S/w Fotos - Brauche Tipps

Ich muss vielleicht vorausschicken, dass ich nicht der Ober-Profi beim Fotografieren bin und nur eine ganz normale Kamera benutze, also nix Spiegelreflex oder dergleichen. Jetzt hab ich neulich mal einen Schwarzweiss-Film ausprobiert, einen Ausflug zu einer Klosterruine gemacht und mich riesig auf tolle Bilder gefreut. Ich träumte von tollen Kontrasten und altem Mauerwerk, herausgekommen sind leider ziemlich eintönige Bilder, viel stumpfes grau und eigentlich überhaupt keine Kontraste. Gibt es überhaupt eine Chance, mit einer 0-8-15 Kamera ordentlich schwarz/weiss zu fotografieren und wie sollten die Motive gestaltet sein, dass zufriedenstellende Ergebnisse rauskommen?

Vielen Dank schon mal im Voraus für die Antworten

Akrimo

Du könntest die bilder einscannen, danach die graustufen anzeigen lassen und je nach belieben bearbeiten mit einem guten bildbearbeitungprogramm (adobe photoshop z.b.). Danach kannst du sie dir ausdrucken

sicherlich gibts auch gute filme aber davon hab ich auch keine ahnung :frowning:

Hy,

entwickelst Du selber oder lässt Du im laden entwickeln? ich nehme mal an letzteres, denn hier werden eben die Standardeinstellungen der Entwicklungsmaschine genommen 8mittige Einstellung).
Um mehr Kontrast bei s/w zu bekommen nimmt man (wenn mich meine alten Analogzeiten nicht täuschen) einen starken Rotfilter. Dadurch hat man halt mehr Kontrast. Ansonsten später die Bilder einscannen und per Bildverarbeitung den Kontrast hochdrehen.
Wenn man insgesammt etwas bessere s/w Fotos haben will kann man sich auch überlegen ein kleines s/w Labor zu hause einzurichten. Dann kann man auch den Film anders entwickeln und auf die Ergebnisse besser Einfluss haben. DAS wäre dann aber schon etwas mehr :wink:

Gruß
h.

Hi Akrimo,

ich vermute mal, daß Du die Negative und Abzüge nicht selber entwickelt hast.
Dann liegt es nicht an Deiner Kamera, sondern an der Einheitsoße der Entwickler, daß Du nur Wischiwaschikontraste erhalten hast.

SW muß selber verarbeitet werden, oder in einem Fachlabor, aber das ist dann unbezahlbar.

Schau mal bei den verschiedenn Einrichtungen der Erwachsenenbildung (VHS, kirchliche Bildungswerke etc.) vorbei. Dort gibt es häufig auch ständige Ggruppen, die sich mit SW befassen. Dort kannst Du Negative entwickeln und vergrößern. Dann sind Deine Ergebnisse meist um Größenordnungen besser.

Gandalf

Arbeiten mit Licht

Ich träumte von tollen Kontrasten und
altem Mauerwerk, herausgekommen sind leider ziemlich eintönige
Bilder, viel stumpfes grau und eigentlich überhaupt keine
Kontraste. Gibt es überhaupt eine Chance, mit einer 0-8-15
Kamera ordentlich schwarz/weiss zu fotografieren und wie
sollten die Motive gestaltet sein, dass zufriedenstellende
Ergebnisse rauskommen?

Hiho.

Ja, natürlich ist das möglich, sofern die Kamera ein bis zwei manuelle Einstellungsmöglichkeiten hat (komme ich gleich noch zu), und sie ein halbwegs brauchbares Objektiv hat.
Zu der Chemie wurde ja schon einiges gesagt - dem kann man sich nur anschließen.
Allerdings gibt es bei den Laboren zwischen Schlecker-billig und Fachlabor-edel noch Zwischenstufen. Es gibt auch so genannte „halbprofessionelle Dienste“.
Tipp: Geh’ mal in ein alteingesessenes Fotogeschäft und frage danach - lass Dich beraten. Ein Fachlabor ist wieder etwas anderes und geht in Richtung professionell.

