Hallo Sven,
bitte folge den „==>-Zeichen“
Ich verstehe nicht wo dein Problem ist.
Eine Fachhochschulreife wird nicht als Abitur bezeichnet.
Umgangsprachig hat sich eben Fachabitur durchgesetzt, da die
fachgebundene Hochschulreife, zumindest teilweise, nicht mehr
existiert.
==> Das sachlich bezeichnete Fachabitur sollte auch in der Sprachbenutzung als Fachabitur bezeichnet werden. Das ist vollkommen okay. Ich meinte jedoch, dass das Fachabitur zuweilen umgangssprachlich als Abitur bezeichnet wird - das ist nicht okay.
Wenn du auf den psychologischen Faktor anspielst, dass
„Abitur“ im Wort selbst vorkommt, frag ich mich, was an einem
Abitur so besonders ist, dass solch ein elitäres Gehabe
angebracht ist und dieser Terminus bis aufs Blut
verteidigenswert erscheint.
==> Nein, als elitäres Gehabe meinte ich dies nicht. Der Terminus Abitut ist jedoch insofern „verteidigenswert“, als dass klar sein sollte, dass bei der Verwendung eben das Abitur am Ende der gesamten gymnasialen Oberstufe gemeint sein soll. Ausnahme: Abitur durch Abendschule im 3. Bildungsweg.
Die meisten „Fachabiturienten“ haben den Gymnasiasten etwas
voraus.
Nämlich die Praxisnähe.
Eine Fachhochschulreife erreicht man, abgesehen vom Abbruch im
12. Schuljahr an einem Gymnasium, durch einen großen
Praxisteil.
Sei es eine Ausbildung oder ein ausgedehntes Praktikum.
==> Nein, diese vermeintliche Praxisnähe haben die Fachabiturienten den Gymnasiasten nicht voraus, weil: 1) Gymnasiasten, die nach dem 12. Schuljahr abgehen, genau den selben Stoff gehabt haben, wie diejenigen, die weiter auf dem Gymnasium bleiben. 2) Fachoberschulen nicht besser hinsichtlich der Praxis ausbilden, als dies Oberstufen eines Gymnasiums tun.
Die Schule soll auf die Fachhochschule, oder die Universität
vorbereiten.
Daher ist es völlig obsolet zwischen „Halbakademikern“ und
„Vollakademikern“ zu unterscheiden, sei es nur auf zynische
Art.
Entscheidend sind gute studentische Leistungen und wenn diese
jemand mit einer FH-Reife auch an einer Universität
vollbringen kann, warum nicht?
==> De facto werden aber Leistungsscheine auf der Uni den FHlern anerkannt, die sie nicht absolviert haben. Die FHler fühlen sich sehr schnell diskreminiert, wenn es an zB mathematisch anspruchsvolle Dinge geht, die möchte man dann gerne „voll anerkannt“ aus dem FH-Studium bekommen. In der BWL ist es so z B möglich, dass man als Schüler nach dem 11. Schuljahr Mathe schlicht abgewählt hat, in der FOS auf einem niedrigeren Niveau Mathe hatte, keine Statistik, dies dann auch auf der FH und anschliessend auf der Uni sich gerne alle Statistik-Scheine anerkennen lassen möchte, um nicht „diskreminiert“ zu werden. Dies ist gegenüber den Abiturienten schlicht ungerecht und wertet deren Leistung relativ ab.
Und ob jemand mit einem „Fachabitur“ irgendwann promovieren
darf ist doch egal, denn er muss es ja auch KÖNNEN.
==> Auch hier wird dann aber die Leistung des Abiturs relativ abgewertet.
Grüße,
Oliver
Grüße
Sven
*kopfschüttelnd*