angenommen, eine niedergelassene Dachreinigungfirma begutachtet im Auftrag eines Hauseigentümers ein Haus, erstellt ein Angebot für Reinigung und Neubeschichtung (per Mail und per Post), und der Hauseigentümer antwortet per Mail mit der Erteilung des Auftrages. Einen Tag später erfolgt eine Auftragsbestätigung per Mail. Aus Witterungsgründen wird noch kein Termin der Firma für die Ausführung der Arbeit genannt.
Der Eigentümer erhält eine Woche später ein weiteres und viel günstigeres Angebot und würde nun lieber dieses annehmen.
Frage: Gilt bei dieser Art von Geschäft ein 14tägiges Rücktrittsrecht?
Einige Quellen sagen ja, einige sagen, daß es ein Werkvertrag sei, von dem man nicht zurücktreten, sondern den man nur kündigen kann und dem Auftragnehmer 5% des Auftragspreises schuldet (§ 649 BGB), was in diesem Fall ca. 200 EUR wären.
Hallo,
durch das Angebot und die folgende schriftliche Annahme des Angebots ist ein Vertrag zustande gekommen. Sonst könnte man ja auch nach getaner Arbeit sagen, dass man die Dienstleistung gar nicht wollte.
Man kann die Firma nur höflich fragen, ob diese vom Auftrag absieht.
Was natürlich sehr blöd ist, wenn Ihr einen zeitnahen Termin habt und die besagte Firma diesen Zeitraum nun nicht für andere Kunden nutzen könnte.
Das Kostet den Firmeninhaber dann bares Geld. Daher gibt es kein 14 Tägiges Rücktrittsrecht, sondern nur eine mögliche gegenseitige Einigung.
Generell finde ich es nicht richtig, wenn man jemanden beauftragt und im nachgang recherchiert und feststellt, dass man es günstiger hinbekommt.
Tipp: Erst recherchieren und dann beauftragen. Ist fairer für alle.
Man kann nur den Auftrag nach BGB § 649 kündigen mit allen Folgen.
Es muss nicht bei 5 % bleiben, die Firma kann auch mehr Kosten geltend machen. All das was sie bisher schon für den Auftrag ausgegeben hat und was nicht anderweitig verwendet werden kann.
PS: Dürfte aber schwer werden für die Firma, mehr als 5% geltend zu machen für Standardmaterial, das sie tagtäglich nutzt. Vermutlich wäre es für den Kunden leichter zu belegen, daß weniger als 5% angebracht wären.
Ah so. In 20 Minuten hat also die Sekretärin die Anfrage aufgenommen, hat einen Termin abgesprichen, ist der Meister vor Ort, spricht eine halbe Stunde mit dem Kunden, misst das Dach aus, erstellt ein Angebot, die Sekretärin druckt das aus, steckt es in ein Kuvert, klebt Porto drauf und schickt es weg.
Reife Leistung, toller Laden.
Oder Traumtänzerei von jemand mit ganz viel Ahnung.