Zu den Motiven.
Wenn Du Kontraste haben willst, sollte das von der Beleuchtung natürlich schon gegeben sein (Sonnenschein, morgentliches oder abendliches Streiflicht, bei der die Sonne tief steht).
Wichtig auch: Die Belichtung.
Faustregel: Wenn Du bei Sonnenschein auf einer grauen Fläche (z.B. Straße) einen SCHATTEN anmisst, hast Du einen wirklich brauchbaren Wert.
Nun wirst Du wahrscheinlich diesen Wert nicht einstellen können (Blende und Belichtungszeit nicht anwählbar?).
Egal, merke Dir diesen Wert (z.B. 1/125 sec bei Blende 8), fxiere dann Dein Motiv (wahrscheinlich andere Werte) und verstelle die FILMEMPFINDLICHKEIT (hat jede Kamera) solange, bis Dir bei Deinem Motiv Dein vorher gemerkter Wert (oder ein entsprechender z.B. 1/250 bei Blende 5,6 ODER 1/60 bei Blende 11 in diesem Fall) angezeigt wird.
Das funktioniert, allerdings kenne ich natürlich nicht Deine Kamera.
Es gibt auch noch andere Faustregeln:
Beispielsweise sollte man stark reflektierende Flächen (Schnee, Meer) bis 2 Blenden überbelichten, ja überbelichten!!! (also ASA 100 statt ASA 400 an der Filmempfindlichkeit 'rumschrauben / Kamera gibt dann mehr Licht, weil sie von einem niederempfindlicheren Film ausgeht) und sehr dunkle Flächen bis zu 2 Blenden unterbelichten (genau umgekehrt: 400 statt 100).
Das hängt damit zusammen, dass der integrierte Belichtungsmesser auf einen bestimmten Grauwert geeicht ist (ich glaube ca. 34%), also einen Durchschnittswert, der nur selten wirklich gegeben ist. Bei Schnee werden 90% des einfallenden Lichtes reflektiert. Die Kamera „denkt“ aber, es seien nur 34%, rechnet von diesem Wert auf 100% hoch und geht damit von mehr Licht aus, als wirklich da ist und korrigiert gegen, indem die Blende mehr geschlossen wird als nötig wäre. Das Ergebnis wäre: Unterbelichtung !!!
Deswegen: Manuell gegen steuern.

Guck’ mal, was Du an Deiner Kamera so findest und experimentiere einfach mal ein bisschen 'rum. Dafür kannst Du ja auch die billigeren Color-Filme nehmen und sie dann zu einem Discounter bringen (mein Tipp für Billig-Kram: IDEA-Drogerie).

Uff, jetzt sind die Finger wund :wink:

Ahoi
Claudia

Und die einfachste methode? Filter!
Gelbfilter, Blaufilter, Rotfilter (der besonders)Polfilter… Es gibtso viel Möglichkeiten, die Farben (s/w) zu steuern.

Vor vielen Jahren kauften nur Spinner und Reiche Farbfilme. Heute ist man ein Freak, wenn man einen S/W film verwendet.
so ändern sich die Zeiten!
Grüße
Raimund

Oder gleich Bildbearbeitung am PC …
… öhem … *räusper*
:wink:

Hallo Claudia,
die Effekte wirst Du mit dem PC nicht hinbekommen.
Da kann man viel machen, ich weiß. Macht mirt ja auch immer wieder Spass, bilder am PC zu verändern, bzw. zu verbessern. Doch diese Effekte, die Du durch Filter bei der aufnahme erreichst, sind , wenn überhaupt, nur mit Mühe am PC machbar.
Schau Dir mal eine S/W Aufnahme an, die mit Rotfilter gemacht wurde!
Oder die Hauttöne mit dem Blaufilter.
Grüße
Raimund

Hallo Raimund.

Natürlich hast Du vollkommen Recht.
Weißt Du, ich bin ausgebildete Fotografin und DTP-Operatorin.
Ich kenne mich also gut sowohl mit dem analogen als mit dem digitalen Weg aus, solche Effekte zu erzielen.

Ich wollte Dich nur ein wenig (freundlich) necken, denn es war ja ein Weg gefragt, der mit einer Kompaktkamera umsetzbar ist. Und bei diesen Kameras kannst Du vielfach keine Filter aufsetzen, weil lange nicht alle ein Schraubgewinde haben (ich hatte ganz am Anfang mal eine Canonet 28 – die war klasse für einen Einsteiger, und die hatte sowas).

