Säbel, krumm und gerade

Hallo Waffenfans,

es gibt gerade und krumme Säbel. Was sind die waffentechnischen Vorteile der einen oder anderen Klingenform?

Danke für Eure Auskünfte

Wolfgang D.

Hallo Waffenfans,

es gibt gerade und krumme Säbel. Was sind die
waffentechnischen Vorteile der einen oder anderen Klingenform?

Danke für Eure Auskünfte

Servus
Gerade Klingen (Egal ob Säbel oder Schwert) werden eher gegen gerüstete eingesetzt, da hierbei die Wucht- und Spaltwirkung besser ist. Ausserdem kann man damit um einiges besser zustechen. Geschwungene Waffenformen haben dagegen eine bessere Schnittwirkung bei Zugschlägen und werden eher gegen un- bzw leichtgerüstete Gegner eingesetzt.

Allerdings sind die Unterschiede nicht so groß, als dass die jeweiligen Typen bei „nichtpassendem“ gegener wertlos wären. Modische Einflüsse oder auch der bevorzugte Fechtstil hatten ebenfalls einen großen Einfluss. Ausserdem ist die Anwendung eines Säbels nicht nur davon abhängig, ob gerade oder Krumm, Klingenlänge, Form und Metallurgie der Klinge sind auch von grosser Bedeutung.

http://www.thehaca.com/essays/thrusting_vs_cutting.html

Gruß
Mike

Hallo !

Ein Säbel ist doch immer krumm oder?

Säbel, Hiebwaffe mit gekrümmter Klinge von nicht unter 90 cm Länge, in Deutschland bei der leichten Kavallerie im Gebrauch. Um den S., der nicht über 1,5 kg schwer sein soll, auch als Stichwaffe gebrauchen zu können, ist der Rücken zunächst der Spitze häufig auf etwa 10 cm geschliffen. Die Klinge wird, um bei nicht zu großer Schwere die nötige Steife zu erhalten, auf einer oder beiden Seiten hohl geschliffen (Blutrinne). Die Türken führen meist stark gekrümmte S., auch solche, die innen (Rücken) geschliffen sind. Zum Schutz der Faust ist der Griff des Säbelgefäßes mit Bügel oder Korb versehen, bei dem orientalischen S. fehlt dieser Schutz meistens. Die Säbelscheide, meist aus Stahl mit Holzspan gefüttert oder aus Leder, ist unten mit Schleppschuh versehen. Der S. wird am Leibgurt an Riemen (in Rußland mit dem Rücken nach unten) hängend getragen (vgl. Degen, Pallasch, Schwert, Bajonett). Die beim Fechten gebräuchlichen krummen S. gleichen denen der Kavallerie. Der S. war ursprünglich eine barbarische Waffe und besonders bei den Skythen gebräuchlich. In Griechenland trugen nur die Peloponnesier S. Die Römer kannten den S. nicht; dagegen brachten ihn die Hunnen aus dem Orient mit, wo namentlich Araber und Türken diese Waffe führten, während die Hauptwaffe im Abendland das Schwert war. Durch die Ungarn und Polen erhielt der S. auch hier Ansehen. Die Bezeichnung S. wird jetzt auch auf gerade Waffen (Degen) übertragen. S. Tafel »Chinesische Kultur II«, Fig. 9; »Malaiische Kultur II«, Fig. 14 u. 16; »Ostindische Kultur II«, Fig. 11.

[Lexikon: Säbel. Meyers Großes Konversations-Lexikon (1905), S. 169804
(vgl. Meyer Bd. 17, S. 359 ff.)]

Hallo Wolfgang,

„Krumme Säbel“ wurden zuerst im Orient entwickelt,um den Schild des Gegners „umgehen“ zu können.
Durch die „Krümmung“ konnte man einen Hieb führen und so auch den Gegner hinter seinem Schild treffen…
Daher findet man diese Extreme Krümmung vornehmlich auch in dieser Region
(fast ein Halbmond…)
Später wurde dieses auch in den anderen Regionen dieser Erde angewandt,nur nicht mehr mit dieser extremen Krümmung…

Hallo,
ich glaube nicht, das das der Grund war.
Sicher kann man damit solch einen Schlag um den Schild besser führen, aber die Klinge ist meistens nur auf der Außenseite der Krümmung geschliffen, so das so ein „Umgehungsschlag“ mit der Stumpfen Seite treffen würde. Man kann zwar noch versuchen zu stechen, aber wenn diese Umgehungsabsicht der Hauptgrund für die Waffe gewesen wäre hätte man sicher nicht auf eine scharfe innenseite verzichtet.
Auperdem wurden Säbel sehr viel von Kavallerie eingesetzt, wo diese Anwendung zumindest aus der Bewegung heraus unmöglich scheint. Die Waffe würde sich ja hinter dem Schild verhaken und gegen Fußsoldaten müsste der Stoß nach unten erfolgen, wozu die Hand ganz unmöglich verdreht werden müsste.

Also m. E. ist das umgehen des Schildes höchstens ein gelegentlicher Nebenenffekt gewesen.
Gruß
Werner

Hallo Werner,

du verwechselts die „späten“ Europäischen Säbel (als Krummsäbel kann man sie ja eigentlich bei der leichten Krümmung gar nicht mehr bezeichnen) mit ihrem Ursprung im Orient.
Anfänglich waren Krümmungen bis zu 40 Grad von der Spitze bis zum Heft üblich,später waren es dann überwiegend 30 Grad.
Wie bei allen Waffen wurde nätürlich schnell eine „Gegenmaßnahme“
gefunden…die bessere Rüstung der Kämpfer…

Hallo,

meine Einwände treffen auch auf die Orientalischen Säbel zu.
Auch diese Säbel waren schon allein durch die Griffstellung für einen Schlag mit der konvexen Seite vorgesehen, waren auch nicht regelmäßig mit geschliffener Rückseite versehen und wären bei einem Kavallerieangrriff, bei der von dir vorgeschlagenen Verwendung, dem Reiter unweigerlich aus der Hand gerissen worden.

Gruß
Werner

Hallo Werner,

die waren gar nicht für die Kavallerie…:smile: