Hallo Patrick!
obwohl wenn man bedenkt das die MIG das bislang stärkste
kampfflugzeug ist oder der T90 ein überaus starker kampfpanzer
ist der locker mit dem M1 A1 mithalten kann…
Wo man solches Zeug einsetzt, hat man hinterher zerstörte Infrastruktur. Damit gibts nichts zu gewinnen. Vielmehr muß jeder froh sein, die ruinierten Infrastrukturen nicht an der Backe zu haben. Seit es die Fähigkeit gibt, sich gegenseitig mit Massenvernichtungswaffen den Garaus zu machen, haben sich frühere Eroberungsstrategien ohnehin erledigt. Unsere Altvorderen tobten noch in Richtung irgendwelcher Kohlereviere und Ölfelder los. Hat sich auch erledigt. Soviel Öl gibts nicht, daß sich die Sache je lohnen kann. Auch an Heeren von verklavten Menschen, die man mit Gewalt auf den Acker und zum Straßenbau zwingt, kann niemand mehr Interesse haben. Ein paar leistungsfähige Maschinen verursachen nur einen Bruchteil der Kosten für Wachmannschaften und schaffen mehr als unterworfene Menschen. Verbraucher und Kunden, denen es gut geht, sind deutlich wertvoller. Was gebraucht wird, sind Köpfe und Technologie. Nur dummerweise gibts keine militärischen Mittel, mit denen sich Menschen zu Kreativität zwingen lassen. Man kann nur an freien Köpfen ein Interesse haben, um sich deren Ergebnisse zu kaufen. Wer glaubt, mit Panzern und Kampfflugzeugen noch irgendetwas Sinnvolles erreichen zu können, ist deshalb schief gewickelt und kommt um ungefähr 100 Jahre zu spät.
Das galt im Grundsatz auch schon zu Beginn des 2. Weltkrieges. Die Vorstellungen vom „Lebensraum im Osten“ und der Unterwerfung von Völkern waren längerfristig nicht tragfähig und volkswirtschaftlich selbstmörderisch, dies ganz unabhängig von ethischer und moralischer Abwegigkeit.
Das gesamte Handeln bis hin zum Kriegsbeginn mit dem Einmarsch nach Polen war nicht von Rationalität und allemal nicht von langfristig tragfähiger Planung geprägt. Das Deutsche Reich war 1939 gründlich pleite, nachdem große Teile der Volkswirtschaft jahrelang für die Rüstung arbeiteten. Man hatte jahrelang Sachen produziert, mit denen sich überhaupt nichts anfangen läßt, außer eben andere Sachen kaputt zu machen und Wertschöpfung durch Raubzüge zu erzielen. Das war mittelalterliches Denken, an rückschrittlicher Dämlichkeit kaum zu übertreffen. So bringt eine Eroberung im ersten Moment etwas Ertrag durch Ausrauben, um in der Folgezeit dauerhaft Kräfte zu binden, ohne daß noch Brauchbares in unfrei gehaltenen Gebieten entstehen kann. Mit ein bißchen mehr Substanz zwischen den Ohren der politischen Führung hätte das alles 1933 schon bekannt sein können. Die Herrschaften hatten gar nicht mitbekommen, daß sich die Methoden von Raubzügen und Unterwerfung längst überlebt hatten.
Deine Frage zielte aber in Richtung Rußland, oder besser Sowjetunion. Deren Besatzungspolitik nach dem 2. WK war nicht einmal entfernt mit den Vorhaben des Gröfaz vergleichbar. Land, landwirtschaftliche Flächen und Bodenschätze aller Art hat die SU weit mehr, als im übrigen Europa zu holen ist. Nach anfänglich heftigen Demontagen von Industrieanlagen kam die Einsicht, daß das weggeschaffte Zeug nicht viel nützt, statt dessen aber eine dauerhafte Belastung entsteht. So entwickelte sich ein sowjetischer Einflußbereich mit weitgehender Automie der besetzten Gebiete, in denen es den Menschen deutlich besser ging als in der SU und die zu wichtigen Lieferanten und Absatzmärkten für die SU wurden. Nach Aufgabe des als Folge des 2. Wk entstandenen militärischen Engagements, ist der gegenseitige Nutzen, also auch für das heutige Rußland, explosionsartig in die Höhe geschossen. Merke: Der Militärkram mit Besatzung und Unterwerfung ist wirtschaftlicher Unfug.
Wer das alles nicht glauben will, möge in den USA nachfragen, was die Besetzung des Irak bis heute kostete. Dann kann man ausrechnen, ob alle bekannten Ölvorkommen im Irak ausreichen, die Kosten zu decken. Das ist nicht der Fall, es ist viel billiger, die Bodenschätze zu kaufen. Der Eroberer muß deshalb versuchen, aus der ruinösen Nummer schnellstmöglich wieder heraus zu kommen.
Gruß
Wolfgang