Rückmeldung wegen Problemen nach Reparatur

Hallo + Hallo Sebastian,

ich hatte vor knapp 2 Wochen hier gefragt, weil ich Probleme mit meinem Auto nach einer Reparatur hatte (fehlender Warnton und Beleuchtung defekt) - hier die Rückmeldung:

Ich war heute in der Werkstatt.
Und es kam wie ich es mir in meinen Albträumen vorgestellt habe.
Der vom Kundendienst weiß natürlich von nichts und der Betriebsleiter Herr X ist ab Mittag nicht mehr da gewesen.

Ging gleich bescheiden los:
Es wurde ein Auftrag geschrieben und ich sagte, ich unterschreibe den nur unter der Voraussetzung, dass anerkannt wird, dass das für mich eine Reklamation ist. Kommentar zu meiner Aussage Herr X sagte mir zu, dass zuerst geprüft wird, war" Wir können den Termin dann ja auch verschieben, auf einen anderen Tag wenn der Betriebsleiter wieder da ist"
Ich dachte ich spinne,ich hab ein Auto weil ich es brauche und nutze und nicht um es ständig bei der Werkstatt vorzufahren und zu fragen ob es denn genehm sei, ihre Fehler auszubügeln.

Irgendwann schrieb der Typ dann auf das Auftragsschreiben den Satz, wenn der Fehler in der vorangegangenen Reparatur lag, übernehmen sie die Kosten.
Ok ich also unterschrieben und Auto dagelassen.
Nach einer Stunde komm ich wieder hin und bekomme zu hören, es wurden zwei Birnen getauscht. Ich schon gegrübelt, will man mir nun erzählen, dass sogar zwei Birnchen grade in dem Moment ihren Geist aufgegeben haben. Aber ich kam gar nicht dazu weiter nachzudenken, der nächste Kommentar war, wir haben eine halbe Stunde gebraucht zum tauschen und das würde ich Ihnen nun in Rechnung stellen. Wären mal eben ca. 45 € gewesen.
Ich dachte schon, lass es einfach vorbei sein und den Laden nicht mehr sehen, als ich mir erlaubte zu fragen, ob denn nun die beiden Tasten (Warnblinker & Heckscheibenheizung) funktionieren würden, also ob man das geprüft hätte. Als ich die Frage zum 1. Mal stellte, tat man gleich mal beschäftigt und antwortete nicht, erst als ich ein 2.Mal nachfragte da macht man große Augen und will wissen, was ich denn meine, ob das nun ein neuer Auftrag sei und ich hätte doch vorhin den 1. Auftrag unterschrieben und da stand dazu nichts drin.
Dann fing ich an große Augen zu machen und festzustellen, dass ich dem Typen genau das an dem Montag vor 2 Wochen beschrieben habe.
Nunja es kam wie es kommen musste, man schaut nach und es geht natürlich nicht.
Ende vom Lied, das sind keine Birnen zum tauschen sondern es müssten komplett neue Taster rein, da die LEDs dadrin sind.
Meine Frage war nur, aber das geht ja nun wohl auf Ihre Rechnung ?
Antwort „Nö wieso, LEDs sind defekt, Strom kommt an, das wurde geprüft, also Ihre Sache.“

Da war meine Geduld am Ende, ich hab einen Vertreter des Betriebsleiters verlangt und nochmal alles erklärt. Stand zur Zeit ist, für heute habe ich nichts bezahlt. Die Taster wurden bestellt, ich bekomme 10% Nachlass und sie werden ohne weitere Kosten nächste Woche ausgetauscht.

Irgendwie scheint mir, die vom Kundendienst kennen das Wort „Kundendienst“ nicht wirkich, dermaßen freche Kommentare wie:
„Ja ich finds auch merkwürdig, wenn Leute plötzlich tot umfallen“ auf meine Frage, ob es denn nicht merkwürdig sei, was alles auf einmal zufällig nach der 1. Reparatur auftritt.
oder
„Tja wer sagt denn dass die LEDs der beiden Tasten vorher ging“

Hallo, da frag ich mich doch, ich bezahle die Leute und muss mir sowas anhören. Ich werde mal sehen, ob ich den Betriebsleiter nächste Woche erwische und ihn mal auf ein Trainingsprogramm für seine „Kundendienstler“ anspreche.

to be continued also,…

T.

