Moin, Ihr Lieben, ja, das scheint ins Geschichtsbrett zu gehören. SCHEINT aber nur, denn es geht mir nicht um die Geschichte (Osmanischer Herrscher 1494-1566), sondern um den Namen.
Wen das nicht interessiert, möge dennoch nicht böse werden; Wissen ist wohl Macht, aber Nichtwissen macht ja bekanntlich nichts.
Mir ist allerdings klar, daß die folgende Frage sich hart am Rande des Fassungsvermögens (dieses Forums) bewegt und bitte im Falle der Überschreitung einfach um Verschiebung bzw. sogar Löschung.
Nicht um die türkische Identifizierung mit „Salomon“ (nach L´scheidt), sondern um die „phonehmologische(???) Nähe“ des Namens zum angeblich lateinisch-stämmigen engl. solemn´, frz. solenne´ (aus sollemnis´). T.J.Hoad (Engl. Etymology): solemn´ from O.F. „solem§nité“ und Lt. „sollempnitas“; Gamillschegg (Étymologie frçe.): solennel´ de Lt. sollemnis; und Giacomo Devoto (Etymolgía Italiana): "dal lat. tardo sollemnîtas´" (spätlatein.).
Alles mit dt. Bedeutung „feierlich“.
Da meine gestrige Frage hier nach dem commangiare´-"Dingens" wider meine Befürchtung nicht gleich gelöscht (und ich wieder ausseloggt) wurde, sondern sogar sofort immerhin EINE kompetente Antwort durch Dirk gefunden hat, habe ich nun Mut, hier auch zu obigem zu fragen, wo bisher alle befragten "SprachWISSENschaftler" nur abgewunken haben und ihr wirkliches "[un]kreatives Desinteresse" durch (wo kämen wir denn daHER???!!! gezeigt haben. (Aber zu einem mögl. Sanskrit-Ursprung s.B.1 unten) hin´ oder `her´, das ist nun meine Frage.
Neugierig gemacht hat mich dabei erst die Bemerkung des türkischen Etymologen Hasan Eren zum „MONGOLischen Ursprung“.
Darum geht es:
trk.: Süleyman = Salomon, „Süleyman der Prächtige“
s[ch]ölen = Gastmahl, Bankett, (künstlerische) Veranstaltung
Da mag also dies trk. s[ch]ölen´ ein französ. Lehnwort sein, wie ja auch offensichtlich s[ch]oven´ = Chauvinist und `sinema´ von „cinéma“. Aber der Hinweis von H. Eren auf den mongolischen Ursprung macht nachdenklich:
HASAN EREN (trk. etymolog. Wb, nach Übersetzung von Nalan Uygur, Dolmetscherin, Mersin/Türkei)
(im Zuge der „Türkisierung“ der türkeitürkischen Sprache:smile:
"Für das arabische Wort „ziyafet“ (Festmahl, s.B.2 unten!) wurde das Wort „sölen“ (Feier, Festmahl) vorgeschlagen. Doch in jenem Jahr war die Herkunft dieses Wortes unbekannt. Die meisten Wörter, die mit „s“ anfangen, sind nicht türkisch. „S“ ist ein anderer Laut, wie z.B. in sis [(Brat-)Spieß, Stricknadel, Stoßdegen, Stechbohrer -gespr. „schisch“ wie in schisch-kebab´=Schaschlik, Dilda], sisek [Lamm, im zweiten Jahr] oder simsek [Blitz]. Heute ist bekannt, dass "sölen" aus dem MONGOLISCHEN ist." Dies s in sölen´ ist also das s mit „cédille“, das sch´ gesprochen wird. Im Unterschied zu dem türkischen c, das man dsch´, und dem ç, das man `tsch´ spricht.
B.1 Re Sanskrit: In meinen SanskritDeutsch Bänden habe ich nur einen schwachen Hinweis (sambhojana´ = Gastmahl) hierzu gefunden, und übrigens zu commangiare´ nichts, aber etwas interessantes noch zum Thema „vermählen“ im Deutschbrett: „máhas, maha“ = Feier, Fest. Das paßt irgendwie ja auch zur Bedeutung GROSS von skrt.: „mahát“ (Taj Mahal, wenn Euch das was sagt = „Groß-Stein“). Zu vermuten ist nun vielleicht ein Uygurischer Ursprung (wegen dem Mongolisch´) des Partikels s[ch]ölen´
Aber ein „Wörterbuch der Uygurischen Sprache“ ist erst „in der Mache“ (Klaus Röhrborn), mir liegt es erst bis Band 6 (Worte bis arg-) vor.
K.R. nimmt als Material hs. Buddhistische Schriften.
B.2 Re „ziyafet“: vielleicht interessiert auch das jemanden, die Endung -et findet man ja auch in Worten wie „kismet“(Schicksal[haftigkeit]) und auch „keramet“ (Wunder[lichkeit]). Entspr. etwa uns. heit´, keit´.
Ich gehe davon aus, daß es hier einige „Fremdsprachler“ gibt, die diese Fragestellung und auch die gegebenen Informationen höchst interessant finden werden (und habe deswegen auch wieder mein „bestes Deutsch“ bemüht und auf „Doitliches Doitsch“ verzichtet. Also wer sich darob immer erschreckt, mag sich nun (am Schluß) endlich abwenden).
Hat vielleicht jemand einen Kontaktstellen-Hinweis/„link“? Aber bitte keine unflexiven [ke]latinischen Dogmaten!
Pst: habe mir gerade ein spanisches etymologisches Wörterbuch bestellt.
Leider habe ich noch keine[n] wirklich kreative[n] und selbst begeisterte[n] Übersetzer(in) für das Buch von Hasan Eren (gibt es bisher NUR auf Türkisch, und das kommt mir immer noch zu „Spanisch“ vor) gefunden.
Ganz herzliche Grüße an ALLE, moinmoin, Manni, kurt, Jack&Jill