Russisch in Bremerhaven

Tag auch.

Ich habe 13 Jahre lang Russisch gelernt (10 in der Schule, dann ein Jahr Pause, danach 3 Jahre Berufsausbildung). Danach habe ich einen Job in Bremerhaven angenommen, bei dem ich diese Sprache eigentlich brauchen sollte.

Da das nicht wirklich geklappt hat, habe ich mich nach einem neuen Job umgesehen - und ihn auch bekommen. Bei diesem neuen brauche ich nun wirklich russisch, bin aber leider ziemlich aus der Übung.

Falls irgendjemand von euch in Bremerhaven wohnt und Lust hat, mit mir zu üben, wär ich euch absolut verbunden. Ich möchte mich nicht blamieren, denn sie haben mich extra eingestellt, weil ich Russisch kann. Wäre blöd, wenn ich gleich wieder rausfliegen würde, weil ich es nicht mehr kann.

Vielen Dank!!!

Schmunzl

Bosche moje Schmunzi
Da ist die Not groß. Wie kommt man an Russen? So schwierig ist das nicht. Setz dich mit dem Ausländeramt (Landratsamt) auseinander - der dem Sozialamt. Du solltest aber Spätaussiedler bevorzugen. Die sprechen Deutsch und Russisch gleichermaßen gut.
Gruß, Alexander

Seltsam
Hallo Alexander,

aus drei Gründen möchte ich mich einmischen. Deine pauschalisierte Hervorhebung der Spätaussiedler hat m.E. einen unangenehm klingenden Warenhaus- oder noch schlimmer Sklavenmarkt-Ton und führt sachlich aus meiner Sicht in eine falsche Richtung. An Stelle eines Spätaussiedlers würde ich mich beleidigt fühlen.

Erstens sind die meisten Spätaussielder beschäftigt und werden vom Ausländeramt nicht an die Herren Interessenten je nach Bedarf zentral verteilt. Zweitens fehlt deinem Spätaussiedler als einem durchaus seltsamen Sammelbegriff in diesem Zusammenhang die didaktische Qualifikation, um die Sprache zu unterrichten. Es reicht nicht, eine Sprache zu beherrschen, um es zu unterrichten.
Und drittens sind die sogenannten Spätaussiedler an sich leider keine Referenzmarke für die Beherrschung von zwei Sprachen. Wie auch? Infolge ihres historischen Schicksals sprechen die meisten von ihnen schwäbisch und gebrochen Russisch (alte Leute) oder dialektal (meist ural- oder sibirisch-) gefärbtes ländliches Russisch und modernes Deutsch (junge Leute). Ist es denn nicht so, daß die ersten kaum Deutsch, die zweiten kaum Russisch schreiben können?

An deiner Stelle würde ich dem Fragesteller einen weniger problematischen Weg zur Volkshochschule empfehlen. Ausserdem würde ich einen Muttersprachler ausfindig machen, der/die eine Sprachunterrichtsqualifikation besitzt. Sonst ist es verlorene Zeit.

Gruß

Da ist die Not groß. Wie kommt man an Russen? So schwierig ist
das nicht. Setz dich mit dem Ausländeramt (Landratsamt)
auseinander - der dem Sozialamt. Du solltest aber
Spätaussiedler bevorzugen. Die sprechen Deutsch und Russisch
gleichermaßen gut.

You:
aus drei Gründen möchte ich mich einmischen. Deine pauschalisierte Hervorhebung der Spätaussiedler hat m.E. einen unangenehm klingenden Warenhaus- oder noch schlimmer Sklavenmarkt-Ton und führt sachlich aus meiner Sicht in eine falsche Richtung. An Stelle eines Spätaussiedlers würde ich mich beleidigt fühlen.
Me:
Da ich sehr lange im Ausland gelebt habe, habe ich am eigenen Leib erfahren, was es heißt, selbst ein Fremder zu sein. Daher kann ich durchaus die Situation der ausländischen Menschen hier verstehen. Ich habe selbst mehrere Jahre lang in meiner Freizeit Deutsch für Ausländer an einer Volkshochschule unterrichtet. Die VHS fiel mir erst ein, als der Brief schon draußen war. Falls Schmunzi hätte bayrisch oder ein anderes schwieriges Idiom hätte lernen mögen, hätte ich ihm mit gleicher Wortwahl einen Bayern empfohlen, ohne gleich an Sklaverei zu denken.
You:
Erstens sind die meisten Spätaussiedler beschäftigt und werden vom Ausländeramt nicht an die Herren Interessenten je nach Bedarf zentral verteilt.
Me:
Da kennst du den Arbeitsmarkt nur oberflächlich. Ich komme gelegentlich ins örtliche Aussiedlerheim und sehe die jungen Leute den ganzen Tag herumlungern — weil sie eben keine Arbeit haben.
You:
Zweitens fehlt deinem Spätaussiedler als einem durchaus seltsamen Sammelbegriff in diesem Zusammenhang die didaktische Qualifikation, um die Sprache zu unterrichten.
Me:
Da ja Schmunzi über viele Jahre Russisch hatte, braucht er ja wohl keinen Intensivkurs Russisch, sondern nur Konversation. Und da er dann Kontakt zu Spätaussiedler bekommt, lernt er auch deren Probleme mal kennen. Vielleicht kann er mal deren Isolation aufbrechen und seinen „Russen“ helfen, mal in Deutschland anzukommen.
You:
Und drittens sind die sogenannten Spätaussiedler an sich leider keine Referenzmarke für die Beherrschung von zwei Sprachen. Wie auch?
Me:
Ich kenne mittlerweile einige Mädchen, sie gehen in eine deutsche Schule, und sie sprechen fließend Deutsch und Russisch.
You:
Infolge ihres historischen Schicksals sprechen die meisten von ihnen schwäbisch und gebrochen Russisch (alte Leute) oder dialektal (meist ural- oder sibirisch-) gefärbtes ländliches Russisch und modernes Deutsch (junge Leute). Ist es denn nicht so, daß die ersten kaum Deutsch, die zweiten kaum Russisch schreiben können?
Me:
Ich habe nicht das Gefühl, als ob du den Kulturkreis der Spätaussiedler kennst. Hier ein Fallbeispiel: Olga, geboren in Alma Ata. Spricht fließend Russisch und Deutsch — akzentfrei. Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, dass Schmunzi gerne Russisch mit einem sibirischen Akzent spräche.
You:
An deiner Stelle würde ich dem Fragesteller einen weniger problematischen Weg zur Volkshochschule empfehlen. Außerdem würde ich einen Muttersprachler ausfindig machen, der/die eine Sprachunterrichtsqualifikation besitzt. Sonst ist es verlorene Zeit.
Ja, empfehlen wir dem Schmunzi die VHS. Das halte ich für eine gute Idee.
Gruß, Alexander