Hallo,

tja, das dickste daran ist dass sowas jeden Tag auch sehr vielen anderen Leuten passiert.
Normalerweise hat eine Werkstatt auch für Reparaturen eine Gewährleistung zu übernehmen. Nach der regulären Gewährleistung müsste die Werksatt also beweisen dass die Lämpchen schon vor der Reparatur defekt waren.
Es ist schon merkwürdig wenn nach dem Ausbau der Armaturentafel sämtliche Lämpchen defekt sind und der Lichtsummer nix mehr sagt.
Die Worte „Service“ und „Kundendienst“ stehen bei vielen Werkstätten gross auf irgendwelchen Werbetafeln, aber in der Praxis ist es nicht weit her damit.
Na dann bin ich ja mal gespannt was Herr X dazu sagt.

Gruss und weiterhin viel Erfolg
Sebastian

Hi

sei froh, dass es bei Dir „nur“ sowas kleines handelt.

Bei uns ging’s um das Motorsteuergerät

Problem:

Fiat hatte wegen dem Motorsteuergerät von 07/2003 - 07/2005 eine Servicerückrufaktion wegen dem Teil. Wir haben unser Auto vom Fiat-Partner 03/2004 mit Inspektion gekauft. 07/2004 war das Auto nochmal da wegen ner Reparatur. Beim Kauf und bei der Reparatur wurde nix am Steuergerät gemacht.

Im September bleibt meine Frau mit’m Auto liegen - ADAC teilt mit, Verdacht auf Steuergerät.

Also Auto zur Werkstatt wo der Bock gekauft wurde & ich auf Google. Hier die Rückrufaktion gefunden, Fiat hat bestätigt, Auto war nie zum Service. Das Auto stand jedoch vor unserem Kauf 7 Monate auf dem Hof bei Fiat Deutschland.

Der Händler hatte von uns nen Auftrag zur Prüfung - hat auf seinen Brei das Auto repariert. Wir ne Woche ohne Auto. Mehraufwand wegen Arbeit: 2,5 Stunden / Tag.

Als wir das Auto geholt haben, Händler mit der Rückrufaktion konfrontiert - er war baff. Damit wir den sch… Bock wieder kriegen aber erstmal zahlen. Zahlung wurde unter Vorbehalt und ohne Anerkennung einer Rechtspflicht gezahlt.

Seit dem (September 2006) streiten wir uns mit Fiat und dem Händler, wer die Kosten übernimmt. Wir haben des Auto mit nem bekannten Mängel gekauft, wir schließen nicht aus, dass durch den nichtdurchgeführten Service des Ding defekt ging.

Der Fall liegt derzeit beim Anwalt…

Ich tausch gern mit Dir wegen 2 Tasterchen und kleinen LED’s!

Hi du,

das hier glaub ich dir gern, wenn ich dein Posting lese:

Ich tausch gern mit Dir wegen 2 Tasterchen und kleinen LED’s!

Aber trotzdem ist man mehr als sauer darüber, ob klein oder groß.
Sobald man das Gefühl hat über den Tisch gezogen zu werden.
Hätte ich nie gedacht, weil ich das wie gesagt einfach nicht kannte, vorherige Werkstätten waren top was Kundendienst o.ä. anging.
Schade, dass man sowas nicht überall mit hinnehmen kann, wenn man umzieht.

Dir aber viel Geduld, Nerven und Glück, dass es gut endet.

T.

naja Kundenservice ist manchmal ein Wort was zweiteilig ist - einmal Kunde und einmal Service.

Und das merken nicht alle… ich drück Dir auch die Daumen!

