hi Carsten
das rich text format (rtf) wurde zu den anfangszeiten von windows von microsoft als quasi „offener standard“ für formatierte dokumente definiert, um als basis für die damals verwendeten hilfedateien zu dienen. rtf-dokumente konnten mit einem von microsoft gratis zur verfügung gestellten compiler in hilfedateien (inkl. hypertext-funktionalität - heute würde man hyperlinks oder nur mehr links sagen) umgewandelt werden.
von prinzip her ist es eine menschenlesbare auszeichnungssprache, ähnlich wie latex oder html.
damit kommen wir auch gleich zu den vorteilen bzw. problemen: der rtf-standard wurde über die jahre ständig weiterentwickelt und mit neuen funktionalitäten angereichert. d.h. es gibt ständig neue „auszeichnungselemente“ (heute würde man tags sagen - auch wenn die tags von rtf etwas anders als die von html aussehen) mit neuen funktionen. es gibt nun etliche text-editoren, die rtf unterstützen. aber nicht alle editoren unterstützen auch sämtliche tags. nicht unterstützte tags werden normalerweise ignoriert - wodurch die entsprechende formatierung bzw. funktion dann im dokument nicht angezeigt wird. je nachdem wie schlau der programmierer war bleiben nicht erkannte tags dann im dokument oder werden beim nächstenspeichern rausgelöscht.
langer rede kurzer sinn: ein rtf-dokument kann von unterschiedlichen editoren sehr wohl unterschiedlich angezeigt werden. gerade bei komplexen formatierungen kann der unterschied erheblich sein (z.b. kann es sein, dass speziell positionierte texte überhaupt nicht angezeigt werden). aber üblicherweise ist rtf zumindest aufwärtskompatibel, d.h. rtf-dokumente, die von einem einfachen rtf-editor erstellt wurden, können mit umfangreicheren editoren geöffnet und meist inkl. aller formatierungen angezeigt werden. umgekehrt geht es nur, wenn man nicht den vollen umfang der funktionen des editors ausnutzt.
also: dokumente, die mit writepad erzeugt wurden, schauen unter word meist genauso aus wie mit writepad. dokumente, die mit word erzeugt wurden, können unter writepad etwas anders aussehen.
wie schon erwähnt sind sich html und rtf rein technisch gar nicht mal so unähnlich: beides sind menschenlesbare auszeichnungssprachen, verwenden also tags mit metainformationen für die formatierung mit denen der text markiert wird. beide formate haben das problem, dass die anzeigeprogramme nicht immer den vollen standard unterstützen. allerdings ist der funktionsumfang doch ziemlich unterschiedlich: html wurde von vornherein für online-dokumente mit verlinkten inhalten definiert - vernünftige druckunterstützung wurden erst viel später eingebaut. rtf war von anfang an für druckbare dokumente definiert, die aber auch elektronisch verarbeitet werden können (eben für die online-hilfe).
erstellt man aber ein simples dokument mit word, speichert es einmal als rtf und einmal als html und vergleicht dann die beiden dateien, so sieht man aber sehr deutlich, dass sie sich inhaltlich (also von der syntax der tags sowie dem strukturellen aufbau der dokumente) doch massiv unterscheiden.
lg
erwin