Hi Nadja,
was hier bereits geschrieben wurde, kann alles stimmen. Welchen Grund bzw. welche Gründe Peter hat so zu handeln, kann nur er sagen, sofern er sich dessen bewusst ist und bereit ist offen darüber zu reden.
Ergo, es führt nichts an einer direkten Konfrontation und einem offenen Gespräch vorbei. So ist es ein Spiel und diesen Zustand aufrecht zu erhalten, löst den Konflikt nicht.
Die Situation erinnert mich an eine Bekannte, die sich nach vielen Jahren von ihrem Mann trennte und eine Weile neben ihren Mann einen anderen Mann schon hatte. Sprich sie schwankte immer zwischen dem alten und neuen Partner, und hat es sich sicherlich sehr lange sehr einfach gemacht. Doch als ihr Mann auch wieder eine Partnerin hatte, begann sie sofort wieder zu saufen (trockene Alkoholikerin). Auch als sie sich von dem neuen Mann wieder nach einer Weile trennte, weil er ihr nicht gut genug war, verfiel sie sofort wieder dem Alkohol. Obzwar sie sich in beiden Fällen getrennt hatte, sie schon vorher wieder in einer neuen Beziehung war, war sie dennoch zutiefst traurig und erschüttert, wie ER jeweils eine andere Frau hat nach so relativ kurzer Zeit haben können. In Gesprächen mit ihr kam zwar raus, dass sie zwar sieht, dass sie vorher schon wieder in einer Verbindung war, doch wenn dasselbe der Mann ihr nachtut, dann hat er sie nie wirklich geliebt. So denkt sie wenigstens. Ein Mann solle ihr nach Möglichkeit ein Leben lang nachhängen, nachtrauern, sie immer begehren und lieben, solle nach Möglichkeit nie wieder eine andere Frau auch nur ansehen, auch wenn sie selbst schon wieder in einer neuen Verbindung ist.
DANN würde sie nicht wieder einen Rückfall beim Trinken bekommen, meinte sie.
Wenn die beiden doch relativ schnell auch ein gemeinsames Zuhause gemietet haben, so hatten sie doch wohl ernsthafte Absichten länger zusammen zu bleiben (könnte man mal annehmen). Du schreibst, sie würden sich getrennt haben und noch immer lieben. Besteht denn Interesse die Konflikte die zur Trennung führten sich mal anzuschauen, eventuell auch mit professioneller Hilfe, und daran arbeiten und sehen, ob ihre Liebe eine Chance für eine gesunde Beziehung hat?
Nun, wenn Tina weiss, dass Peter ihre E-Mails liest, so könnte sie in ihren E-Mails ihn auch manipulieren. So oder so empfinde ich das was Peter macht, gleich ob es Interesse, Verliebtsein, Voyeurismus, Neugier… oder was auch immer ist, als massiven Vertrauensmissbrauch. Ich persönlich finde solch einen Eingriff in die Privatsphäre absolut indiskutabel. Es ist ein Unterschied, ob jemand etwas von sich preisgibt oder ob er ausspioniert wird. Und ob er nun eine neue Partnerin hat, weil er sich rächen mag, weil er Sex braucht, weil er diese tatsächlich auch liebt… all das hilft Tina nicht weiter.
So kann Tina auch nur hin- und herschwanken sich weiterhin Hoffnung machen in dem Schwebezustand von Angst geprägt. Helfen kann letztendlich nur ein klärendes Gespräch, auch wenn es schlimmstenfalls das Ende bedeuten sollte. Wenn es sich auch abgedroschen anhören mag, lieber ein Schrecken mit Ende als ein Ende ohne Schrecken. Und ein Ende ist immer auch der Anfang von etwas Neuem.
Ciao,
Romana
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