Hallo,

was in Werkstätten teilweise abläuft, ist gegenüber den Endkunden (vor allem dem, der kein techn. Verständnis hat)eigentlich nur noch mit Betrug zu bezeichnen. Wie gesagt teilweise, nicht alle.
Die Zeitschrift AutoMotorSport (AMS)führt jährlich Werkstättentests aller Marken durch, mit manchmal haarsträubenden Ergebnissen. Bei vielen Tests mokierte AMS auch, das in randvolle Scheibenwaschbehälter die Werkstätten mit Kassenfüller wie Reinigungszusätze, oder noch schlimmer, ungefragt Kraftstoffzusätze eingefüllt wurden. Das geilste dazu war, daß der KFZ-Werkstatt Verband (oder Innung?) letztes Jahr sich mit Empörung gegen die Veröffentlichung der Ergebnisse gewehrt hat! Mit Hinweis darauf, das seien Einzelfälle die man nicht der gesamten Branche anlasten kann. Als Leser kann man entweder drüber flennen oder schmunzeln, da sich die Ergebnisse fast jedes Jahr ähneln.
Meine persönliche Erfahrung ist, daß der Werkstattbereich von Marken-Herstellern leider nur noch aus Diagnosegeräteableser und Teileaggregatwechslern bestehen. Gute Mechaniker gibts da eher in kleineren freien Werkstätten. Wobei ich keinen Mechaniker verletzen möchte, da bei solchen Sauereien die Betriebsführungen die Schuldigen sind. Das arbeitende Volk wird teilweise mit Hungerlöhnen und unmöglichen Arbeitszeiten geknebelt. Von einem Betrieb weiß ich, der stellt Mechaniker mit Dumpinglöhnen unter der Vorraussetzung ein, daß die Leute abrufbereit zu Hause zu sein haben. Sie bekommen 1 Std vorher Bescheid. Sollte am Monatsende die vereinbarte Stundenanzahl nicht zusammen gekommen sein, gibts Lohnabzug.

Gruß

Uwe

Hi,

vieles von dem, was du schreibst, ist nicht von der Hand zu weisen. Es werden Fehler gemacht und hier und da gibt es sicher auch mal Unkorrektheiten. Das soll man nicht kleinreden. Trotzdem arbeitet die übergroße Mehrzahl der Werkstätten korrekt und zuverlässig.

Auf der anderen Seite sollte bedacht werden, dass die Autohäuser, um wirtschaftlich überleben zu können, Gewinne machen müssen.
Das aber wird immer schwieriger.
Ich erlebe es im Bekanntenkreis selbst immer wieder: da wird sonst wo hin gefahren, nur um noch die letzten 150 Euro beim Neuwagenkauf zu sparen, da werden „Geheimtipps“ über Firmen gehandelt, die die Reifen 2 Euro/Stück billiger verkaufen usw usf. Andere wiederum finden Firmen wie ATU „äußerst günstig“ und merken nicht, dass das so mit Sicherheit nicht stimmt.
Kurzum: all die Kunden fehlen den Autohäusern und viele sind deshalb pleite. Die Konsequenz für den Kunden: er muss in vielen Fällen erheblich weiter fahren, um sein Fz repariert zu bekommen und umgekehrt müssen die Mitarbeiter des Autohauses viel weiter fahren, um dem Kunden zu Hause helfen zu können, etwa wegen einer leeren Batterie o.ä., was natürlich auf Grund des höheren Zeitaufwands teurer wird.

Zu den Tests.
Alle diese Werkstatt-Tests haben neben der Auflagensteigerung der einschlägigen Fachblätter vor allem eins gebracht: der Kunde ist radikalisiert worden, d.h., er ist äußerst misstrauisch oder hat dermaßen überzogene Ansprüche, dass diese realistisch nicht zu befriedigen sind.
Ich habe mal miterlebt, dass sich der Kunde eines Autohauses ein Riesenfass aufgemacht hat, weil beim Service sein Kofferraum durchwühlt worden sei. Er wolle sich beim Hersteller beschweren, in diese Werkstatt nie wieder kommen usw.
Selbst der Hinweis des Meisters, dass der Kofferraum übervoll mit losem Kleinzeug war, der Mechaniker aber ans Reserverad musste, um Luftdruck und Zustand desselben zu prüfen, brachte keine Klärung.
Dieses Autohaus prüft das jetzt grundsätzlich nur noch bei leerem Kofferraum. Falls er voll ist, wird nicht geprüft, sondern nur ein entsprechender Hinweis im Serviceplan eingetragen.
In einem anderen Autohaus hat sich ein Kunde geweigert, 12,45 Euro zu bezahlen, die über dem Betrag lagen, der auf seiner von ihm unterschriebenen Auftragserteilung lag. Das Autohaus hat ihm diese Summe dann erlassen, aber seitdem wird wegen jedes einzelnen Euro beim Kunden angerufen und ist der nicht erreichbar, wird die Reparatur bis zur Freigabe gestoppt.
Die Alternative, den Kunden zu fragen, ob und wie weit man bei Erkennen von weiteren Mängeln im Zuge der Reparatur auch über den Betrag im Auftrag gehen könne, wird kaum noch genutzt. Viele Kunden sind zu misstrauisch geworden.

