Hallo,
Ist Sadismus eine psychische Störung, eine Persönlichkeitsstörung, eine Charakterstörung oder gar Schizophrenie ?
Wie verhält es sich mit Neid (starken Neidgefühlen) ?
Sind Sadismus und Neid „Feindseligkeiten“ ?
Gruß
Angelika
Hallo,
Ist Sadismus eine psychische Störung, eine Persönlichkeitsstörung, eine Charakterstörung oder gar Schizophrenie ?
Wie verhält es sich mit Neid (starken Neidgefühlen) ?
Sind Sadismus und Neid „Feindseligkeiten“ ?
Gruß
Angelika
Hi Angelika
Ist Sadismus eine psychische Störung, eine
Persönlichkeitsstörung, eine Charakterstörung oder gar
Schizophrenie ?
Mit Schizophrenie hat es nichts zu tun. Von deinen eispielen würde am ehesten T e i l einer Persönlichketsstörung zutreffen, aber auch das würde ich so nicht als Diagnose verwenden; ich würde verschen, den Sadismus im Zusammenhang zu beschreiben und ggf. die möglichen Entstehungsusachen analytisch klären wollen.
Zwischen Persönlichketsstörung und Charakterstörung ist kein wirkliche Unterschied. Heute spricht man eher von Persönlichkeitsstörunen, früher eher von Charakterneurosen.
Wie verhält es sich mit Neid (starken Neidgefühlen) ?
Neid hat oftmals orale Wurzeln. Psychoanalytisch spricht man sogar von „oralem Neid“, wenn er ffenbar aus der oralen Phase stammt.
Sind Sadismus und Neid „Feindseligkeiten“ ?
IN gewisser Weise ja. Da es sich aber um unbewusste Tendenzen handelt und sie sich nicht auf einelne Personen beschränken, finde ich den Ausdruck Feindseligkeit hier eher unpassend.
Gruß,
Branden
orale Phase ?
Wie verhält es sich mit Neid (starken Neidgefühlen) ?
Neid hat oftmals orale Wurzeln. Psychoanalytisch spricht man
sogar von „oralem Neid“, wenn er ffenbar aus der oralen Phase
stammt.
Das ist mir sehr interessant. Irgendwann hörte ich mal was von diesem Phasenmodell, war das der Erickson, der das Leben ab Geburt bis so ca. 21. Lj. in Phasen einteilte?
Wann ist diese orale Phase?
Und was ist in dieser oralen Phase geschehen, oder auch versäumt worden, wenn ein Mensch im späteren Erwachsenenleben unter Neidgefühlen leidet?
el_condor
Hi Condor
Irgendwann hörte ich mal was von
diesem Phasenmodell, war das der Erickson, der das Leben ab
Geburt bis so ca. 21. Lj. in Phasen einteilte?
Sigmund Freud hat diese Phasen erkannt. Die anderen (z.B. Erikson, Eric Erikson, nicht zu verwechseln mit MIlton Erickson) haben sich, sozusagen als seine Schüler, darauf dann bezogen.
Wann ist diese orale Phase?
Das erste Lebensjahr des Säuglings, wo er die Welt sinnlich it seinem Mund erfährt, insbesondere an der Mutterbrust.
Und was ist in dieser oralen Phase geschehen, oder auch
versäumt worden, wenn ein Mensch im späteren Erwachsenenleben
unter Neidgefühlen leidet?
Wenn jemand wenig bekam, also unterversorgt wurde, dann bekam er quasi das Gefühl, dass er nicht wichtig sei, das die Welt icht für ihn da sei. Er bekommt gleichsam die Basis für eine depressiv getönte Persönlichkeitsstruktur.
Gruß,
Branden
Branden, danke für Dein Erklären der oralen Phase, dass hab ich alles gut verstanden. Jetzt fehlt mir nur noch Deine Antwort auf die Beziehung „orale Phase“ und „Neidgefühle“.
