Angenommen ein junger Diplom-Ingenieur in einer ziemlich nachgefragten Branche arbeitet für ein großes deutsches Unternehmen im Tarifbereich Ost. Entsprechend „niedrig“ ist das Einkommen (was ja immer relativ zu sehen ist). Nun tritt eine andere Firma an ihn heran, für die er leihweise seit einem Jahr arbeitet. Diese Firma würde den jungen Mann gern übernehmen. Der Standort des Unternehmens ist in den alten Bundesländern. Entsprechend hoch sieht hier auch das finanzielle Angebot von Seiten des Unternehmens aus. Aus dieser Perspektive wäre der Schritt vom großen deutschen Unternehmen mit Ost-Tarifvertrag zum westdeutschen Mittelstand mit fairem Einkommen ein Gewinn. Nun zögert aber der AN, da er familiär gebunden ist (nicht verheiratet, aber vergeben). Der potenizielle AG fordert den Ingenieur nun auf, seine Bedingungen zu äußern, unter denen er die 600km umziehen würde. Was kann man da fordern? Zweitwohnung, Fahrtkosten nach Hause, zu einem späteren Zeitpunkt Umzugskostenerstattung, einen Job für die Frau, einen Kinderkrippenplatz, 50 Tage Urlaub im Jahr, viel Arbeit von zu Hause aus, einen Firmenwagen, Fernreisen auf Firmenkosten oder oder oder ?! Was steckt hinter einer solchen Aufforderung, wenn man vorher schon weiß, dass man sich vom rein finanziellen her wohl einig werden würde? Der derzeitige Arbeitsplatz ist für heutige Verhältnisse relativ sicher, die Branche hat einfach enormen Fachkräftemangel und der junge AN ist gut ausgebildet und verfügt über Berufserfahrung. Was kann man sich „wünschen“, was muss man einfach fordern, was geht gar nicht?
wie du dir vielleicht schon denken kannst, ist eine allgemeingültige und doch konkrete Antwort schwierig. Es kommt auf das Unternehmen an und was in ihm üblich ist. Eine Grundeinstellung der meisten Unternehmen ist meiner Meinung nach, dass sie keinen AN anderen AN derselben Hierarchiestufe und Funktion gegenüber wesentlich bevorzugen wollen.
Stell dir mal vor, du gehst mit deinen Kollegen Mittagessen und erzählst, dass du 80.000 EUR Jahresgehalt bekommst und dass du auf Firmenkosten jedes WE nach Hause fährst, ganz gleich mit welchem Verkehrsmittel. Alle anderen Kollegen deiner Gruppe verdienen nur 60.000 und müssen ihre Privatfahrten selbst bezahlen.
Das heißt, du kannst davon ausgehen, dass du so viel wie andere vergleichbare AN bekommen wirst plus eine gewisse Prämie. Diese muss aber in einem vernünftigen Rahmen bleiben. 50 Tage Urlaub z.B. sind nicht möglich. Der Betriebsrat achtet auch auf so etwas. Dass dir der Umzug bezahlt wird, ist realistisch und das kannst du auch fordern. Dass die Firma deiner Partnerin einen Job besorgt, kannst du vergessen. Wie soll das denn gehen?
Also: Bleib auf dem Teppich. Du bist zwar interessant, aber nicht unersetzbar. Trotzdem solltest du den maximalen Preis für dich herausholen. Es ist eben eine Frage des Verhandlungsgeschicks. Du kannst ja vorher Pokern, um das zu üben
Was kann man da fordern? Zweitwohnung, Fahrtkosten nach
Hause, zu einem späteren Zeitpunkt Umzugskostenerstattung,
einen Job für die Frau, einen Kinderkrippenplatz, 50 Tage
Urlaub im Jahr, viel Arbeit von zu Hause aus, einen
Firmenwagen, Fernreisen auf Firmenkosten oder oder oder ?!
So grob könnte das hinkommen.
Einiges hängt aber von der Arbeit ab.
Wenn Du viel zu Kunden mußt, ist ein Firmenwagen nahezu normal, bist Du im Innendienst, kriegst Du als Anfänger mit hoher Wahrscheinlichkeit keinen.
Heimarbeit ist auch nur machbar, wenn Du Schreibkrams machen mußt. Labor- oder Produktionsarbeiten sind da eher problematisch
Aber wenn Du zu unverschämt rüberkommst, gibt es gar nichts!
ich dene, dass Tichy die Sache schon auf den Punkt gebracht hat - hier nur noch ein Geanke:
Du machst auf Wochenendheimfahrer oder ähnliches z.B.wegen einer Freundin. Du bist dann nicht so richtig in der Firma - jedenfalls nicht mit Herzblut.
Was anderes ist es, wenn man was ganz besonderes drauf hat … Ölquellen löschen, Rennen fahren und gewinnen … dann wird man sogar mit dem Hubschrauber abgeholt.
Das Angebot könnte auch ein Test des Realitätssinns sein.
Du machst auf Wochenendheimfahrer oder ähnliches z.B.wegen
einer Freundin. Du bist dann nicht so richtig in der Firma -
jedenfalls nicht mit Herzblut.
Es handelt sich bei der Person nicht um mich, aber deinen „Gedanken“ finde ich geradezu, äh, fürchterlich. Der junge Mann zögert ja gerade wegen seiner sozialen Beziehungen, das Jobangebot anzunehmen. Was hat es denn mit „Herzblut“ zu tun, wenn man für einen Job sein privates Glück opfert? Ist ja grauenhaft.
Wenn eines Tages ein Partner zu mir käme und sagen würde, sein Job sei ihm wichtiger als die Beziehung, dann könnte er seine sieben Sachen packen und für seinen Job hingehen und so viele Wochenenden wegbleiben, wie er will - aber wiederkommen bräuchte er nie wieder.
Zum Glück gibt es noch Männer und Frauen, denen es relativ wichtig ist, eine Beziehung aufrecht zu erhalten und nicht den Job an erste Stelle zu stellen. Gut, jeder wie er will. Jeder, wie er meint, glücklich werden zu können.
Hallo, eignet sich der Job fürs Homeoffice? dann wär das was
Was machen Frau und Kinder denn so, entgegen aller anderen finde ich die IDee gar nicht so schlecht, dass man einfach sagt, wenn die Frau auch noch etwas hier findet, wäre es alles sehr viel leichter.
Vielleicht ist ja gerade was in der Richtung frei (wobei wenn sie auch ne eher teure Kategorie ist, dann wird eher schwer, aber auch da hab ich schon davon gehört, dass sich der AG mal umhört bei Geschäftspartnern und umliegenden Unternehmen etc.) Bei einfach nur nem Job als Tippse oder Kellnerin wird natürlich leichter.
Ich habe auch durchaus schon Anzeigen gesehen, wo Firmen für ihre neuen Mitarbeiter nach Wohnungen suchten, wo also ein Umzugsservice drin ist(Wohnung suchen, evtl ein Kollege aus der Abteilung oder ähnlicher Wohngegend, der losgeschickt wird, um das Einleben zu erleichtern, wo ist die Schule, wo der Supermarkt, und es gibt auch Firmen, die Kigas nach freien Plätzen abklappern, denn wenn man ausser der Reihe dazuzieht, wird es sonst schwierig, da man ja gar nicht weiß wo sich evtl auch private Kigas oder Elterninitiativen verstecken)
Wie schon gesagt es geht hier ja um Mittelstand, da ist Geld eher knapp, aber oft mehr Verständnis für menschliches und auch mal ungewöhnliche Wege.
Also verlang nichts was dich besser stellt als Kollegen, sondern nur was deinen komplettlebenübernhaufenschmeißfaktor erleichtert.