Hallo,
Du hast bereits an den Antworten schon bemerkt, dass die Frage nach Kreuzschmerzen nicht so einfach zu lösen ist. Kreuzschmerzen sind etwas sehr häufiges, kommen in unterschiedlichen Altersstufen vor und können verschiedene Ursachen haben.
Natürlich sind sowohl der Orthopäde, als auch der Neurologe, als auch der Neurochirurg, als auch der Rheumatologe, als auch Osteopathen und Physiotherapeuten mit Kreuzschmerzen vertraut, trotzdem ist es vor der Behnadlung sehr wichtig zu erkennen welche Ursache die Kreuzschmerzen haben und das ist oft gar nicht so einfach.
Bei Kreuzschmerzen muß man damit rechnen, dass sowohl die Ursachenforschung als auch die Therapie lange dauern kann, deshalb sollte man sich einen Arzt des Vertrauens suchen, der egal welcher der genannten Disziplin angehörig, einem begleitet und beobachtet. V.a sollte er aber Erfahrung haben.
Es gibt fast niemanden der keine Kreuzschmerzen im Laufe seines Lebens bekommt. Der Altersgipfel ist einerseits bei ca. 30-50 J. und dann im höheren Alter.
Zumeist sind die Schmerzen pseudoradikulärer Form. D.h. sie tun so als würden sie von einer bestimmten Nervenwurzel ausgehen, entsprechen aber in ihrer Erscheinung keiner bestimmten Nervenwurzel. D.h. man kann hier keinen bestimmten Punkt als Ursache orten und es wird sich auch in der Bildgebung ( MRT,CT) keine Veränderung zeigen. In so einem Fall beginnt das theoretisieren um die Ursache der Schmerzen, man hat aber keinen bestimmten lokaliserbaren Angriffsort für eine gezielte Therapie und man beginnt zunächst einmal mit Medikamenten, die dem ganzen Einhalt gebieten sollen.
Man geht davon aus, dass es sich um krampfartige Veränderungen in der Rückenmuskulatur handelt, die im Rahmen einer chronischen oder plötzlichen Fehlhaltung auftreten und Mikrotraumen innerhalb der Muskulatur verursachen, die mit Schmerzen einhergehen. Diese Schmerzen wiederum rufen selbst eine Schonhaltung und eine krampfartige Reaktion der Muskulatur hervor womit der Schmerzzustand aufrechterhalten und möglicherweise sogar verstärkt wird.
Diese Art der Schmerzen terten oft bei jüngeren Menschen auf.
Bei den etwas Älteren ab 40 sind es in erster Linie degenerative Veränderungen, die zu Schmerzen führen. Oft sind es latente chronische Schmerzen, an die man sich schon fast gewöhnt hat. Die Badscheiben ( die Federung zwischen den Wirbelkörpern) werden schmäler und weniger elastisch und die Knochenarchitektur passt sich der veränderten belastung an. Eines dieser typischen degenerativen Veränderungen an den Zwischenwirbelkörpern nennt man Osteochondrose.
Daneben, können natürlich auch Knochenbrüche, Wirbelkörpereinbrüche, und Bandscheibenveränderungen ( Bandscheibenprolaps = Bandscheibenprotrusion, die den Wirbelkanal einengen, bzw die Nervenwurzeln komprimieren) zu vehementen akuten oder auch chronischen Schmerzen im Rückenbereich führen.
Schließlich gibt es auch sehr spezielle entzündliche Veränderungen, die zu Schmerzen im Rückenbereich führen können mit denen sich dann evtl. ein Rheumatologe auseinander zu setzen hat.
Man erkennt also, dass der Ausdruck Rückenschmerz sehr veilfältig sein kann und je nach Art der Ursache unterschiedliche Fachrichtungen zur Behandlung in Frage kommen und daher ist es gar nicht so unüblich, dass man als betroffener sämtliche Fachrichtungen abklappert und evtl. auch unterschiedliches hört und unterschiedliches empfohlen bekommt.
Wichtig ist, dass es da einen Arzt gibt, der alles überblickt, Sie als Patient gut kennt und sich auch bei der Materie soweit auskennt, dass er ihnen das richtige empfiehlt. Ausserdem ist es auch wichtig zu wissen, dass Rückenschmerzen die in jüngeren Jahren auftreten oft kein morphologisches Substrat aufweisen, man also in den Untersuchungsbildern nichts sieht und mit konservativer Behandlung ( gut dosierte kurzfristige Antirheumatika, Muskelrelaxantien und Massagen inkl. Osteopathie und Physiotherapie und Sport) gut zu behandeln sind. Sie können aber immer wieder auftreten.
Was das Einrenken von Wirbelkörper anbelangt kenne ich mich nicht aus.