Lieber peet,
Summa summarum habe ich nur solche links gewählt, die zum
Thema einen Beitrag leisten, u.a. Hinweise auf die Aufnhamen
der heutigen Dialektenträger, auf die aktuelle Ausgaben der
entsprechenden Wörterbücher u.ä.
Ich fand die Links recht interessant, unter „nicht der Streitfrage dienlich“ meinte ich z.B. den Artikel von der Uni Bielefeld. Die dort aufgezeigten Tatsachen untersuchen einen Grenzfall, in der Statistik würdest du damit keinen Erfolg haben
Oder aber die Untersuchung der Sprachgewohnheiten der Einwohner von Magadan. Ich weiss nicht, ob du den Artikel vollständig gelesen hast, aber lass dir versichern: Ich persönlich würde bei dieser Umfrage exakt dieselben Antworten geben wie die dort befragten Leute - obwohl ich noch nie dort gewesen bin. Ist das etwa ein Hinweis auf die Existenz eines Dialekts? Wenn, dann wohl eher ein Gegenbeweis.
Das stimmt ganz genau, es genügt die Prosa von Nikolaj Leskow
zu nehmen. Es ist aber so, daß diese Tradition lebt bzw. neu
wiederbelebt wird, es genügt hier den Namen von Walentin
Rasputin zu nehmen. Somit nicht nur klassische sondern auch
zeitgenössische Literatur Russlands kennt Dialekte.
- Haben diese Dialekte noch bis heute Bestand? NEIN!
Das stimmt nicht, sie leben weiter!
Um einmal explizit einen Ausschnitt aus einem deiner Links aufzugreifen (leider lässt sich der Link nicht mehr aufrufen). Dort war von der Entstehung der Dialektologie die Rede, die sich aber schon Ende des 19 Jh. „beeilen“ musste, um die noch damals bestehenden Dialekte zu untersuchen, da sie immer schneller aus dem Sprachgebrauch verschwanden. Was meinst, wie es dann wohl später um die Dialekte bestellt war?
Denn spätestens seit der Einführung des sowjetischen
Bildungssystems - was für alle und überall gleich und
einheitlich war - verschwanden diese Dialekte einfach aus dem
alltäglichen Sprachgebrauch. Die nachfolgenden Generationen
hatten einfach keine Möglichkeit mehr, diese zu übernehmen.
In der tiefen Provinz leben immer noch ältere Leute, die ihre
Dialekte sprechen und, wie es von der Forschung mehrfach
belegt wurde, geben ihre Traditionen an die Enkelkinder
weiter, soweit sie noch im selben Dorf leben. Klar, wird dies
alles bedroht, es ist aber noch nicht vorbei damit, trotz
allen Versuchen bzw. Versäumnissen des Sowjetregimes.
Das ist es ja gerade. Die Enkelkinder bleiben nicht in der Dörfern, so daß die Älteren schon lange keine Möglichkeit mehr haben, ihre Eigensprache weiterzugeben. Mal abgesehen davon, daß die Jüngeren sich dafür heute nicht mehr interessieren. Und ich glaube du unterschätzt das sowjetische BIldungssystem, solltest du in dieser Hinsicht aber wirklich nicht 
Aus eigener Erfahrung weiss ich, daß das Russische am
Polarkreis sich nicht von dem unterscheidet, was z.b. auf der
Krim gesprochen wird. Es gibt dort nun mal keine Dialekte,
heute nicht mehr!
Am Polarkreis gab es auch früher keine Dialekte, es
funktioniert als Beispiel nicht. Dafür aber gibt es deutliche
Unterschiede zwischen der Sprache, Aussprache usw. zwischen
der Bevölkerung im Norden um Archangelsk oder im Dreieck der
russischen Gebieten an den Grenzen zwischen Weissrussland,
Ukraine und Russland („Polesje“) oder an der Wolga oder in
verschiedenen östlichen Gebieten oder unter den Altgläubigen
usw. Die würden sich nicht so leicht verstehen… Wenn du Zeit
und Lust hast, geh meinen links nach, an den Universitäten
werden Feldforschungen weiter geführt.
Da irrst du dich, warum soll es früher am Polarkreis keine Dialekte gegeben haben?
Wenn du aber den Fall mit Archangelsk aufgreifst, so ist es widerum ein Grenzfall, denn in der dortigen Gegend waren ursprünglich keine Russen ansässig. Ähnlich sieht es mit Polesje aus. Dort, wo drei - wenn auch stark miteinander verwandte - Sprachen aufeinander treffen, lässt sich eine gewisse Vermischung nicht vermeiden, doch ist es schon kein Dialekt mehr, da die Wörter nicht allein dem Russischen entsprangen, der Einfluss des Ukrainischen und Weißrussischen spielt da eine entscheidende Rolle. Und der ursprüngliche Fragesteller hat die anderen Sprachen ja von vornherein ausgeschlossen.
Ich bin schon wie gesagt allen deinen Links nachgegangen.
Und ich behaupte immer noch: Wenn man heute im Russischen noch von Dialekten überhaupt sprechen kann, dann sind ihr Areal und Bedeutung verschwindend gering und mit den deutschen Dialekten keinesfalls gleichzusetzen.
Grüße
Übrigens: ich finde deine HP sehr gut 
Ja, schön weiß, nicht?
gruß
Taurus