Und ich dachte, ich lenke bei einem Anfänger mal die Aufmerksamkeit auf das Thema „korrekte Belichtung“, denn daran scheitern und frustrieren Anfänger oft, weil sie sich nicht erklären können, warum ihre Bilder so daneben liegen.
Dabei liegt die Lösung des Problems oft so nah.
Und dann sind Fotografen ja „Lichtmaler“, was das Wort übersetzt bedeutet.
Soll heißen, man muss lernen, das Licht zu lesen und einzusetzen.
Oh, da gebe es soviel zu zu sagen.

Übrigens habe ich mich lange gegen eine Digi-Cam gewehrt, weil damit der bleibende Wert eines Fotos untergraben wird – meine Meinung.
Die setze ich eigentlich nur für Schnellschüsse für Ebay ein.
Bin also kein Digital-Freak und ziehe die analoge Fotografie durchaus vor.

Ahoi
Claudia

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Filter
Hi Akrimo.

Hast Du die Möglichkeit, Filter auf Deine Kamera zu schrauben (Schraubgewinde vorhanden)?

Wenn ja, geben Dir Raimund und ich gerne das Kleine 1x1 der Farben- und Filterlehre an die Hand.
Gel, Raimund?!?

-)))))))

Ahoi
Claudia

Hallo Raimund,
auch ich habe sehr viel SW fotografiert (auf Silber), und auch die verschiedenen
Farbfilter dazu verwendet.
Aber letzlich bietet gerade hierbei der Computer (bzw. PS oder andere Software)
die Tonwertkorrektur wesentlich genauer steuerbar und auch sofort Visuell zu
Kontrollieren ungeheure Vorteile.
Letzlich in allen Varianten und Abstufungen.
Voraussetzung sind natürlich eine Farbdatei und die Kenntnisse aus der
klassischen analogen Fotografie.
Hier lassen sich zb. einfach am Himmel ein Orangefilter verwenden und auf der
Wiese, Wald ein Grünfilter etc. in der selben Aufnahme.
Weitere Vorteile sind bei entsprechender Rip Software die excellenten Ausdrucke
die auf einer Vielzahl von Druckmedien möglich sind.
Nicht daß diese einen Barytabzug ersetzen sollen, sondern die Möglichkeiten und
visuellen Reize erweitern.
Schattierungen, Nachbelichtungen, abwedeln und alles drumherum ist reproduzierbar
und genauer steurbarer als es jemals war.
offline

offline

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,
zu den vorhergesagten Dingen ist nochdazu darauf zu achten,
daß es sich, wenn schon Schwarz weiss, dann um richtig echtes
Schwarzweissmaterial handeln sollte.
heute werden oft C-41 SW-Filme angeboten, die nur ein Farbstoffnegativ liefern,
statt einem Silbernegativ (zu erkennen, daß beim ersteren irgendwo auf der
Filmpackung C-41 steht).
der zweite Punkt ist daß heute vielfach auch die Ausarbeitung in Großlaboren
nicht mehr auf echtem Silberhältigen SW- Papier erfolgt sondern ebenso auf einem
Farbstoffbildpapier der Farbe Grau.

bessere Ergebnisse sind auch hier auf echtem silberhaltigen SW Papier zu
erziehlen.
aber auch hier darf man sich nicht eine allzugute Qualität bei einem Großlabor
erhoffen.
unabhängig davon, ist es natürlich wichtig sich ein bischen mit Farbfiltern (ich
hab so als Standardfilter immer einen Orangefilter in Verwendung) zu beschäftigen
da gibts kleine beigepackte heftchen zb.bei den Heliopan filtern.
wahrscheinlich gibts auch erklärungen auf deren HP.
offline

Hallo Claudia

Natürlich hast Du vollkommen Recht.
Weißt Du, ich bin ausgebildete Fotografin und DTP-Operatorin.
Ich kenne mich also gut sowohl mit dem analogen als mit dem
digitalen Weg aus, solche Effekte zu erzielen.

Ich wollte Dich nur ein wenig (freundlich) necken, denn es war
ja ein Weg gefragt, der mit einer Kompaktkamera umsetzbar ist.
Und bei diesen Kameras kannst Du vielfach keine Filter
aufsetzen, weil lange nicht alle ein Schraubgewinde haben (ich
hatte ganz am Anfang mal eine Canonet 28 – die war
klasse für einen Einsteiger, und die hatte sowas).