Zu den Mitarbeiterkenntnisssen.
Jeder Fz-Hersteller verlangt eine gewisse Zahl von Schulungsstunden pro Mitarbeiter und Jahr. Diese müssen eingehalten werden, will der Betrieb seinen Vertrag behalten.
Wenn es denn immer so einfach wäre, einen Fehler zu finden, wäre das alles kein Problem. Das ist aber leider nicht der Fall, aus unterschiedlichen Gründen. So ist es z.B. recht schwierig, temporär auftretende Fehler zu finden, die der Kunde nur erklären kann und die nicht im Datenspeicher des Fahrzeugs abgelegt sind. Da ist dann einmal Erfahrung gefragt und sicher auch Glück. Es gibt aber eben nicht das Schema „das und das tut das Auto, also muss es die und die Ursache haben“.
Auch sucht sich der Mechaniker schon mal dumm und dämlich an einem Fehler, findet ihn aber nicht und erfährt schließlich, dass es da in der näheren Zukunft ein Steuergeräteupdate seitens des Herstellers geben wird.
Der Kunde sieht nur, dass der „Trottel“ es nicht kann und geht woanders hin.

Dass die Mechaniker eher auf der Hungerlohnseite angesiedelt sind, wurde schon angesprochen. Ein Bekannter von mir, Kfz-Servicetechniker in NRW, Steuerklasse 1, bekommt nach gut 30 Berufsjahren knapp 1400 Euro netto raus.

Um diesen langen Beitrag nun mal zu beenden: es gibt immer zwei Seiten zu betrachten, die des Kunden und seiner berechtigten Interessen und die des Autohauses mit dessen Interessen. Dort muss ein Ausgleich geschaffen werden, aber eben für beide.
Dazu gehört Vertrauen, da muss seitens mancher Autohäuser sicher noch etwas getan werden. Aber auch der Kunde sollte von manchen seiner Erwartungen etwas herunter kommen und daran denken, dass auf der anderen Seite auch Menschen arbeiten. Und die können auch mal einen Fehler machen. Dafür gibt es dann die Gewährleistung.

Fazit: jeder braucht den anderen. Das Autohaus braucht Kunden, um überleben zu können und der Kunde braucht das Autohaus - möglichst eins in der Nähe - um mobil zu bleiben oder es schnell wieder zu werden.
Und, wichtig: Geiz ist nicht geil!

Viele Grüße
WoDi

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Hi,

ich verstehe schon was Du meinst, aber der Ansatz „jeder braucht jeden“ usw. kann ich nicht ganz stehen lassen. Wenn ich in einen Laden gehe bin ich der Kunde und dann geht es um meine (!) Interessen. Wenn die befriedigt sind, wird das automatisch auch ein Vorteil für den Laden sein.

Ich arbeite selber in einem kleinen Laden für PC’s und Zubehör. Eine Branche, in der die Leute auch oft preiswert im Internet kaufen und wo auch ein Fortschritt den nächsten jagt. Und trotzdem: es gibt Kunden, die wissen Beratung und Service zu schätzen und verstehen daß wir nicht genau den gleichen Preis wie ein Ebay-Händler halten können, unter Abzug von Versandkosten etc. (die es bei us ja nicht gibt) aber auch nicht mehr so viel teurer sind. Wir können meistens nicht jedes Billigangebot toppen, aber die Preise sind fair. Dafür bieten wir eben gute Beratung, Hilfe, man kann mit uns quatschen, Fragen stellen und bekommt ehrlich gesagt was Sinn macht oder nicht (und was nicht nur auf dem Papier sich gut liest).
Es kommt relativ oft vor daß wir Kunden mit preiswerteren Lösungen als denen, die sie erstmal selber erdacht hatten, weiterhelfen oder eben gerade NICHT etwas andrehen bei dem unser Gewinn hoch ist wenn es nicht gut zu den Bedürfnissen paßt.

Lange Rede, wenig Sinn: wir haben einen sehr guten und treuen Kundenstamm und der Laden floriert. Und das in einer Branche, in der eigentlich der Preisverfall und die Billighysterie sehr ausgeprägt ist. Was ich damit einfach sagen will: Man erreicht nie alle Leute und die absoluten Billiggeier will man ja auch gar nicht haben (siehe Deine Beispiele). Daraus aber abzuleiten daß man seine eigenen Interessen umsetzen müsse und das nur wenn der Kunde mitspielt, läuft in eine falsche Richtung. Wenn es dem Kunden gut geht, geht es mir gut. Das kapieren viele nicht, auch viele Werkstätten nicht.

