Arbeiten mit Licht
Ich träumte von tollen Kontrasten und
altem Mauerwerk, herausgekommen sind leider ziemlich eintönige
Bilder, viel stumpfes grau und eigentlich überhaupt keine
Kontraste. Gibt es überhaupt eine Chance, mit einer 0-8-15
Kamera ordentlich schwarz/weiss zu fotografieren und wie
sollten die Motive gestaltet sein, dass zufriedenstellende
Ergebnisse rauskommen?
Hiho.
Ja, natürlich ist das möglich, sofern die Kamera ein bis zwei manuelle Einstellungsmöglichkeiten hat (komme ich gleich noch zu), und sie ein halbwegs brauchbares Objektiv hat.
Zu der Chemie wurde ja schon einiges gesagt - dem kann man sich nur anschließen.
Allerdings gibt es bei den Laboren zwischen Schlecker-billig und Fachlabor-edel noch Zwischenstufen. Es gibt auch so genannte „halbprofessionelle Dienste“.
Tipp: Geh’ mal in ein alteingesessenes Fotogeschäft und frage danach - lass Dich beraten. Ein Fachlabor ist wieder etwas anderes und geht in Richtung professionell.
Zu den Motiven.
Wenn Du Kontraste haben willst, sollte das von der Beleuchtung natürlich schon gegeben sein (Sonnenschein, morgentliches oder abendliches Streiflicht, bei der die Sonne tief steht).
Wichtig auch: Die Belichtung.
Faustregel: Wenn Du bei Sonnenschein auf einer grauen Fläche (z.B. Straße) einen SCHATTEN anmisst, hast Du einen wirklich brauchbaren Wert.
Nun wirst Du wahrscheinlich diesen Wert nicht einstellen können (Blende und Belichtungszeit nicht anwählbar?).
Egal, merke Dir diesen Wert (z.B. 1/125 sec bei Blende 8), fxiere dann Dein Motiv (wahrscheinlich andere Werte) und verstelle die FILMEMPFINDLICHKEIT (hat jede Kamera) solange, bis Dir bei Deinem Motiv Dein vorher gemerkter Wert (oder ein entsprechender z.B. 1/250 bei Blende 5,6 ODER 1/60 bei Blende 11 in diesem Fall) angezeigt wird.
Das funktioniert, allerdings kenne ich natürlich nicht Deine Kamera.
Es gibt auch noch andere Faustregeln:
Beispielsweise sollte man stark reflektierende Flächen (Schnee, Meer) bis 2 Blenden überbelichten, ja überbelichten!!! (also ASA 100 statt ASA 400 an der Filmempfindlichkeit 'rumschrauben / Kamera gibt dann mehr Licht, weil sie von einem niederempfindlicheren Film ausgeht) und sehr dunkle Flächen bis zu 2 Blenden unterbelichten (genau umgekehrt: 400 statt 100).
Das hängt damit zusammen, dass der integrierte Belichtungsmesser auf einen bestimmten Grauwert geeicht ist (ich glaube ca. 34%), also einen Durchschnittswert, der nur selten wirklich gegeben ist. Bei Schnee werden 90% des einfallenden Lichtes reflektiert. Die Kamera „denkt“ aber, es seien nur 34%, rechnet von diesem Wert auf 100% hoch und geht damit von mehr Licht aus, als wirklich da ist und korrigiert gegen, indem die Blende mehr geschlossen wird als nötig wäre. Das Ergebnis wäre: Unterbelichtung !!!
Deswegen: Manuell gegen steuern.
Guck’ mal, was Du an Deiner Kamera so findest und experimentiere einfach mal ein bisschen 'rum. Dafür kannst Du ja auch die billigeren Color-Filme nehmen und sie dann zu einem Discounter bringen (mein Tipp für Billig-Kram: IDEA-Drogerie).
Uff, jetzt sind die Finger wund 
Ahoi
Claudia