Guten Tag July,
bei Ihnen habe ich - zugegeben - etwas gemutmaßt. Die Mutmaßung
lautete: Da ist eine junge Frau, die ordentlich verdient und deswegen
die Aufmerksamkeit eines drei-Buchstaben-Firmen-Mitarbeiters oder eines sogenannten unabhängigen Finanzberaters oder eines sogenannten
Maklers auf sich gezogen hat. Der hat ihr einen Rürup-Vertrag für
Zu-spät-Kommer oder Steuerjongleure nahegelegt. Gleichzeitig
erklärt die junge Frau, dass sie wenig Ahnung hat und ihre Not,
einen Vorschlag, den sie nicht durchschaut, unbegründet auszuschlagen.
Ich bleibe dabei und nenne es nicht Optimismus sondern sinnvoll
verwendete Ausdauer, wenn ich Ihnen wiederum in Ihrem eigenen
Interesse nahelege, dass Sie sich kundig machen, bevor Sie eine
Entscheidung treffen, die Sie tausende von Euros kostet und die
Sie allein deswegen verstehen sollten, damit Sie nicht in ein paar Jahren aus Unverständniss heraus den Vertrag wieder kündigen und sich
darüber wundern, dass von Ihren 5000 € Beitrag bis dahin gerade mal
834 € noch übrig sind.
Ich habe noch keinen unabhängigen Vermittler getroffen, der dieses
Attribut gerechterweise verdient hätte. Und ich bewege mich seit etwa
22 Jahren mit Umsicht und Überblick in dieser Branche. Ein Vermittler,
der unter Unabhängigkeit versteht, dass er nicht ausschließlich für einen Konzern tätig ist, der mag das auch noch künftig so sehen.
Es ist ihm unbenommen. Ein Vermittler, der für mehrere Konzerne
Verträge vermittelt ist aus meiner Sicht insoweit und ohne
Abstriche abhängig, als er für seine erfolgreiche Vermittlung
bezahlt wird. Über Provisionen, die aus den ersten Jahresbeiträgen des Kunden entnommen werden und von denen der Kunde regelmäßig nichts
weiß. Er erfährt dann davon, wenn es ihm einfällt, vorzeitig zu kündigen und sich dann über einen geringen Rückkaufswert wundert.
Eine junge Frau, die ordentlich verdient, hat - so meine weitere
Mutmaßung - die geistige Kapazität, die Dinge etwas zu durchdringen,
um nicht den gleichen Fehler zu begehen, wie 50 bis 80 % der
Lebens-, Renten-, Fonds-, Berufunfähigkeits-, Riester- und Rürup-
versicherungskunden, die nicht begreifen, was sie da unterschreiben
und nach Jahren ein langes Gesicht ziehen und dabei unqualifizierte
Schelte gegenüber den Versicherungsgesellschaften loswerden.
Ihre Systembedenken kann und will ich in der Kürze der Zeit nicht ausräumen. Falls diese sich auf die staatliche Rentenversicherung
beziehen, tun Sie gut daran, sich Skepsis und alternative Ideen
zu bewahren. Wenn die tiefere Einsicht für die Notwendigkeit
privater Initiative erst später kommt, ist das noch kein Verlust.
Denn mit 26 Jahren …
Geeignete Literatur finden Sie bei der Verbraucherberatung,
Stiftung Warentest/Verlag Finanztest und in jeder unterdurchschnittlich sortierten Buchhandlung, wenn Sie dort gezielt
die Grabbel- und Daddeltische auslassen und sich nach Versicherungs-
literatur erkundigen.
Sie kriegen das gebacken !
Gruß
Günther
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