht und müßte, wenn er eine gleiche Strecke eingibt, einen ziemlichen Umweg fahren.

Und dann kommt es natürlich noch sehr darauf an, wie man progammiert…wenn man z.B. als bevorzugte Straßen die Landstraße eingibt, hat man ein Prob.
Ich will dir um Gottes Willen nicht unterstellen, du würdest dich mit dem System nicht auskennen…nur ist es doch ziemlich komplex und ich habe eben genau diesen Fehler anfangs gemacht bzw. habe schlicht einiges übersehen.

Greetings,
Vanessa

Hallo Vanessa !

ich kann mich Felix nur anschließen.

Wir fahren auch oft mit dem Navigationssystem, obwohl wir die
Strecke kennen…es hat sich bisher immer als sehr
zuverlässig und gut erwiesen.

Zweifellos waeren wir auch am Ziel angekommen.

Das Update ist allerdings verdammt wichtig.

Das Auto ist wie gesagt 3 Jahre alt und ich glaube nicht, dass schon mal ein Update gemacht worden ist.

Mein Schwiegervater hat seins vor 2 Jahren das letzte Mal
gemacht und müßte, wenn er eine gleiche Strecke eingibt, einen
ziemlichen Umweg fahren.

Und dann kommt es natürlich noch sehr darauf an, wie man
progammiert…wenn man z.B. als bevorzugte Straßen die
Landstraße eingibt, hat man ein Prob.
Ich will dir um Gottes Willen nicht unterstellen, du würdest
dich mit dem System nicht auskennen…nur ist es doch
ziemlich komplex und ich habe eben genau diesen Fehler anfangs
gemacht bzw. habe schlicht einiges übersehen.

Die Route war generell nur ueber Landstraße zu fahren (keine Autobahn in der Naehe). Allerdings handelte es sich ja auch nicht um mein Auto (fahre immer 2 bis 3 Nummern kleiner :smile:) Die Programmierung hat der Fahrer gemacht, er hat allerdings nicht erwaehnt (wahrscheinlich auch nicht gewusst) das man irgendwelche Optimierungskriterien eingegeben kann.
Bei der von mir getesteten PC- Software z.B. kann man ja auch auf Fahrzeit oder kuerzeste Strecke optimieren. Besonders bei Optimierung auf kuerzeste Strecke kommen verstaendlicherweise echt kuriose Zick-Zack- Routen raus. Werde nochmal nachfragen, ob er sich mit den Einstellmoeglichkeiten des NAV-Systems vertraut gemacht hat.
Allerdings waren die berechnete Entfernung zum Ziel einmal sehr fehlerhaft (55 statt 85km nach Tacho).
Das automatische Routing ist uebrigens kein triviales Problem fuer einen Computer. An der Fakultät Mathematik der Uni Jena gabs mal eine Diplomarbeit, die sich mit dem Vergleich verschiedener Routenplanungsprogramme beschaeftigt hat.
Danke fuer Deinen Hinweis.

Andreas

Hier aus dem ‚Stern‘…
Hallo alle,

hier aus dem Stern:

AUS STRASSEN WERDEN BITS

Ein Heer von Kartografen ist unterwegs, um die Navigationsgeräte in den Autos mit Daten zu versorgen. Der stern begleitete ein Team

Vier Bildschirme glotzen uns an. Alle zeigen den Hambur ger Hafen - Straßen, Wasserbecken, Rangierbahnhöfe. Holger Iversen hat einen Laptop auf den Knien. Der zeigt das Gleiche noch einmal - nur größer.

Das Auto, in dem wir sitzen, rollt mit Tempo 30 durch die Straßen. Iversen hält Ausschau nach Straßennamen, Wegweisern, Vorfahrtschildern. Alles, was neu ist im Verkehr, hält er fest. Er spricht die Änderungen in ein umgeschnalltes Mikrofon, das sie gleich auf der Festplatte seines Laptops speichert. Im heimischen Büro muss er die Änderungen nur in den elektronischen Stadtplan eintragen.