Und was ist in dieser oralen Phase geschehen, oder auch
versäumt worden, wenn ein Mensch im späteren Erwachsenenleben
unter Neidgefühlen leidet?Wenn jemand wenig bekam, also unterversorgt wurde, dann bekam
er quasi das Gefühl, dass er nicht wichtig sei, das die Welt
icht für ihn da sei. Er bekommt gleichsam die Basis für eine
depressiv getönte Persönlichkeitsstruktur.
Ist es richtig, daraus zu schlußfolgern, dass ein Baby, dem in der oralen Phase durch mangelnde emotionelle Zuwendung das Gefühl vermittelt wurde, nicht wichtig zu sein, später, wenn das Baby im Erwachsenenalter ist auf alle Menschen, die wichtig zu sein scheinen, für wichtig gehalten werden, oder wichtig sind, neidisch ist?
Oder wäre dieses ehemalige Baby neidisch auf alle Menschen, die Zuwendung erhalten und es als Baby besser hatten, als es selbst?
Wie wirkt sich diese Unterversorung in der oralen Phase auf die Neidgefühle aus?
Interessiert
el_conodor
Hi Condor
Ist es richtig, daraus zu schlußfolgern, dass ein Baby, dem in
der oralen Phase durch mangelnde emotionelle Zuwendung das
Gefühl vermittelt wurde, nicht wichtig zu sein, später, wenn
das Baby im Erwachsenenalter ist auf alle Menschen, die
wichtig zu sein scheinen, für wichtig gehalten werden, oder
wichtig sind, neidisch ist?
Oder wäre dieses ehemalige Baby neidisch auf alle Menschen,
die Zuwendung erhalten und es als Baby besser hatten, als es
selbst?
Eher ersteres - schon deshalb, weil man ja nicht wahrnimmt, ob jemand anders es als Baby besser hatte.
Aber eine UNterversorgung in der oalen hase führt nicht automatisch zu Neidgefühlen. Es gibt interessanterweise sowohl die Depressiven, die sich nichts im Leben nehmen können (auße vielleicht Essen als Kompensation, daher gibt es oftmals die Mischung aus depressiv-Sein und dick werden durch zuviel essen bei oral frustrierten Menschen) als auch die oral „Ansprüchlichen“ und die oral Neidischen.
Die ganze Oralität hat also mit dem zu tn, was man bekommen hat und was man dann später h a b e n will.
Gruß,
Branden
Branden, mein Gedächtnis funktioniert auch ganz gut, ob besser, als das des Wassers, weiß ich nicht.
Will damit meinen, dass ich Deinen Beitrag hier nicht vergaß, sondern mir die STimmung fehlte, um darauf qualifiziert zu antworten. Deine übersichtlichen und wieder verständlich erklärenden Zeilen regten mich zum Reflektieren (Jeder hat so sein Päckchen …) an und deshalb brauchte ich etwas länger, bis ich Dir antworte.
Danke für Dein mir wertvolles Antworten.
Oder wäre dieses ehemalige Baby neidisch auf alle Menschen,
die Zuwendung erhalten und es als Baby besser hatten, als es
selbst?Eher ersteres - schon deshalb, weil man ja nicht wahrnimmt, ob
jemand anders es als Baby besser hatte.
Na klar, dass es das Baby besser hatte, kann nur in Kenntnis des Lebensluafs eingeschätzt werden.
Aber eine UNterversorgung in der oalen hase führt nicht
automatisch zu Neidgefühlen.
Diese frühkindliche Phase scheint hier in dem Psy Bereich derzeit mehrfach ein Thema zu sein. Über dem Thema des UP und noch mal darüber geht es um die frühen Prägungen und angesichts dem, was dort geschrieben ist, kann ich mir gut vorstellen, dass eine emotionelle oder sonstwie Unterversorung in der oralen Phase noch zu viel mehr führt und bekomme ich zunehmend den Eindruck, dass in dieser Phase, die Weichen für den Lebensverlauf gestellt werden.