Gruß,

MecFleih

Hi,

ich verstehe schon was Du meinst, aber der Ansatz „jeder
braucht jeden“ usw. kann ich nicht ganz stehen lassen. Wenn
ich in einen Laden gehe bin ich der Kunde und dann geht es um
meine (!) Interessen. Wenn die befriedigt sind, wird das
automatisch auch ein Vorteil für den Laden sein.

Eben leider nicht immer. Mal ganz grob gesagt: der Kunde will möglichst wenig bezahlen, der Verkäufer möglichst viel haben. Jetzt mal unabhängig von der Branche.
In der Branche selbst, und da gerade beim Neuwagenverkauf, tobt ein absoluter Preiskrieg. Der führt dazu, dass es viele Autohäuser nicht mehr gibt. Das wiederum ist aber zum Nachteil des Kunden, mittel- und langfristig gesehen.
Ebenso ist es sehr schwer, Stammkunden zu bekommen und noch schwerer, diese zu halten. Die Bindung, die es früher mal gab, gibt es heute nicht mehr in diesem Maße.

[…]

Es kommt relativ oft vor daß wir Kunden mit preiswerteren
Lösungen als denen, die sie erstmal selber erdacht hatten,
weiterhelfen oder eben gerade NICHT etwas andrehen bei dem
unser Gewinn hoch ist wenn es nicht gut zu den Bedürfnissen
paßt.

Das tun sehr viele Werkstätten auch, eben, um dem Kunden entgegenzukommen.

Lange Rede, wenig Sinn: wir haben einen sehr guten und treuen
Kundenstamm und der Laden floriert.

Das freut mich für euch.

Und das in einer Branche,
in der eigentlich der Preisverfall und die Billighysterie sehr
ausgeprägt ist. Was ich damit einfach sagen will: Man erreicht
nie alle Leute und die absoluten Billiggeier will man ja auch
gar nicht haben (siehe Deine Beispiele). Daraus aber
abzuleiten daß man seine eigenen Interessen umsetzen müsse und
das nur wenn der Kunde mitspielt, läuft in eine falsche
Richtung.

Das habe ich so aber auch nicht gesagt, weil es natürlich falsch ist.
Ich habe von einem Interessenausgleich geschrieben. Dazu gehört aber auch, dass ein Betrieb nichts zu verschenken hat.

Wenn es dem Kunden gut geht, geht es mir gut. Das
kapieren viele nicht, auch viele Werkstätten nicht.

Richtig. Aber auch umgekehrt wird ein Schuh draus: wenn die Werkstatt gut läuft, ist das von Vorteil für den Kunden.

Viele Grüße
WoDi

Hallo,

daß die Werkstätten bei sporadischen Fehlern ein echtes Problem mit dem „Vorführeffekt“ haben, bezweifle ich nicht. Nur bei den AMS-Tests wurden relativ simple Fehler in den vorgegebenen Wartungsplan eingebaut und nicht behoben! Daß es unter der KFZ-Kundschaft berufsmäßige Choleriker gibt, ist auch nicht von der Hand zu weisen, siehe Dein „Reserveradbsp“. Solche Idi…, äh freundlichen Autofahrern, gehört normalerweise der Führerschein entzogen. Zum Thema Ketten ATU etc.(ähnlich wie in der Elektronik mit MediaM., Saturn) kann man nur mit dem Kopf schütteln. Der Endverbraucher schreit hier danach, doch bitte über den Tisch gezogen zu werden. Bei mir um die Ecke ist ein großer ATU. Ich kenne kaum einen Kunden, der hier nach einer Reparatur, nicht danach zur 2. und 3. Reparatur hin muß. Da meckert aber seltsamerweise kaum einer!
In kleinen Meisterwerkstätten ist der Vorteil, daß der Chef noch an der Front/Auto ist. Und hier riskiert er seinen persönlichen Ruf als Unternehmer. Da wird aus so einer Mücke wie das Ursprungsthema idr kein großes Aufsehen gemacht und der Mangel behoben. Leider ist der Nachteil, daß man bei Neufahrzeugen auf Grund der Garantie- und Anschlußverlängerungen nicht wechseln kann.
Auf eine pannenfreie Fahrt

Uwe

Hi!

vieles von dem, was du schreibst, ist nicht von der Hand zu
weisen. Es werden Fehler gemacht und hier und da gibt es
sicher auch mal Unkorrektheiten. Das soll man nicht
kleinreden. Trotzdem arbeitet die übergroße Mehrzahl der
Werkstätten korrekt und zuverlässig.

