Dein Vergleich mit Superman hinkt, weil dieses fiktive Werk ja
in sehr viel größerem Abstand zu den Diskursen der
Gesellschaft positioniert ist, damit dem Aspekt 2) viel
weniger ausgesetzt ist.
Das kann nur ein comic-Verächter sagen. In der Tat finde ich den Vergleich durchaus sehr passend. Auch in Superhelden-Comics werden durchaus Fragen nach Moral (hier wohl berühmtester Satz: „With great power comes great responsibility“) und anderen gesellschaftsrelevanten Themen gestellt. Man kann also durchaus diese Aspekte, die sich auf unsere Wirklichkeit in den Comics hinterfragen (oft thematisiert: Vigilante-Problematik oder z.B. die Frage nach dem Sinn des Schicksals, z.B. in Emerald Twilight/Parallax, die fast schon hamlet’sche Züge annimmt). Unsinnig wäre es jedoch im Sinne der Comics zu hinterfragen, ob Superman wirklich fliegen kann.
So sehe ich es auch bei diesem Werk: Die Frage wie Jesus wirklich gelebt hat (ob mit oder ohne Frau/Kinder), werden wir nie beantworten können, sie ist das Analogon zu den Superkräften. Die wirkliche Frage, die das Buch aufwirft ist, ob wir in unserer christlich-abendländischen Kultur diese Fragen stellen, diese Thesen formulieren dürfen und was die Diskussion für Auswirkungen hat.
Zum Beispiel waren ja auch Brechts Werke „fiktiv“, dennoch
aber kann man doch fragen, ob die darin enthaltene
Kapitalismus-Kritik „wahr“ ist.
Hier befindest Du Dich wieder auf meiner Argumentationsschiene: Es ist irrelevant, ob die Brecht’schen Charaktere wirklich so exisiterten (wohl eher nicht). Die interessante Fragestellung (wird ja auch von Dir so gesagt) ist eben die durch die Figuren dargestellte Gesellschaftskritik.
stimme ich Dir in fast allen Punkten zu. Natürlich hat auch „Superman“ einen realen Bezug; gegen Dein letztes Posting würde ich also gar nicht mehr viel einwenden, aber du wirst selbst zugestehen, dass Dein erstes etwas anderslautend war.
Zum Beispiel waren ja auch Brechts Werke „fiktiv“, dennoch
aber kann man doch fragen, ob die darin enthaltene
Kapitalismus-Kritik „wahr“ ist.
Hier befindest Du Dich wieder auf meiner
Argumentationsschiene: Es ist irrelevant, ob die Brecht’schen
Charaktere wirklich so exisiterten (wohl eher nicht). Die
interessante Fragestellung (wird ja auch von Dir so gesagt)
ist eben die durch die Figuren dargestellte
Gesellschaftskritik.
Ja, das gilt meines Erachtens grundsätzlich genauso auch für „Superman“ oder „Sakrileg“; wenn auch halt in unterschiedlichen Ausmaßen.
Viele Grüße
franz (der gleich weg muss und deshalb nur kurz antworten konnte)
Schön das du erkennst, dass ein Roman Fiktion ist. Doch leider kommt es nicht nur auf Dich an. Viele Leser können scheinbar bei diesem Werk nicht zwischen Fiktion und Wirklichkeit unterscheiden. Daher sollte man deutlich darauf hinweisen, dass man nichts in diesem Buch für real halten sollte, bevor man es nicht selbst überprüft hat. Dieser Überprüfung hält einiges nicht stand, also ist es Fiktion und keine Dokumentation. Wollen wir hoffen, dass nicht nur du, sondern auch alle anderen Leser den Unterschied erkennen.
Ich habe das Buch jetzt 2/3 durch und finde es gut zu lesen, auch spannend geschrieben. Wenn das Thema einen interessiert, kommt man vielleicht an der ein oder anderen Stelle zum Nachdenken. Sucht sich neue Informationsquellen und beschäftigt sich auf einmal mit einer ganz neuen Thematik. Da hat das Buch doch schon einen Pluspunkt verdient. Und wenn der Vatikan noch davor warnt, da fragt man sich doch: haben sie Angst, daß der Gläubige Schund liest oder haben sie Angst, daß einer hinter eine andere bisher geltende Wahrheit kommt???
Schön das du erkennst, dass ein Roman Fiktion ist. Doch leider
kommt es nicht nur auf Dich an. Viele Leser können scheinbar
bei diesem Werk nicht zwischen Fiktion und Wirklichkeit
unterscheiden.
Und nicht nur bei diesem. Sonst würde es ja auch Bild-Roman und nicht Bild-Zeitung heißen.
Daher sollte man deutlich darauf hinweisen,
dass man nichts in diesem Buch für real halten sollte, bevor
man es nicht selbst überprüft hat.
Genau. Und hättest Du DARAUF hingewiesen, dann hätte ich auch nicht gemeckert. Die Aussage muss also lauten: „Spannend, aber voller Fiktion“ und nicht „Spannend, aber voller Fehler“.
hat das Buch doch schon einen Pluspunkt verdient. Und wenn der
Vatikan noch davor warnt, da fragt man sich doch: haben sie
Angst, daß der Gläubige Schund liest oder haben sie Angst, daß
einer hinter eine andere bisher geltende Wahrheit kommt???
wenn ich bei der Telekom arbeite und in einem Roman wird detailliert beschrieben,
wie einige meiner Mitarbeiter bestialisch ermordet werden, würde ich als
Konzernleitung auch ganz laut ein Veto einlegen. Gab es nicht auch mal den
„Kanzlermord“-Krimi, der auf Antrag Schröders nicht mehr verbreitet werden
durfte? Ergo: Wenn geschildert wird, wie Leute aus einem bestimmten Umfeld
gequält werden und der betroffenen Institution dann auch noch alberne Sachen
unterstellt werden (und auch wenn die Geschichte an sich Fiktion ist, Kardinäle
etwa existieren ebenso tatsächlich wie die Schweizer Garde und der Camerlengo),
dann erwarte ich da durchaus eine Reaktion.
Ich würde gerne zu mehr Details Stellung nehmen, aber dann würde ich wesentlichen
inhalt verraten, also in Zukunft mit Spoiler…
Wie schon gesagt, es ist ein Roman. Dadurch, dass vor allem
„Illuminati“ in gewissen Punkten sauber recherchiert zu sein
scheint, wächst natürlich der Anspruch des Lesers. Aber man
darf eben nicht vergessen, dass es kein Sachbuch ist (auch
wenn der Erzählstil einem das verlockend einfach macht).
Ich bin mit Illuminati durch Rom, man bekommt es „mit der Angst zu tun“ die Plätze, die Zeichen, nicht übel…