Saisonbrett?

Moin!

Erstaunlich. Die kühlere Jahreszeit ist traditionsgemäß die Zeit des Schraubens am Motorrad. Doch dieses Brett ist verwaist. Entweder schraubt niemand oder diejenigen, die schrauben, haben es dermaßen drauf, daß sie hier keine Fragen stellen müssen. Auch die 2002er Modellpalette wäre sicher ein paar Anmerkungen wert, aber es ist dennoch still geworden hier. Nun bin ich ja Ganzjahresfahrer und auch Ganzjahresposter. Ich lege aber keinen Wert auf ein Brett für mich alleine. Deshalb mein Vorschlag an die „Brettverwaltung“:

Wie wäre es, wenn das Motorräder-Brett als Saisonbrett eingerichtet wird? Also nur - beispielsweise - von 04-09 eines Jahres zugänglich ist? Bandbreite ist zwar heute nicht mehr so ein schlagendes Argument, aber dennoch sollte man unnötigen Traffic (wie dieses Posting hier) vermeiden…

Munter bleiben… TRICHTEX

Ok Trichtex, Schrauberproblem:
Hab bei meiner C4 ein Standrohr gewexelt wegen Steinschlagschaden. Den Simmerring natürlich auch. Auf der anderen Seite nicht (ich weiss, sollte man besser machen, war mir aber zu viel Aufwand).
Das Gabelöl habe ich natürlich auf beiden Seiten erneuert und auch genau abgemessen.
Beide Gabelholme sind im ausgebauten Zustand leichtgängig und dämpfungstechnisch gleich.
So.
Wenn ich aber jetzt fahre, dauert es meist etwas, dann aber fängt der gesamte Vorderbau bei einer Geschwindigkeit von ca. 60 bis 80 km/h an zu schwingen, ein regelrechtes Gewabbel!
Habe bemerkt, dass am getauschten Holm die untere Dämpferschraube etwas leckt (ganz wenig).
Meine Vermutung ist, dass dort unten Luft in die Dämpfung gezogen wird, wodurch sich dann wegen schlechter Funktion im linken Holm Resonsanzschwingungen aufbauen und die Karre in Gewabbel versetzen.
Oder habt ihr noch andere Ideen?
Ich mein, wenn ich das Teil noch mal aus- und wieder einbaue, will ich auch alle Möglichkeiten mitnehmen.
Gruss
Krischan

Moin!

Das Gabelöl habe ich natürlich auf beiden Seiten erneuert und
auch genau abgemessen.

Wenn ich aber jetzt fahre, dauert es meist etwas, dann aber
fängt der gesamte Vorderbau bei einer Geschwindigkeit von ca.
60 bis 80 km/h an zu schwingen, ein regelrechtes Gewabbel!

Bei sportlichen Motorrädern ist es aufgrund des kurzen Radstandes und damit verbundenen steilen Lenkkopfwinkel nicht wirklich einfach, Lenkerflattern wirklich zu unterbinden. Bei Yamahas R6 soll es schon zu Tankslappern gekommen sein. Nun ist die Kawa nicht wirklich sportlich. Lenkerflattern ist immer aber auch ein Zeichen falscher Dämpfung. Deshalb kann es beispielsweise bei einem Reifen deutlich auftreten, während es mit einem anderen Fabrikat völlig verschwunden ist. Am Reifen hast Du aber nichts gemacht.

Möglicherweise hast Du zuviel Öl in der Gabel, so daß sie etwas überdämpft ist. Das kann durch vorhandenes Restöl vor dem Auffüllen leicht geschehen. Auch unterschiedliche Befüllung ist schnell gemacht, wenn nur ein Federbein zerlegt wurde. Deshalb mißt man nicht die Ölmenge, die man einfüllt, sondern den Ölstand. Dazu finden sich bei vielen Gabeln Kappen oben in den Standrohren, in die man einen Peilstab (beispielsweise einen Holzstab) steckt, um den Ölstand zu kontrollieren.

Finden sich keine Kappen, dann muß der Ölstand im ausgebauten Zustand geprüft werden. Genaueres dazu sagt Dir Dein Werkstatthandbuch bzw. Deine Reparaturanleitung. Im Extremfall hilft nur das Zerlegen zum kompletten Ablassen und dann eben doch das Nachfüllen einer definierten, vorgegebenen Menge Öl.

Weiterhin: Öl ist nicht gleich Öl. Es gibt verschiedene Viskositäten beim Gabelöl. Du solltest sicherstellen (Buch oder Werkstatt befragen), daß Du das richtige Öl verwendest.

Sollte alles nicht bringen, kann eine weitere Prüfung, ob die Gabel verzogen oder verspannt eingebaut wurde, auch nicht schaden. Wie alt ist der Reifen? Mit welchem Luftdruck fährst Du?

Noch was. Sollten alle Maßnahmen nichts bringen, bleibt Dir immer noch der Einbau eines Lenkungsdämpfers. Sieht zwar nicht unbedingt toll aus, ist aber ein probates Mittel zur Unterdrückung von Lenkerflattern.

