Hallo Vincenzo,
wie der Reinhard schreibt, kann man keine Perfektion verlangen. Aber da diese Aspekte immer und überall gefragt werden, gibt es eine ganze Wissenschaft und sogar Gesetze dazu. Das Stichwort ist „EMV“, die „Elektromagnetische Verträglichkeit“. Man unterscheidet passive EMV - wieviel Störungen verträgt das Gerät - und aktive EMV - wieviel Störungen sendet es auch.
Bei der passiven EMV gibt es Normen zu leitungsgeführten Störungen, HF-Feld, ESD (elektrische Entladungen), Unterspannungen…
In den Normen ist beschrieben, zu welcher Klasse Geräte ein Gerät gehört, d. h., welche Grenzwerte gelten, und wie gemessen wird (physikalischer Messaufbau, erforderliche Betriebseinstellungen etc.).
Man mag sich darüber streiten, wie sinnvoll z. B. in eurer speziellen Situation die Norm ist, aber Unsinn ist sie keinesfalls. Das hat schon Hand und Fuß, und es ist kein Pappenstiel, der da verlangt wird!
Aber das Wichtigste: Wenn die Normen nicht erfüllt werden, darf das Gerät (in der EU) nicht verkauft werden und der Kunde könnte dem Verkäufer mächtig vor’s Schienenbein treten. Wenn sie dagegen erfüllt werden, darf man sich ein CE-Zeichen erteilen und der schwarze Peter ist zunächst beim Kunden. Wenn z. B. ein Wettbewerber Wind davon bekommt, dass ein Gerät ohne oder gar mit ungerechtfertigtem CE-Zeichen verkauft wird, hat man noch größere Probleme. Ja, einfach mal was Elektronisches bei uns bauen und verkaufen ist nicht mehr!
Nun muss ich bei meinen Entwicklungen das alles auch erfüllen, aber, da die Messungen und Nachbesserungen die Spezialisten bei uns (oder die außer Haus) machen, kann ich dir die einschlägigen Normen (EN55055 oder so ähnlich, und viele andere) nicht einmal nennen. Aber die zu finden ist der allerkleinste Teil auf dem steinigen oder teuren Weg, der da vor euch liegt, wenn ihr es ernst meint.
Die dazu gehörigen Geräte kann man natürlich auch kaufen. Das ist aber ein ganzer Messgerätepark, bis hin zu einer Absorberhalle.
Viele Grüße
Uwe