Genau das kann man nach den von mittlerweilen mehreren Fachblättern durchgeführten Werkstättentests nicht mehr behaupten.

Auf der anderen Seite sollte bedacht werden, dass die
Autohäuser, um wirtschaftlich überleben zu können, Gewinne
machen müssen.

Wer nur noch über Betrug am Kunden wirtschaftlich arbeiten kann, muss wohl vom Markt verschwinden.

Das aber wird immer schwieriger.
Ich erlebe es im Bekanntenkreis selbst immer wieder: da wird
sonst wo hin gefahren, nur um noch die letzten 150 Euro beim
Neuwagenkauf zu sparen, da werden „Geheimtipps“ über Firmen
gehandelt, die die Reifen 2 Euro/Stück billiger verkaufen usw
usf. Andere wiederum finden Firmen wie ATU „äußerst günstig“
und merken nicht, dass das so mit Sicherheit nicht stimmt.
Kurzum: all die Kunden fehlen den Autohäusern und viele sind
deshalb pleite. Die Konsequenz für den Kunden: er muss in
vielen Fällen erheblich weiter fahren, um sein Fz repariert zu
bekommen und umgekehrt müssen die Mitarbeiter des Autohauses
viel weiter fahren, um dem Kunden zu Hause helfen zu können,
etwa wegen einer leeren Batterie o.ä., was natürlich auf Grund
des höheren Zeitaufwands teurer wird.

Einverstanden. Diese „Geiz-ist-geil“ - Knauserer blockieren ja dieser Tage wieder einmal die verschneiten Straßen mit ihrem Schrottequipment und meckern dann über den Winterdienst…

Zu den Tests.
Alle diese Werkstatt-Tests haben neben der Auflagensteigerung
der einschlägigen Fachblätter vor allem eins gebracht: der
Kunde ist radikalisiert worden, d.h., er ist äußerst
misstrauisch oder hat dermaßen überzogene Ansprüche, dass
diese realistisch nicht zu befriedigen sind.

Es wird hier lediglich erwartet, dass die bezahlte Arbeitsleistung auch erbracht wird.
In den Tests werden nur Punkte verlangt, die nach Herstellervorgabe im Wartungsplan abzuarbeiten sind. Diese Arbeiten werden mit der Pauschale für die Arbeitsleistung bei der iNspektion bezahlt.
In vielleicht einem von zehn Fällen wird dies korrekt erledigt. Bei den anderen 9 fehlt mindestens eine, zumeist jedoch ca. die Hälfte der vorgegebenen Positionen.
Das ist klare Nichterfüllung. Das hat nichts mit „Radikalisierung des Kunden“ zu tun, er verlangt nur das, wofür er bezahlt.

Ich habe mal miterlebt, dass sich der Kunde eines Autohauses
ein Riesenfass aufgemacht hat, weil beim Service sein
Kofferraum durchwühlt worden sei. Er wolle sich beim
Hersteller beschweren, in diese Werkstatt nie wieder kommen
usw.
Selbst der Hinweis des Meisters, dass der Kofferraum übervoll
mit losem Kleinzeug war, der Mechaniker aber ans Reserverad
musste, um Luftdruck und Zustand desselben zu prüfen, brachte
keine Klärung.
Dieses Autohaus prüft das jetzt grundsätzlich nur noch bei
leerem Kofferraum. Falls er voll ist, wird nicht geprüft,
sondern nur ein entsprechender Hinweis im Serviceplan
eingetragen.

Einzelne Idioten gibt es immer.

In einem anderen Autohaus hat sich ein Kunde geweigert, 12,45
Euro zu bezahlen, die über dem Betrag lagen, der auf seiner
von ihm unterschriebenen Auftragserteilung lag. Das Autohaus
hat ihm diese Summe dann erlassen, aber seitdem wird wegen
jedes einzelnen Euro beim Kunden angerufen und ist der nicht
erreichbar, wird die Reparatur bis zur Freigabe gestoppt.
Die Alternative, den Kunden zu fragen, ob und wie weit man bei
Erkennen von weiteren Mängeln im Zuge der Reparatur auch über
den Betrag im Auftrag gehen könne, wird kaum noch genutzt.
Viele Kunden sind zu misstrauisch geworden.

