Hallo Olli,
Ryanair (http://www.ryanair.com/german/index.html), German Wings (http://www.germanwings.com), Hapag Lloyd Express (http://www.hapaglloydexpress.de), EasyJet (http://www.easyjet.com/de/)… es funktioniert immer nach dem gleichen Muster:
diese Airlines arbeiten nach dem „No-frills“-Konzept (no frills = kein Schnickschnack).
- Das bedeutet daß sie ihre Tickets nur über das Internet oder direkt am Schalter des Airports verkaufen (=spart Reisebüro-Provisionen).
- Außerdem gibt es kein teures Buchungssystem und Plätze in verschiedenen Klassen, man steigt ein und sucht sich im Flieger einen Sitzplatz (=spart Verwaltungsaufwand und damit Geld).
- Getränke und Snacks gibt es unterwegs nur, wenn man es zusätzlich bezahlt (=spart überflüssige Verpflegungskosten bei den relativ kurzen innereuropäischen Flügen).
- Man benutzt nicht die in den Gebühren sehr teuren Großflughäfen, sondern fliegt zu preiswerten peripheren Airports. Diese profitieren von den durch die Airline gesteigerten Passagierzahlen und erlassen der Airline im Gegenzug teure Landegebühren (=spart Abfertigungsgebühren).
- Aufgrund der unkomplizierten Abwicklung und der kleinen Airports kann das Flugzeug den Turn-around (Zeit zwischen Landung und nächstem Abflug) in ca. 1/2 Stunde absolvieren. Andere Airlines stehen meist 1 1/2 bis 2 Stunden am Boden -> die „Billigflieger“ können mit ihren Maschinen mehr Flüge als die teure Konkurrenz durchführen (=höhere Effektivität).
- manche Flugzeuge werden nicht in der Company livery, sondern mit Werbung lackiert (=bringt zusätzlich Werbegelder).
- Umbuchungen, Stornierungen, Sondergepäck, Hotline… all das kostet bei den No frills-Airlines zusätzliches Geld, wer also darauf angewiesen ist müßte ggf. zusätzliches Geld bezahlen. Nimmt man derartigen Service nicht in Anspruch muß man dafür auch nicht bezahlen.
==> die „Billigflieger“ sparen also sehr viel Geld ein und geben diesen Preisvorteil an die Kunden weiter. In einem Punkt braucht man sich keine Sorgen zu machen: hinsichtlich der Sicherheit. In diesem Punkt kann auch die preiswerte Airline keine Zugeständnisse machen und alle Billigflieger gelten als sichere und unproblematische Airlines.
Fluggesellschaften verkaufen früh gebuchte Plätze besonders preiswert - bei den Billigfliegern sind das die plakativen Angebote von 5€- oder 10€-Tickets.
Ist das relativ kleine Kontingent dieser Plätze bereits verkauft kommt man in die nächsthöhere Buchungsklasse, wo die Tickets dann auch mehr kosten.
Man kann also nicht davon ausgehen daß man in jedem Fall dieses besonders preiswerte Ticket aus der Werbung bekommt, sondern muß damit rechnen eine teurere Buchungsklasse bezahlen zu müssen. Die Gebühren (Steuer, Sicherheitsabgabe) werden meistens extra berechnet und kommen noch dazu.
Am Ende zahlt man meistens doch weit mehr als man anhand der Werbeangebote zunächst gedacht hat - andererseits bleibt man bei geschickter Planung in aller Regel doch weit unter den Preisen anderer Airlines. Die meisten Flüge der Billigflieger kosten nach wie vor weniger als die Hälfte dessen, was man anderswo bezahlt.
Weil Du speziell nach Ryanair gefragt hast: Abflugorte sind in Deutschland Hahn im Hunsrück (ca. 100 km von Frankfurt entfernt), Lübeck und Friedrichshaven.
Hahn bietet kostenlose Parkplätze (nicht unwichtig, wenn man bedenkt was andere Flughäfen verlangen) und wird von Ryanair gerne als „Frankfurt-Hahn“ bezeichnet (weil es von der Betreibergesellschaft des Frankfurter Flughafens geführt wird).
Am Zielort muß man allerdings noch vom peripheren Flughafen in die Stadt kommen (also von Stansted nach London, von Pisa nach Florenz, von Pescara nach Rom, von Hahn nach Frankfurt, …) was mit Kosten verbunden ist und Zeit kostet. Organisatorisch ist es meist unproblematisch weil Ryanair verbilligte Tickets bereits im Flugzeug anbietet und die meisten lokalen Verkehrsbetriebe immer passend zu Ryanair-Landungen und -Abflügen Verkehrsverbindungen anbieten.
Fazit: Billigairlines sind eine gute Sache weil sie den Markt beleben und bei geschickter Planung auch eine Reise zur relativ kleines Geld ermöglichen. Gespart wird an überflüssigem Schnickschnack, nicht aber an der Sicherheit. Allerdings darf man nicht davon ausgehen daß man immer Zugriff auf die in der Werbung genannten Superpreise hat und muß bereit sein gewisse organisatorische Umstände in Kauf zu nehmen, um von peripheren Flughäfen zum eigentlichen Reiseziel zu gelangen.
Neben Ryanair ab Hahn starten demnächst auch Hapag Lloyd Express und German Wings (Tochter von Lufthansa und Eurowings) ab dem Flughafen Köln/Bonn.
Richte Dich aber darauf ein daß momentan ein großer Run auf diese Airlines stattfindet und gerade zu Weihnachten schnell alle Plätze ausgebucht sind - die zu besonders günstigen Preisen auf jeden Fall.
Schöne Grüße,
MecFleih