hi
bin ein weltkrieg interessierter mensch. habe demletzt auf wikipedia einen bericht gelesen indem es darum ging ob russland auf seiten deutschlands in den krieg eintreten wäre.
russland war ja von dieser idee gar nicht abgeneigt und wäre sogar bereit gewessen an deutscher seite zu kämpfen ( bzw in erster linie wichtige rohstoffe liefern ). dafür wollten sie aber stritige gebiete von den deutschen haben.
hitler lehnte es letzendlich ab und erklärte russland den krieg.
wieso war er so blöd ? er hätte doch die gebiete abgeben können und im gegenzug einen gewaltigen partner an der seite gehabt.
ich finde das war ein strategischer fehler russland nicht auf die deutsche seite zu ziehen.
oder was denkt ihr ? russland wollte ja auch expandieren, aber das ziel war nie der westen gewessen. die östlichen gegenden interessierte russland ja viel mehr
Dass die Sowjetunion die deutschen Kriegsführung im großen Stil unterstützt hätte, halte ich für wenig wahrscheinlich. Vielleicht hätte sie sich neutral verhalten und dann wohl auch Handel mit dem Reich getrieben. Natürlich gab es eine Zusammenarbeit bei der Zerschlagung Polens, aber mittelfristig rechneten beide Seiten damit, dass man gegeneinander in den Krieg ziehen würde.
Beide Diktaturen waren so ausgerichtet, dass sie einander als größte Bedrohung betrachteten - territorial und ideologisch. Das nationalsozialistische Deutschland betrachtete die Slawen als minderwertiges Volk, das es zu unterjochen und deren Land es anzueignen gelte. Ein japanisches Großreich in Asien, eine isolierte USA und vielleicht noch ein Großbritannien mit überseeischem Kolonialreich hätte man wohl zumindest mittelfristig akzeptiert, nicht aber eine zweite europäische Kontinental-Großmacht, die die Sowjetunion war.
Die auf Klassenunterschiede aufbauende kommunistische Ideologie und die rassistischen NS-Ideologie schlossen einander ebenso aus. Die Diktatur des Proletariats lässt keinen Raum für die „Volksgemeinschaft“ und umgekehrt.
Die Sowjetunion stellte zwar nicht die territoriale Eroberung im „klassischen“ Sinn in den Mittelpunkt, sondern den Export der „Weltrevolution“. Sie hätte auf Dauer kein ideologisch völlig anders gestricktes Großreich in unmittelbarer Nachbarschaft akzeptiert.
Ich denke, dass man bei dermaßen hochgradig ideologisierten Systemen wie dem nationalsozialistischen Deutschland und der Sowjetunion nur bedingt Maßstäbe der militärischen „Vernunft“ anlegen kann. Logische Überlegungen wurden schnell beiseite geschoben, wenn sie nicht zum Weltbild passten.
Hallo,
zu den ideologischen Problemen hat Volker ja schon geschrieben, deswegen von mir nur, wo das strategische Sprengstoffpotential gelegen hätte.
a.) Russland wollte eisfreie Häfen. Die konnte es aber direkt nur im Ostseeraum bekommen. Sprich Polen.
b.) Das Interesse Russlands war durchaus in den Westen gerichtet. Insbesondere die Expansion in Richtung Südwesten (von Deutschland aus gesehen Südosten) war für Russland sehr interessant, da es zusammen mit der damals ja bereits in Italien (vor Mussolini) starken KP auch einen Mittelmeerzugang hätte darstellen können. Spätestens and dieser Stelle hätte Deutschland also zwei Verbündete gehabt, zwischen denen es irgendwann geknallt hätte.
c.) Russland war groß und arm, vor allem in militärischer Hinsicht. Eine Reorganisation und Modernisierung der Ausrüstung setzte erst 1941 ein. Wer mit Russland verbündet war, musste also erst einmal gewaltige Materialmengen ranschaffen damit die Russen überhaupt fühig waren, Krieg zu führen. Dazu hatten wir ja eine interessante Diskussion früher auf diesem Board. Denn es ist zwar auf einer was-wäre-wenn-Ebene unbeweisbar, aber m.E. deuten die Zahlen darauf hin, dass der Eintritt Russlands bei den Alliierten nach Hitlers Überfall, den Krieg eher verlängert hat. Deutschland hätte aber im Falle dass die Russen auf deutscher Seite marschiert wären, nie die Kapazitäten besessen, die Russen erstmal militärisch aufzufüttern.
Gruß
Peter B.
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Hallo,
bin ein weltkrieg interessierter mensch. habe demletzt auf
wikipedia einen bericht gelesen indem es darum ging ob
russland auf seiten deutschlands in den krieg eintreten wäre.
gibt es dazu vielleicht einen Link?
russland war ja von dieser idee gar nicht abgeneigt und wäre
sogar bereit gewessen an deutscher seite zu kämpfen ( bzw in
erster linie wichtige rohstoffe liefern ). dafür wollten sie
aber stritige gebiete von den deutschen haben.
Rohstoffe haben sie ja auch geliefert, dafür wollten sie aber Sachleistungen (z.B. die Seydlitz) und Devisen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsch-Sowjetischer_Wi…
Die Absteckung der Interessensphären in Osteuropas fand zwar zur selben Zeit statt, war aber nicht direkt an die Rohstofflieferungen geknüpft.
hitler lehnte es letzendlich ab und erklärte russland den
krieg.
Hitler dachte sich: warum den Sowjets das ganze Geld in den Rachen schmeißen, wenn ich die Rohstoffe doch billiger selber abbauen kann.
wieso war er so blöd ? er hätte doch die gebiete abgeben
können und im gegenzug einen gewaltigen partner an der seite
gehabt.
Auf deutscher Seite wäre Stalin nie in den Krieg eingetreten.
ich finde das war ein strategischer fehler russland nicht auf
die deutsche seite zu ziehen.
oder was denkt ihr ? russland wollte ja auch expandieren, aber
das ziel war nie der westen gewessen. die östlichen gegenden
interessierte russland ja viel mehr
Zw. 1939 und 1945 hatte die SU hinzugewonnen:
im Osten: die Kurilen
im Westen: den Osten Finnlands und Polens, das Baltikum, den Norden Ostpreußens und Bessarabien
Also ich sehe da kein gesteigertes Interesse an einer Expansion nach Osten.
Gruß
Zw. 1939 und 1945 hatte die SU hinzugewonnen:
im Osten: die Kurilen
im Westen: den Osten Finnlands und Polens, das Baltikum, den
Norden Ostpreußens und Bessarabien
Also ich sehe da kein gesteigertes Interesse an einer
Expansion nach Osten.
Gruß
Im Osten der Sovjetunion ist auch recht wenig Territorium zum expandieren
Alaska wurde noch vom Zaren an die USA verkauft.
Gruß