S. einfachen Schaltpan 12V DC -> ~110V AC 400Hz

Hallo,
ich habe mir vor ner Woche bei Conrad ein kleines Stück LEON LINE - Leuchtschnur gekauft. Leider hatten die das Ansteuergerät nicht mehr. Ich habe mir aber das Datenblatt von Conrad geholt, nur ist dort im Schaltplan nicht der Übertrager beschrieben.
Naja, ich experimentiere schon die ganze Zeit herum, komme aber nicht so recht zum richtigen Ergebnis.
Ich habe hier eine Blitzelektronik, die ich auch schon auseinandergefummelt habe, nur schwingt die irgendwo im kHz Bereich, man riecht jedenfalls schon NOx.
Ein Oszilloskop habe ich nicht sofort griffbereit - und ein L Messgerät habe ich auch nicht.

Zu der Leuchtschnur noch - ich habe nach technischen Daten gesucht und habe auf irgendeiner Seite die angaben ungefähr 110V und 400Hz gefunden.

Das ist der jetzige Schaltplan des ehemaligen Blitzers:

 +9V -------+------+ +------+ unbelastet noch bis ca. 1-2kV
 | | |
 | | \* |
 R1 | | # \* #
 2,2k | | # \* #
 | # \* # Tr1
 ----------- \* #
 | | \* #
 | +------- \* #
 | # \* #
 | # \* #
 | # \* #
 | | \* |
 | +-+--+
 | |
 T1 \>|---------+
 BD243 | |
 | R2 | | 
 | 15k | |
 | |
 GND-----+-----------+

Meine frage ist, wie kann ich die Frequenz auf ungefähr 400Hz halten / bremsen?
Oder gibt es noch eine bessere Lösung?

Danke,

Martin

Guten Morgen, Martin!

„Durch die Brust ins Auge“, so hört es sich jedenfalls an.
Was ist das, eine „Leon Line“-Leuchtschnur? Wird das Licht über Gasentladungsstrecken, über vor sich hinglühende Lämpchen oder wie erzeugt? Um welche elektrische Leistung geht es?

Zur Zündung einer Blitzlampe wird ein Elko geladen. Der Ladevorgang wird mit einer Stromquelle bewerkstelligt. Ein Ladestrom erzeugt am Ladekondensator eine kontinuierlich bis auf die Zündspannung der Blitzlampe ansteigende Spannung. Dafür braucht man etliche 100 V. Um die Zündspannung aus einer kleinen Batteriespannung zu erzeugen, läßt man einen Oszillator einen Transformator speisen. Damit der Transformator möglichst klein wird, wählt man die Arbeitsfrequenz so hoch es irgend geht. Damit die Anordnung als Stromquelle funktioniert, hat der Trafokern einen Luftspalt. Nennenswerte Dauerleistung oder eine konstante Spannung steht dabei nicht zur Verfügung.

Du brauchst 400 Hz. Warum? Weil es in einem Datenblatt steht? 400 Hz ist eine Sch***frequenz für einen elektronischen Wandler. Viel zu niedrig. Ungünstig für Ferrite und außerdem wird der Trafo baulich groß. Nun müßte man wissen, was zum Leuchten gebracht werden soll. Für Glühfäden ist die Frequenz egal. für Gasentladungsstrecken weitgehend ebenfalls. Die werden mit höherer Frequenz sogar immer zündwilliger. Einige zig kHz schaden dabei nichts. Glühlampen brauchen eine einigermaßen konstante Spannung, Gasentladungsstrecken brauchen nach dem Zünden einen konstanten Strom. Die Spannung stellt sich an der Gasstrecke von alleine ein (wenn der Strom begrenzt ist).
Es gibt aber noch andere lumineszierende Einrichtungen. Deshalb solltest Du zunächst verraten, um was es sich handelt. Dabei kann ich allerdings mit Conrad-Trivialbezeichnungen wenig anfangen.

Wahrscheinlich aber lohnt es sich für Dich nicht, tiefer und mit Aussicht auf Erfolg in die Materie einzusteigen. Ohne Meßmittel, ohne Oszilloskop und insbesondere ohne Sachkenntnis und einige Erfahrung hat noch niemand einen Wandler zum Laufen gebracht. Im günstigsten Fall kommt ein Haufen zerschossener Halbleiter dabei heraus. Selbst mit dem Schaltbild eines erprobten Wandlers hast Du kaum eine Chance, den als Ungeübter zu realisieren.

