rüde reagiert agressiv

hallo ihr lieben
ich habe folgendes problem mit unserem rüden. er wird jetzt 2 jahre alt und war immer ein super verspielter lammfrommer sonnenschein. sobald andere hunde aufgetaucht sind hat er sich immer ein loch in bauch gefreut und mit denen gespielt. agression kam nie auf…wenn der andere hund welche zeigte hat er sich sofort untergeordnet.
das hat sich jetzt auf einmal geändert, wenn wir einem anderen rüden auf der straße begegnen dreht er am rad und droht und kläfft und knurrt was das zeug hält. auch hier zuhause läßt er unserer hündin gegenüber zunehmend den dicken macker raushängen. da sie HD auf beiden hüften hat und eine verwachsung in der wirbelsäule, kann sie rein körperlich gegen ihn nichts mehr ausrichten. bis vor kurzem war sie noch „herr im haus“ hier. seit ihrem letzten schub den sie hatte ist es ihr aber nicht gelungen das ruder hier wieder an sich zu reißen. früher war es immer so wenn sie einen schub hatte und geschwächt war hat er versucht die führung zu übernehmen. bislang war ihm das aber nie gelungen.
ok, er ist jetzt in dem alter wo die hormone mit ihm durchgehen, aber kann denn solche auswirkungen haben?
ich bin echt relativ ratlos und über alle tips dankbar!

ach so, die frage kommt bestimmt: er bekommt täglich 2 stunden auslauf, und währenddessen arbeite ich auch mit ihm und mache immer wieder übungen damit der spaziergang auch nicht langweilig wird
die rasse ist ein labrador

lg
mona

Die Hormone bleiben, es sei denn …
Hi Mona,

möglich, dass es jetzt Proteste hagelt.
Meine Meinung dazu: Lass ihn kastrieren. Dann ist Ruhe an der Stelle.

Liebe Grüße, Sonja

danke sonja erstmal für die antwort…
ich weiß nicht ob das in unserem fall die richtige antwort wäre. irgendwie hat er sich von einen tag auf den anderen total verändert. er war immer total freundlich und lieb. eben beim spazierengehen hat er einen mann auf der straße angeknurrt und sich wie ein irrer in die leine gelegt und ist rumgesprungen.
als ich ihm den befehl zum abliegen gegeben hab, hat er das allerdings sofort gemacht. im moment fixiert er auch alles was sich auf der straße bewegt und geht sofort in angriffstellung
kann das damit zusammen hängen das ich im moment ein kaputtes knie habe und am humpeln bin? meint er womöglich mich beschützen zu müssen?
lg
mona

Hi Sonja
ja ich protestiere denn genau diesen Fall haben wir vor kurzem hier besprochen.
Hier liegt erlerntes Verhalten vor. Jetzt den Hund zu kastrieren kann evtl. eine Veränderung von grob geschätzt 20% bringen aber nicht in Punkto „Aggression“. Diese ist erlernt.
Er verteidigt so wie ich es erkennen kann, leider kennt man den Hund nicht und sieht seine Körpersprache nicht, das Rudel(2 Teile sind Fusslahm und nicht dazu bereit einzugreifen und ihn zu schützen). Ist für einen Labbi untypisch kann aber bei den neuen Züchtungen durchaus vorkommen.
Leider ist der heutige Labbi weit von dem entfernt was er einst war.
Früher hatte man 2 Hunde auf dem Hof, einen fürs Apportieren einen fürs Bewachen.
Heute hat man einen versauten(züchterisch) Labrador auf dem Hof der weder zum Einen noch zum Anderen taugt(sehr oft leider, siehe Jagdliche Zucht, Schönheitszucht… so ein Schwachsinn)

Gruß Steffen

Hallo Steffen!

Ich bin mir nicht sicher, ob es sich wirklich um erlerntes Verhalten handelt, da der Hund ja von einem Tag auf den anderen sein Verhalten geändert hat.
Wieviel des Verhaltens testosterongesteuert ist, ist schwierig zu sagen. Wenn man der operativen Kastration eines Rüden ablehnend gegenüber steht, wäre die hormonelle Kastration zumindest eine Alternative. Ein Chip gibt für 6 Monate Wirkstoffe ab, die die Wirkung des Testosterons aussetzen. Dabei kann man feststellen, ob das Verhalten hormonelle Ursachen hat.
Allerdings finde ich auch da eine Verhaltensänderung innerhalb weniger Tage eher unüblich.
Ich würde an Mona-li’s Stelle den Hund gründlich von einem Tierarzt durchchecken lassen - häufig führen Schmerzen zu massiver Verteidigungshaltung. Allerdings kann auch ihre Knieverletzung - verbunden mit dem Stellungswechsel zu der Hündin - erklären, warum sich der Hund plötzlich so eines machohaften Verhaltens befleißigt.

Was die Labbi-Zucht angeht, gebe ich Dir absolut Recht!!! Immer mehr dieser „Familienhunde“ rasten aus, werden aggressiv oder zeigen massive Gendefekte oder genetisch bedingte Krankheiten. Trotzdem werden sie weiter als „der Familienhund schlechthin“, unempfindliche Babysitter und nervenstarke Kinderspielzeuge vermarktet - arme Hunde, arme Familien!!!

@ Mona-li:
Sollten keine organischen Probleme vorliegen, ist sicher eine GUTE Hundeschule angesagt, die sich mit dem aktuellen Problem beschäftigt und nicht nur Schema F fährt.
Die veränderte Rangordnung unter Deinen Vierbeinern mußt Du akzeptieren, das kommt früher oder später meistens, wenn die Tiere unterschiedlich alt sind. Du mußt auch Dein Verhalten daran anpassen, wenn Du nicht willst, dass der jetzt Ranghöhere den Rangniedrigeren zurechtweist, weil Du ihn zuerst begrüßt oder gefüttert oder gestreichelt hast.
Ansonsten versuche, so lange Du noch knielahm bist, den Hund abzulenken, wenn andere Rüden auftauchen. Dabei kann ein Leckerchen, ein Spielzeug oder ein Halti hilfreich sein.
Ich hoffe, das hilft Dir weiter

Liebe Grüße

Archie

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