Saite?Seite?

Guten Tag,

ich habe mir eben ein altes Buch vom großen Loriot zu Gemüte geführt, und mir ist eine Frage in den Sinn gekommen.
Ich zitiere: „Muß ich nicht befürchten, daß in unserer Ehe diese Saite meines Wesens selten zum Klingen käme?“

Nun kann ich mich aber daran erinnern, dass hier Seite zu gebrauchen ist. Ist das wieder einmal die böse neue Rechtschreibung? Oder doch ein Druckfehler? Oder etwas ganz anderes?

Servus, Bosnier,

wann hast du denn das letzte Mal eine S e ite zum Klingen gebracht?? *g*

Da ist schon an das menschliche Wesen als „Streichinstrument“ gedacht,
dessen Saiten, also seine Gefühle, Gedanken und Emotionen man zum „Klingen“ bringen kann.

Lieben Gruß, jenny

Ach in dem Zusammenhang.
*Hand vor die Stirn schlag*

Ich dachte jetzt an etwas anderes.
Und da benutzt man dann ja „Seite“.

Ach in dem Zusammenhang.
*Hand vor die Stirn schlag*

Ich dachte jetzt an etwas anderes.
Und da benutzt man dann ja „Seite“.

öh…

in welchem zusammenhang denn?
nun habe ICH ein brett vor dem kopf…

tilli

Nun es ging darum eine SAite in jemandem zum Klingen zu bringen.

Ich war aber bei dem Gedanken „eine (dunkle,verborgene,melodramatische) SEite an jemand“ hängen geblieben.

AUCH schön.
ich liebe wumbaba und seine kollegen.

ich habe immer verstanden: if I a de hemma.

es hat geschlagene 20 jahre gedauert, bis man mich auf: if I had a hammer brachte…

tilli

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Nochmals Wortspiel. Der Verfasser meint Seite und Saite zugleich. Die Fehlschreibung ist beabsichtlich.

Nochmals Wortspiel. Der Verfasser meint Seite und Saite
zugleich. Die Fehlschreibung ist beabsichtlich.

Hi,

deinen Schluß verstehe ich nicht ganz.

Eine Saite kann man zum Klingen bringen - also ist DAS mal keine Fehlschreibung.

Man kann vielleicht eine Seite seines Wesens herzeigen, eine neue Seite zeigen (aber schon nicht mehr aufziehen…*lächel*), auch die andere Seite seines Charakters zeigen.

Also eine Fehlschreibung müßte doch eigentlich so lauten:

„Muß ich nicht befürchten, daß in unserer Ehe diese Seite meines Wesens selten zum Klingen käme?“

Oder irre ich da?

Und erklärst du mir bitte bei der Gelegenheit auch das Wort „beabsichtlich“ - das ist mir nämlich irgendwie noch nie untergekommen, Google kennt zwar 1.330 Einträge dazu, aber ich wüßte das gerne genauer:smile: Danke.

Gruß, j.

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Hallo,

meines Erachtens käme noch die Synästhesie (z.B. „es klingt des Himmels Bläue“ …) als Stilmittel in Frage oder vielleicht auch das absichtsvolle Vermischen zweier Redensarten (z.B. "das schlägt dem Faß die Krone ins Gesäß).

MFG Cleaner

Servus, Cleaner,

meines Erachtens käme noch die Synästhesie (z.B. „es klingt
des Himmels Bläue“ …) als Stilmittel in Frage

2 Gegenfragen:
war nach einem Stilmittel gefragt? Und selbst wenn, wäre es immer noch die S a ite, die zum Klingen gebracht würde. Oder irre ich da?

auch das absichtsvolle Vermischen zweier Redensarten

Könntest du mir bitte die 2. Redensart in dem Ausgangsbeitrag, die dann dazugemischt wurde, benennen? Ich finde nämlich, wenn überhaupt, nur eine (eine Saite zum Klingen bringen).

Aber ich kann ja auch ordentlich auf dem Holzweg sein:smile:)

Lieben Gruß, jenny

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  1. Beabsichtlich - Fehlschreibung, sollte absichtlich sein.

  2. Der Verfasser macht ein Wortspiel auf die zwei gleichlautenden Wörter „Seite“ und „Saite“, und drückt dies dadurch aus, dass er „Seite meines Wesens“ fehl buchstabiert. Auf diese Weise vergleicht er die bezügliche Seite seines Wesens mit einer Saite, die klingen kann.

Hallo Jenny,

vielen Dank für deinen freundlichen Hinweis auf die Genauigkeit meiner Antwort. Aber keine Sorge - diese bezieht sich durchaus konkret auf die Fragetellung.

Zitat „Ist das wieder einmal die böse neue Rechtschreibung? Oder doch ein Druckfehler? Oder etwas ganz anderes?“
Der Bezug lässt sich also hinsichtlich „etwas ganz anderes“ durchaus setzen, denn vielleicht könnte es eben Absicht gewesen sein, ein Stilmittel zu verwenden.

Die Synästhesie zeichnet sich gerade dadurch aus, dass zwei zunächst unvereinbar scheinende Eindrücke miteinander verbunden werden, um so eine neue Wirkungsform zu beschreiben. In Mörikes Gedicht (…es klingt des Himmels Blaüe süßer noch…") kann selbstverständlich der Himmel nicht klingen, schon gar nicht kann er blau klingen und dass er süß klänge, scheint mir auch eher schwierig.

Ähnlich könnte hier die „Seite“ klingen (z.B. „die Seite, die den Mann zum Wolfe macht, klingt plötzlich wie auch immer“, vgl Hesse: „Der Steppenwolf“ ), um so einen gewissen Eindruck zu vermitteln.

Redensarten oder Kollokationen könnten verschiedentlich zu Grunde liegen. Sei es, „die Saite zum klingen bringen“ oder " sich von einer Seite zeigen", „Eine neue Seite an sich entdecken“ etc. Und diese neue Seite wird beispielsweise nun plötzlich deutlich, da sie auf einmal „klingt“.

Letzten Endes ist aber alles nur spekulative Interpretation ohne Anspruch auf Richtigkeit.

Mit freundlichen Grüßen
Cleaner

Mit letzterem lässt sich

ziemlich ot:smile:)
Servus, Cleaner:smile:

abgesehen davon, dass du, soweit ich das überhaupt beurteilen kann, mit deiner Argumentation Recht hast, bewundere ich dich - ohne Ironie, aber mit einem Schmunzeln:smile:)

Bis jetzt dachte ich immer, ich sei Meisterin im Hineininterpretieren und bis ins I-Tüpfelchen Ausloten (in meinem Fall bis zur Nervigkeit…*g*) von Fragen und Antworten…*lach*.

Aber von dir fühle ich mich jetzt getoppt:smile:)

Und irgendwie hat mich das vergnügt gemacht - dafür danke ich dir:smile:

Lieben Gruß, jenny

Hallo Jenny,

nichts zu danken. In einem früheren Leben war ich vermutlich mal ein Clownfisch - da gehörte es zu meinen Aufgaben, die Leute zu vergnügen.

Heute steht auf meiner Visitenkarte „P. Nibel - Akkuratessen jeder Art“ - so dass man durchaus einmal in den Psychiatrien des Landes eine Umfrage starten könnte, wie viele Leute ich in Befragungen wohl schon in den Wahnsinn getrieben habe.

MFG Cleaner

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