Gruß
Wolfgang

Conrad: Leon Line basiert auf dem
Prinzip der EL-Folie, die häufig zur Hinterleuchtung von
LCD-Displays benutzt wird. Steuerspannung 130 V~

Ich weiß nicht warum, aber ich hab gerade bei Conrad doch noch das Datenblatt gefunden, hab ich wohl irgendwie übersehen -
Naja, ich kann mit Frequenzen von 200 bis 2000 Hz und Spannungen von 40 bis 120V AC arbeiten. 120V bei 2000Hz zieht die Schnur 10 mA pro Meter. Ich habe nur einen Meter gekauft.

Zu meiner skizzierten Schaltung:

Das war mal ein Blitzbausatz von Conrad, ich habe damit schon früher experimentiert. Also, eben Elkos mit einigen uF auf 400V aufgeladen, größere Dekorglimmlampen betrieben usw.

Naja, und nun dachte ich mir halt, stricke ich das Teil so um dass das mir die ungefähr gewünschten Werte liefert.

Damit die Anordnung
als Stromquelle funktioniert, hat der Trafokern einen
Luftspalt.

Soweit ich das sehe, hat der Übertrager auf der Platine keinen Luftspalt - nur Klebestellen

Ich denke wenn, ich eine Teslaspule, eine Zeilentrafo- und Zündspulenansteuerung selbstbauen/nachbauen kann, werde ich das auch wohl noch schaffen.

An einem Oszi soll’s nicht scheitern, ist nur etwas unbequem jedes mal 800 m zur Firma meines Vaters zu laufen… :smile:
Ein C Messgerät habe ich schon, ich sollte mir eventuell auch mal ein L Messgerät anschaffen.
Ich habe kein Problem „tiefer in die Materie einzutauchen“. Wieso nicht, es kann nicht schaden, ich bin gerade in der Ausbildung zum Mechatroniker, es heißt eigentlich ein bisschen Mechanik und ein bisschen Elektrik, aber in der Abschlussprüfung kann momentan noch aus beiden Bereichen alles drankommen…

MfG,
Martin

Stromversorgung für EL-Folie
Hallo,
wie Wolfgang schon geschrieben hat, wäre ein wenig mehr
Information zum Problem ganz hilfreich. In diesem Fall z.B.
die Bestellnummer von Conrad für die Leuchtschnur und auch
wenigstens die Kurzbeschreibung.
Das darf sich sonst der liebe Experte erst mal zusammensuchen
(Experte ist ja schließlich nicht mit Hellseher und Wahrsager
gleichzusetzen).

Nun zum Problem: Wie ich nun selber herausgefunden habe, ist die
Leuchtschnur ein Variante von EL-Folie, wie sie bei Hintergrund-
Beleuchtung für Displays Verwendung findet.
Damit hatte auch Wolfgang was mit anfangen können :wink:

Eine Blitzelektronik eignet sich dafür sicher gar nicht, weil
da ganz andere Randbedingungen stehen.

Die EL-Folie muß mit einer Wechselspannung ca. 110…150V
betrieben werden. Die optimale Frequenz ist ca. 400Hz und die
Spannung muß absolut frei von Gleichspannung sein.
Deshalb wird mit Trafo als Übertrager gearbeitet.
Wenn die Bedingungen nicht eingehalten werden (besonders gleich-
spannungsfrei) , altert die EL-Folie schneller bzw. geht
schneller kaputt.
Für einen Test kann man allerdings die Folie auch über einen
Vorwiderstand an 230V-Netzspannung betreiben. Dabei muß über den
Widerstand ca. 110V Abfallen. Wie groß der Vorwiderstand sein
muß, sollte aus dem Datenblatt (Strom bzw. Leistung) zu
errechnen sein.
Allerdings muß ich davor warnen, mit Netzspannung zu
experimentieren, wenn Du keine ausreichenden Kenntnisse und
Erfahrungen dazu hast.
Alternativ kann man so einen Wandler bei anderen Elektronik-
distributoren kaufen -> Zubehör bzw. Spannungsversorgung für
EL-Folie. Gib’s z.B. bei Farnell (ca. 40DM).
Einen Bauplan habe ich leider nicht zur hand.
Gruß Uwi