Samen aus Weinpflanze

Hallo,
wir haben hier am Geschäftshaus so Zierwein an der Hauswand der sich
derzeit so herrlich rot verfärbt. Ich würde mir da gern ein paar
Pflänzchen von ziehen für mein Haus.
Im Moment trägt er ganz viele kleine „Weintrauben“. Die sind so 4mm im
Durchmesser, größtenteils grün, manche verfärben sich schon dunkelrot.
In jeder sind zwei Kerne.
Kann ich die kleinen Weintrauben ernten und daraus Pflänzchen ziehen?
Wie sollte ich da am besten vorgehen? Im Roten Zustand ernten? Trocknen
und im Frühjahr aussähen oder jetzt schon im Topf die ganze Frucht
vorziehen? Kenn mich da ganricht aus :frowning: Kann mir jemand sagen wie es
am besten geht?

Danke und Grüße Seb

Viel einfacher:

Ein Stück frisch verholzten Trieb abschneiden, liegend eingraben. Wächst wie Unkraut!

Oder Triebspitze in die Erde stecken, nach dem Anwurzeln abschneiden.

dalga

Hallo Sebastian H.,

wir haben hier am Geschäftshaus so Zierwein an der Hauswand
der sich
derzeit so herrlich rot verfärbt. Ich würde mir da gern ein
paar
Pflänzchen von ziehen für mein Haus.
Im Moment trägt er ganz viele kleine „Weintrauben“. