Rumanänische Namen

Hallo,
ich recherchiere gerade über den Pianisten Michelangeli, der ja mit dem
Dirigenten Celibidache (aus Rumänien) gearbeitet hat.
Nun bin ich auf den Sohn Celibidaches gestoßen, der Serge Ioan Celibidachi heißt.
Kann mir jemand erklären, was es mit dem -i am Ende des Namens (anstelle des -e)
auf sich hat? Schreibt er sich absichtlich anders als sein Vater? Oder hat das
was mit rumänischen Namen zu tun?
Danke für Eure Hilfe.
Sabine

Hallo Ludwina,

die übliche Endung von rumänischen Namen dieser Struktur ist „-ache“: Außer Celibidache fällt mir grad bloß Costache ein, aber es gibt noch einige. Eine irgendwie „deklinierte“ Form des Namens ist es jedenfalls nicht.

Soviel ich weiß, steht auf Celis Grabstein „Celibidachi“. Möglicherweise hat der Junior in diesem Punkt mehr Pietät walten lassen als betreffend die durch seinen Vater untersagte Veröffentlichung von musikalischen Aufnahmen.

„Celibidachi“ kann eine in der Familie oder lokal übliche Form sein. Familiennamen sind in Rumänien sehr spät, örtlich erst Ende des 19. Jahrhunderts, fixiert worden - eine Sprache, die jahrhundertelang ohne staatliche Organisation ist, bleibt beweglich. – Spekulativ ist auch denkbar, dass diese aus z.B. deutscher, englischer oder amerikanischer Sicht weniger „vertraut“ klingende Schreibweise eher dazu geeignet ist, die grausige teutonische Aussprache mit „ch“ = „tsch“ zu verhindern.

Schöne Grüße

MM