ich suche nach tips und tricks, um mein essverhalten zu normalisieren.
meistens spüre ich sättigung erst, wenn alles spannt und ich mich kaum noch bewegen kann, was mich meist dennoch nicht vom weiteressen abhält.
ich versuche, für solche fressanfälle ausschließlich gemüse bereitzuhalten, habe aber nur erreicht, dass ich, wenn andere lebensmittel in reichweite sind, immer alles verfügbare aufesse.
hat jemand erfahrungen, wie man sich überlisten kann ??
ich weiss ja, dass ich nur auf meine körpersignale hören müsste, aber der drang, etwas in den mund zu schieben ist einfach stärker.
teetrinken und kaugummikauen funktionieren auch nicht mehr…
Hi Elisabeth,
das Problem hatte ich auch, ich hab immer so lange gegessen bis die Körperliche Grenze erreicht war…
hat jemand erfahrungen, wie man sich überlisten kann ??
Also ich hab die Erfahrung gemacht, dass man sich gar nicht überlisten kann. Ein solches (Fr)Essverhalten hat meistens tieferliegende Gründe (die sehr vielschichtig sein können) und so lange du die nicht untersuchst und angehst, wirst du meiner Erfahrung nach keine Chance haben dein Essverhalten auch nur irgendwie in den Griff zu bekommen.
Als erste Hilfe würde ich dir raten, dir feste Essenszeiten zuzulegen. Ein möglicher Zeitplan wäre:
Damit wird man erst mal nicht abnehmen, aber es nimmt den Druck raus, möglichst viel auf einmal reinzukriegen und hilft auch mit dem Essen aufzuhören.
Am besten man legt sich zurecht was man essen möchte (am Anfang würd ich auch gar nicht versuchen irgendwas auf Diät zu machen, die Fressattacken sind Stress genug!). Dann isst man genau diese Menge (vielleicht kannst du dir das ja auch noch schön anrichten) und sagt sich, jetzt ist es genug, aber bald gibt es wieder was.
Ansonsten würde ich mir mal ernsthaft Gedanken machen, woher dieses Bedürfnis nach Nahrung kommt (und ob du überhaupt Nahrung meinst und das nicht ein Ersatz für etwas anderes ist das dir fehlt) und dir vielleicht auch Hilfe suchen.
Silvi hat schon lauter Schönes geschrieben und ich hab noch ein paar Ergänzungen:
Essen ist 'was Feines. Du brauchst da keine Schuldgefühle haben, es ist keine Sünde - es gibt also folglich auch keinen Grund, voll des schlechten Gewissens schnell-schnell (bevor Du Dich dabei erwischen kannst) vor dem Kühlschrank stehend lauter Zeug in Dich reinzustopfen.
Iß mit Genuß und Stil. Beispiel: Abendbrot-Schnittchen. Nicht in der Küche drei Stullen schmieren und runterschlingen, sondern Tisch decken (ja - auch für Dich ganz alleine), alles schön bereitstellen (Brot, Wurst, Käse, Salat, Tomaten…) und dann eine Scheibe zubereiten. Immer mit Salatschicht, Tomate und Firlefanz. Dann wird - selbstverständlich mit Messer und Gabel - diese eine Scheibe genußvoll verzehrt (kleine Bissen - Du bist eine Dame, keine halbverhungerte Wölfin). Hast Du die erste Scheibe verzehrt und immernoch Hunger, dann kommt erst die zweite Scheibe in den Zubereitungsprozeß…
Keine radikalen Verbote. Wenn Du 20 Jahre lang jeden Nachmittag ein Stück Sahnetorte verzehrt hast, dann kannst Du nicht einfach auf eine halbe Möhre umsteigen. Das gibt nur endlos Frust und mehr Heißhungerattacken. Besser den Kompromiß: ein Stück Streußelkuchen z.B.
Nicht Schokolade ist schlimm, sondern Unmengen von Schokolade (ein Riegel pro Tag betrachte ich als lebensnotwendiges Grundnahrungsmittel)