Tha, da geht man halt immer von den falschen Vorrausetzungen aus: ich z.B. dass jemand grundsätzlich eine Kamera sein eigen nennt, die eine Filterbefestigung hat.
Ich habe mit der Fotografiererei angefangen ca. 1960. Da waren Farbfotos noch was exklusives. Wir haben im Fotoclub mit S/W gearbeitet. Und gelernt, auf das Wesentlche (auf den Gedanke, der dahinter steht) einer Aufnahme einzugehen. Und natürlich experimentieren und in eigener Dunkelkammer dann weiter experimentieren. Filter haben wir uns teilweise selbst gebastelt. Denn die Waren zum kaufen eifach zu teuer.

Und ich dachte, ich lenke bei einem Anfänger mal die
Aufmerksamkeit auf das Thema „korrekte Belichtung“, denn daran
scheitern und frustrieren Anfänger oft, weil sie sich nicht
erklären können, warum ihre Bilder so daneben liegen.

Weil es heute fadst nur noch „Köpfchendrück“-Apparate gibt. Damals (hört sich das alt an!) haben wir hingespart audf einen Lunasix-Blichtungsmesser. Die Kameras hatten keine Automatik

Übrigens habe ich mich lange gegen eine Digi-Cam gewehrt, weil
damit der bleibende Wert eines Fotos untergraben wird –
meine Meinung.
Die setze ich eigentlich nur für Schnellschüsse für Ebay ein.
Bin also kein Digital-Freak und ziehe die analoge Fotografie
durchaus vor.

Meine nächste kamrea wird ein Digi.
Grund: endlich ganze Serien von Aufnahmen machen und nur die Besten aufheben. Das konnte man bisher nur machen, wenn man von Beruf Sohn war oder es jemand bezahlt hat. also ein Auftraggeber. Bei landschaften brauche ich das eigentlich nicht: ich überlege mir zuvor, wie das Bild aufgebaut sein soll. eine landschaft verändert sich nicht so schnell. Doch bei Personen und Sportaufnahmen ist es schon recht praktisch, eine Serie hinzulegen und dann die besten auszusuchen.
Dann kommt noch dazu, dass ich im Urlaub mein Notebook dabei habe und so die Aufnhmen gleich bearbeiten und archivieren kann. Und schon ist die speicherkarte wieder leer. Ich bin fest überzeugt, dass es in ein paar jahren so weit ist, dass die Digis die Qualität von 6x6 oder gar 6x9 erreicht. Zu den Großvormaten wirds noch etwas dauern.
Grüße
Raimund

Und ich dachte, ich lenke bei einem Anfänger mal die
Aufmerksamkeit auf das Thema „korrekte Belichtung“, denn daran
scheitern und frustrieren Anfänger oft, weil sie sich nicht
erklären können, warum ihre Bilder so daneben liegen.

Weil es heute fadst nur noch „Köpfchendrück“-Apparate gibt.
Damals (hört sich das alt an!) haben wir hingespart audf einen
Lunasix-Blichtungsmesser. Die Kameras hatten keine Automatik

Ach ja, die guuten alten Zeiten … aber es war wirklich so.

Übrigens habe ich mich lange gegen eine Digi-Cam gewehrt, weil
damit der bleibende Wert eines Fotos untergraben wird –
meine Meinung.
Die setze ich eigentlich nur für Schnellschüsse für Ebay ein.
Bin also kein Digital-Freak und ziehe die analoge Fotografie
durchaus vor.

Meine nächste kamrea wird ein Digi.
Grund: endlich ganze Serien von Aufnahmen machen und nur die
Besten aufheben.

Ich glaube, da hat jeder eine andere Mentalität. Ich plane meine Aufnahmen vorher recht genau (ich arbeite mit Langzeitbelichtungen) und schieße pro Thema häufig nur 5-6 Aufnahmen (die berühmte Belichtungsreihe).
Allein für Schnappschuss-Portraits brauche ich eine Kamera, die schnell fokussiert. Es muss für mich nicht unbedingt digital sein.

Ich bin mal gespannt, ob wie Anfragen bekommen wegen der Filter (s. mein Posting oben).
 :smile:)

Grüße
Claudia

Ich sehe schon - ein sehr komplexes Thema
Ich werde mich wohl doch eingehender mit dem Thema beschäftigen müssen. Vielen Dank für die zahlreichen Tipps, ich hab mir alles ausgedruckt und bleibe an dem Thema dran.

Liebe Grüsse aus dem Schwabenland von

Akrimo