Rückverfolgbarkeit! Wer kann mir helfen?

Hallo,
im Rahmen meines Studiums schreibe ich meine Diplomarbeit „Rückverfolgbarkeit in der Produktion“ in einer Metzgerei. Alles soll so einfach wie möglich sein und nur das nötigste soll umgesetzt werden, da es ein mittelständischer Betrieb ist, für den der wirtschaftliche Aufwand für mehr zu hoch wäre. Meine Frage wäre nun, inwieweit müssen die Gewürze, Naturdärme, gefrorenes Granulat, Speck usw. in der innerbetrieblichen Rückverfolgung dokumentiert werden. Was könnte ich weglassen?
Vielen Dank im Voraus.
Gaby

Hallo Gaby,

na ja, ich befürchte, so genau wird das hier keiner wissen:wink:

Folgendes vielleicht zur Ideenfindung: Rückverfolgbarkeit ist kein Selbstzweck, sondern dient alleine folgenden Zwängen:

a) Einhaltung gesetzlicher Vorschriften
b) Eingrenzung eines im weiteren Sinne wirtschaftlichen Schadens beim Auftreten eines Fehlers in der Produktionskette(!). In der Nahrungsmittelindustrie ist sicher einer der schlimmsten Fälle eine Verletzung oder Schädigung eines Endverbrauchers, weswegen Rückverfolgbarkeit eigentlich wichtig ist.

So, zu a) solltest Du also die Vorschriften zu Rate ziehen. Diese sind vermutlich über geeignete Verbände o.ä. erhältlich. Diese Vorschriften definieren sicherlich die Muss-Anforderungen und sind meines Erachtens nicht „diskussionsfähig“. Wenn da stände, dass alle Ingredienzien wasserdicht nachweisbar sein müssen, dann ist das halt so …
Zu b) wäre sicherlich sinnvoll, eine einfache FMEA zu machen und sich zu überlegen, wo welcher Fehler auftreten kann, wann er sicher gemerkt wird und welche Auswirkung und Häufigkeit er hat. Stellt man fest, dass man Fehler mit rel. hoher Auswirkung nicht sicher „im Haus“ abstellen kann, dann wird zur Eingrenzung Rückverfolgbarkeit interessant.
Beispiel: Wenn man Pfeffer einsetzt, die Körner aber giftig sein könnten, diese Giftigkeit nicht rausgeprüft werden kann vor der Verarbeitung, dann macht es Sinn, jede Wurst zu kennen, in die eine bestimmte Lieferung Pfeffer verarbeitet wurde. Denn dann muss man im Falle des Falles nicht seine gesamte Produktion zurückrufen:wink:

Grüße
Jürgen