Munter bleiben… TRICHTEX

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Hi!
Dank dir erstmal für die schnelle Antwort.
Ich hab nicht den Eindruck, dass der Lenker flattert, sondern, dass der gesamte Vorbau in der Höhe schwingt.
Der Ölstand ist penibelst abgemessen; bei ausgebauten Gabelholmen mit Schieblehre. Ölviskosität ist exakt wie von White Power vorgeschrieben (WP-Federn, sind schon länger drin, ohne Probs).
Zuviel Öl überdämpft imho nicht, sondern wirkt sich wegen des geringeren Luftstands nur auf die Progression am Ende des Einfedervorgangs aus. Ist aber wie gesagt exakt abgemessen.
Zur Verspannung der Gabel: Kann es denn zu einer Verspannung überhaupt kommen, wenn die obere Gabelbrücke nicht gelöst, und die beiden Holme exakt gleich hoch eingebaut werden?
Der Reifen ist übrigens fast neu und ok.
Ein Lenkungsdämpfer würde m.E. allenfalls das Symptom bekämpfen, aber auch das glaube ich nicht mal, weil wie gesagt nicht der Lenker schlägt, sondern der Vorbau schwingt.
Any more Ideas?
Krischan

Moin!

Ich hab nicht den Eindruck, dass der Lenker flattert, sondern,
dass der gesamte Vorbau in der Höhe schwingt.

Möglicherweise ist das Rad nicht ausgewuchtet oder hat einen Höhenschlag. Fühlt es sich so an?

Zur Verspannung der Gabel: Kann es denn zu einer Verspannung
überhaupt kommen, wenn die obere Gabelbrücke nicht gelöst, und
die beiden Holme exakt gleich hoch eingebaut werden?

Ja. Verspannt heißt hier nicht, daß die Holme in unterschiedlicher Höhe eingebaut wurden, sondern daß sie verdreht verbaut sind. So würde ein Tauchrohr an der Achse etwas vorstehen, während das Standrohr in der oberen Gabelbrücke genau ausgerichtet ist. Ist leicht zu prüfen, indem eine plane Platte (Holz, Glas, was gerade vorhanden ist und an ein Stück freies Standrohr angelegt werden kann) auf beide Standrohre gehalten wird. Die Platte darf nicht kippeln bzw. wackeln. Tut sie das doch, ist die Gabel zu entspannen.

Dazu sind die Achse und der Scheinwerferhalter zu lösen. Danach ist die untere Gabelbrücke zu lösen, wobei darauf geachtet werden muß, daß sich die Standrohre bewegen können. Dann die untere Gabelbrücke wieder festziehen und die obere Gabelbrücke lösen. Nach dem Festziehen die „Meßplatte“ wiede anlegen. Kippelts immer noch, kannst Du den Vorgang wiederholen. Führt auch das nicht zum Erfolg, ist vermutlich mindestens ein Standrohr krumm. Achtung, dieses sollte ausgetauscht werden. Richten ist eine schwierige Angelegenheit. Keinesfalls die Standrohre „gerade“ spannen, sonst ist das nächste Problem da: Durch die Reibung des quasi verkanteten Standrohrs im Tauchrohr ist eine gleichmäßige Dämpfung links/rechts praktisch nicht mehr hinzubekommen.

Ein Lenkungsdämpfer würde m.E. allenfalls das Symptom
bekämpfen, aber auch das glaube ich nicht mal, weil wie gesagt
nicht der Lenker schlägt, sondern der Vorbau schwingt.

Da gebe ich Dir Recht, ein Lenkungsdämpfer bekämpft nur das Symptom - in Deinem Fall bezweifle ich selbst das jedoch. Ein schwingender Vorbau kann natürlich auch von der Hinterradaufhängung kommen, dann schwingt die ganze Fuhre.

Any more Ideas?

Schau’ mal, ob Vorder- und Hinterrad fluchten. Bau Dir eine Schiene, im einfachsten Fall ein langes Brett, auf dem links und rechts jeweils eine Latte angebracht wird. Der Abstand der Latten ist gerade so groß, daß das Hinterrad dazwischen paßt. Für das schmalere Vorderrad befestigst Du an den Latten innen zusätzliche Latten. Wenn Du die Karre auf diese Konstruktion schiebst, muß der Lenker gerade stehen und der seitliche Abstand zur Lattenaußenkante vorn am Vorderrad mit der hinten am Vorderrad übereinstimmen. Tun sie das nicht, ist vermutlich das Hinterrad versetzt eingebaut (beispielsweise nach einer Schwingenaufweitung, um Poserschlappen einzubauen) oder beim Kettenspannen nicht gleichmäßig gearbeitet worden.

Noch ein Prüfung betrifft Deine Bremse: Läuft das Rad frei oder schleift die Bremse, möglicherweise auch nur an bestimmten Stellen der Scheibe?

Und noch was: Hast Du eine Verkleidung am Lenker montiert?

Munter bleiben… TRICHTEX

Hi Trichtex,
ok, das mit der Entspannung werd ich mal probieren, klingt gut.
Danke!
Krischan