Aus gutem Grund.
Ich lasse mir alle getauschten Teile zeigen und oft auch mitgeben.
Bremsscheiben u.ä. leicht austauschbare Sachen markiere ich vorher. Ich bin schon zu oft betrogen worden und als ich dann bei einem Golf eine Passat-Bremsscheibe mitbekommen hatte, begann ich, die Teile zu kennzeichnen.

Zu den Mitarbeiterkenntnisssen.
Jeder Fz-Hersteller verlangt eine gewisse Zahl von
Schulungsstunden pro Mitarbeiter und Jahr. Diese müssen
eingehalten werden, will der Betrieb seinen Vertrag behalten.
Wenn es denn immer so einfach wäre, einen Fehler zu finden,
wäre das alles kein Problem. Das ist aber leider nicht der
Fall, aus unterschiedlichen Gründen.

Wenn zunächst einmal die im Wartungsplan aufgeführten Punkte abgearbeitet würden, wäre dies ein Erfolg.

So ist es z.B. recht
schwierig, temporär auftretende Fehler zu finden, die der
Kunde nur erklären kann und die nicht im Datenspeicher des
Fahrzeugs abgelegt sind. Da ist dann einmal Erfahrung gefragt
und sicher auch Glück. Es gibt aber eben nicht das Schema „das
und das tut das Auto, also muss es die und die Ursache haben“.
Auch sucht sich der Mechaniker schon mal dumm und dämlich an
einem Fehler, findet ihn aber nicht und erfährt schließlich,
dass es da in der näheren Zukunft ein Steuergeräteupdate
seitens des Herstellers geben wird.
Der Kunde sieht nur, dass der „Trottel“ es nicht kann und geht
woanders hin.

Das kommt immer darauf an, ob die Fehlersuche akribisch berechnet wird, oder ob man als Kunde angeboten bekommt, die Sache für einen Fixpreis zu lösen.
Ist aber der Mechaniker „zu blöd“ oder die Betriebsleitung zu unflexibel, gehe ich woanders hin. In der Tat.

Dass die Mechaniker eher auf der Hungerlohnseite angesiedelt
sind, wurde schon angesprochen. Ein Bekannter von mir,
Kfz-Servicetechniker in NRW, Steuerklasse 1, bekommt nach gut
30 Berufsjahren knapp 1400 Euro netto raus.

Das ist absolut kein Grund, minderwertige oder unvollständige Arbeit abzuliefern.

Um diesen langen Beitrag nun mal zu beenden: es gibt immer
zwei Seiten zu betrachten, die des Kunden und seiner
berechtigten Interessen und die des Autohauses mit dessen
Interessen. Dort muss ein Ausgleich geschaffen werden, aber
eben für beide.

Das ist ganz einfach: man schließt einen Vertrag und beide Seiten erfüllen ihren teil. Wenn dies auf Seiten der Werkstätten flächendeckend erfolgen würde, wären wir schon einen großen Schritt weiter. Schließlich soll der Kunde ja auch immer sofort, vollständig und bar bezahlen.

Dazu gehört Vertrauen, da muss seitens mancher Autohäuser
sicher noch etwas getan werden. Aber auch der Kunde sollte von
manchen seiner Erwartungen etwas herunter kommen und daran
denken, dass auf der anderen Seite auch Menschen arbeiten. Und
die können auch mal einen Fehler machen. Dafür gibt es dann
die Gewährleistung.

Kein Problem. Fehler sind immer drin. Aber eine vorsätzlich unvollständige Leistung abzuliefern, ist nicht o.k. Und das ist, wie oben gesagt, kein Einzelfall, sondern die Regel.

Fazit: jeder braucht den anderen. Das Autohaus braucht Kunden,
um überleben zu können und der Kunde braucht das Autohaus -
möglichst eins in der Nähe - um mobil zu bleiben oder es
schnell wieder zu werden.

So ist es. Allerdings gibt es noch Konkurrenz genug und ich kenne in München einige Leute, die für jeden Service quer durch die Stadt fahren, weil in der Nähe keine vernünftige Werkstätte zu finden ist.
Für VW kenne ich gar keine mehr in der Stadt.

Und, wichtig: Geiz ist nicht geil!

So ist es. Genausowenig wie Betrug.

Grüße,

Mathias