Rücklagenermittlung für Privatstraße

Wir wohnen in einer Privatstraße, für deren Kosten wir selbst aufkommen müssen. Dazu gehört auch die Bildung von Rücklagen für die Instandhaltung und -setzung des Abwasserkanals, der 5 Straßenlaternen und der Pflasterung.

Da wir auf diesem Gebiet noch keine Erfahrungen haben und eine möglichst realistische Zahl füpr den Wirtschaftsplan 2012 ermitteln möchten, bitte ich um Eure Mithilfe wie hoch die Kosten hier anfallen bei einer Straßenfläche von ca. 1000 m² und 19 Grundstückseigentümern. Wer hat hier schon Erfahrunen gesammelt.

ISchu

Hallo,
ist die Straße bzw. die Gemeinschaft neu gebildet worden oder macht sich eine „alte Gemeinschaft“ erstmalig Gedanken? Gibt es eine vertragliche Verpflichtung aller Miteigentümer, eine Rücklage zu bilden?

Die „Haken“ sind die Sicherstellung der Rücklagen für den Fall eines Miteigentümerwechsels und die relativ lange Lebensdauer des „gemeinen Straßenpflasters“ :smile:.

Anders als bei Eigentumswohnungen gibt es keine „handfeste“ gesetzliche Grundlage zur Bildung einer Rücklage. Das regelt alles das dafür eigentlich „etwas zu weiche“ Gesellschaftsrecht des BGB (um den §745 zB). Je nach Nachbarschaft tut man u.U. gut daran, da lieber selbst vorzusorgen.

Für eine „grobe“ Einschätzung lassen sich zwar die Herstellungskosten der einzelnen Gewerke (Kanal, Straßenbelag usw.) heranziehen und auf ihre Mindestlebensdauer hochrechnen. Dafür kommt es auf das verbaute Oberflächenmaterial und die örtliche Ausgestaltung an. Allerdings „lebt“ ein normales Straßenpflaster einer Wohnstraße schon mal rund 30 Jahre… da sollte man einen solchen Gemeinschaftstopf dann gleich schon mal inflationsgesichert anlegen :wink:

Mir sind nahezu nur Gemeinschaften bekannt, die aus diesen Gründen nur die laufenden Kosten umlegen (Laternenwartung und -strom, ggf. Reinigung und Grünpflege).

Gruß vom
Schnabel

Hi Schnabel,

danke für die schnelle Antwort.

Die Privatstraße wurde 2003 mit dem Abwasserkanal und der Straßenbeleuchtung erschlossen und 2005 die Straßenpflasterung erstellt mit einfachen kleinformatigen Betonsteinen (etwa 20 x 10 cm).
Die Firma, die uns die Grundstücke verkaufte und die Privatstraße errichten ließ, gibt es nicht mehr und nun müssen wir sehen, wie wir Rücklagen bilden.

Die Straße ist 5 m breit und ca. 200 m lang. Ich wäre schon mit einer annähernden Hochrechnung zufrieden, die etwas realistisch ist.

Probleme bei Miteigentümerwechsel wird es nicht geben, da in einem Vertrag festgelegt wurde, dass keiner seine Einlagen bei Aufgabe seines Grundstückes erstattet bekommt.

Die Idee, die Inflationsrate hochzurechnen finde ich gut und werde sie überdenken.

Viele Grüße
ISchu

Hallo,

Die Firma, die uns die Grundstücke verkaufte und die
Privatstraße errichten ließ, gibt es nicht mehr und nun müssen
wir sehen, wie wir Rücklagen bilden.

Die Firma dürfte mit dem Verkauf aus dem Geschäft sein.

Die Straße ist 5 m breit und ca. 200 m lang. Ich wäre schon
mit einer annähernden Hochrechnung zufrieden, die etwas
realistisch ist.

Wo soll die Reise hingehen? (Ich sehe die genaue Fragestellung nicht.)
Niemand kann wissen, was in den nächsten 20 Jahren passieren wird.

Mein Denkansatz:
Was hat die Straße gekostet?
Wie hoch ist die Lebensdauer?
Was muß pro Jahr angespart werden, um dann die Straße komplett zu erneuern?

Gruß
Jörg Zabel

Hallo,
grundsätzlich kann man ca. 150 EUR je m² für einfaches Betonsteinpflaster und ca. 250 bis 500 EUR je lfd. m Kanal rechnen. Ganz grob allerdings… Was eine Straßenlaterne kostet, weiß ich nicht.

Wenn ich höre, dass es „Probleme beim Miteigentümerwechsel nicht geben wird“ , wird mir schummrig :wink: Der Haken ist die Weitergabe, nicht der Wechsel… der neue muss zum einen in die Regelung aktiv eintreten (wenn sie nicht im Grundbuch steht) und zum anderen muss man sich darüber im klaren sein, in welcher Weise das gesammelte Geld gegen Fremdzugriff gesichert wird. Ein einfaches Verwalterkonto oder Sparbuch zB gehört zur Erb- und Insolvenzmasse der jeweiligen Privatperson, die es führt… also müsste schon ein gemeinschaftliches her und die kosten in der Regel mehr Kontoführungsgebühren als die Laternen an Strom verbrauchen :wink:

Gruß vom
Schnabel