Oder wie sihest Du das?
Es gibt interessanterweise sowohl
die Depressiven, die sich nichts im Leben nehmen können (auße
vielleicht Essen als Kompensation, daher gibt es oftmals die
Mischung aus depressiv-Sein und dick werden durch zuviel essen
bei oral frustrierten Menschen)
Angesichts der zunehmenden vielen dicken Menschen in Deutschland und anderswo, kann man da jetzt daraus schließen, dass die alle in der oralen Pahse eine Unterversorung erlebten?
als auch die oral „Ansprüchlichen“
Wieder eine neue Begrifflichkeit und in „“ „“ ???
Sind die oral „Ansprüchlichen“ die heutigen Raucher?
Die ganze Oralität hat also mit dem zu tn, was man bekommen
hat und was man dann später h a b e n will.
Aha. H a b e n wollen und ist das übertrieben ausgeprägt, kann es in die Sucht führen. Richtig? Meinst Du das so?
Angenommen man hat in idieser oralen Phase nur seine Grundbedüfrnisse befriedigt bekommen, wie Essen und Trinken, sonst jedoch sehr wenig von Herzen kommende emotionelle Zuwendung, wll dieser Mensch später im ERwachsenenleben dann auch nur Essen und Trinken und ist dann damit zufrieden? Oder ist das dann eher ein Mensch, der angesichts seiner frühkindlichen Mangels sehr viel mehr Zuweundeung und Aufmerksamkeit für sich h a b e n will?
el_condor
Hi Condor
bekomme ich
zunehmend den Eindruck, dass in dieser Phase, die Weichen für
den Lebensverlauf gestellt werden.
Oder wie sihest Du das?
IN gewisser Weise schon, obwohl alle Phasen da ihre spezielle Wirkung zeugen dürften. Von denen, die Freud entdeckt hat, war die orale Phase die zeitlich erste. Später haben andere noch gesehen, dass im ersten h a l b e n Jahr noch früere Störungen einsetzen können, nämlich die schizoide, narzisstische und borderline-Persönlichkeit entstehen können.
Angesichts der zunehmenden vielen dicken Menschen in
Deutschland und anderswo, kann man da jetzt daraus schließen,
dass die alle in der oralen Pahse eine Unterversorung
erlebten?
Das ist sicherlich einer Überlegung wert, aber ich würde da vorsichtig sein, das Dickwerden auf die orale Phase zu begrenzen.
als auch die oral „Ansprüchlichen“
Wieder eine neue Begrifflichkeit und in „“ „“ ???
Sind die oral „Ansprüchlichen“ die heutigen Raucher?
Ich dachte eher an die Leute, die den Hals nicht voll kriegen können oder überall sfort alles einfordern.
Aha. H a b e n wollen und ist das übertrieben ausgeprägt, kann
es in die Sucht führen. Richtig? Meinst Du das so?
Die Süchte, die Abhängigkeitserkrankungen, haben wohl wirklich oft ihre erste Akzentuierung in der oralen Phase gehabt.
Angenommen man hat in idieser oralen Phase nur seine
Grundbedüfrnisse befriedigt bekommen, wie Essen und Trinken,
sonst jedoch sehr wenig von Herzen kommende emotionelle
Zuwendung, wll dieser Mensch später im ERwachsenenleben dann
auch nur Essen und Trinken und ist dann damit zufrieden?
Ist vielleicht etwas zu geradlinig gedacht, aber ich will das nicht ausschließen.
Oder
ist das dann eher ein Mensch, der angesichts seiner
frühkindlichen Mangels sehr viel mehr Zuweundeung und
Aufmerksamkeit für sich h a b e n will?
Hier haben wir sowohl zeitlich als auch inhaltlich dann auch den Übergang zwischen frühen Störungen (insbesondere Narzissmus) und den oralen Störungen.
Gruß,
Branden
owt.: Danke 
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