Was Iversen mit einem Mitarbeiter hier treibt, ist „Feldbegehung“. Seine Firma Navtech liefert Daten für Navigationssysteme, wie sie seit ein paar Jahren in Autos eingebaut werden. Ein kompliziertes Unternehmen. Denn es genügt keinesfalls, eine Landkarte zu kaufen und elektronisch einzuscannen. Solche eingelesenen Karten wären nicht „navigierbar“. Der Computer im Navigationsgerät könnte daraus nicht errechnen, welche Strecke am schnellsten von A nach B führt oder wo der Fahrer abzubiegen hat - alles Angaben, die von einem modernen Navigationsgerät erwartet werden. Die Straßenkreuzungen müssen vielmehr als Datensätze am Bildschirm eingegeben werden - Stück für Stück, in aufwendiger Handarbeit.

Vor zwölf Jahren begann die Datensammelei. Iversen: „Die Straßen der Bundesrepublik haben wir jetzt komplett erfasst - bis ins kleinste Dorf.“ Das sind rund sechs Millionen Datensätze mit je 150 Einzelinformationen. Immerhin unterhält die Republik ein Straßennetz von 1,1 Millionen Kilometern. Die längste Straße, so fanden die zumeist gelernten Kartografen beiläufig heraus, ist die Frankfurter Straße in Köln mit 15,5 Kilometer.

Die immense Arbeit lohnt freilich nur dort, wo Aussicht auf Rendite besteht - wo also genügend potenzielle Käufer für ein Navigationsgerät samt CD-Rom mit dazugehörigen Straßendaten leben. Für Afrika, wo auf dem gesamten Kontinent weniger Autos angemeldet sind als in Berlin, gibt es mangels Käufern keine elektronischen Landkarten.

Doch abgeschlossen ist die Datensammelei auch in den hoch entwickelten Ländern niemals. Straßen werden neu gebaut, verbreitert oder umbenannt. Einbahnstraßen ändern ihre Richtung. Kreisel werden eingerichtet. „Mehr als 20 Prozent aller Navigationsdaten müssen jedes Jahr erneuert werden“, erklärt Holger Iversen.

Das ist eine gute Gelegenheit, Fehler zu korrigieren: Gelegentlich warnt die synthetische Frauenstimme im Computer vor Kreuzungen, die es gar nicht gibt, und rät zum Abbiegen, wo es nur geradeaus geht. Legendär ist die Irrfahrt eines BMW-Lenkers, der im brandenburgischen Caputh in die Havel tauchte, weil sein Navigationsgerät ihm dort eine Brücke vorgaukelte.

Solche Aktualisierung erhält den „Feldbegehern“ ihren Job. Und von den Autofahrern wird erwartet, dass sie jedes Jahr eine neue CD-Rom mit den aktuellen Daten kaufen - zum Preis von 200 Mark aufwärts. Die Kosten müssen ja wieder eingefahren werden.

Informationen zum Thema finden Sie unter http://www.navtech.com, www.vdodayton.com oder http://www.skypower.de/streetpilot.htm

Bildunterschrift: Die kleinen Bildschirme sind serienmäßige Navigationsgeräte. Am Laptop werden aktuelle Änderungen eingegeben /

Fotonachweis: Jürgen Gebhard

Quelle: STERN Suchwort: Navigationssystem

gruß

dennis

Hi,

habe auch seit ein paar Wochen das Becker Traffic pro mit der 4.0er Software und bin vollends zufrieden.
Bisher hat es mir die Route immer sehr exakt berechnet, je nach Einstellungen: kurze Route, schnelle…, oder dynamische Route, bei der Autobahnstaus automatisch umfahren werden.
Ich denke, dass bei " Deinem " Gerät einfach nur ein Update nötig ist.

Gruss
Axel

Hallo Dennis!

Vielen Dank fuer Den Artikel.
Will dann wohl doch heissen, dass der Besitzer mal schleunigst eine Update CD kaufen sollte.

Gruss !

Andreas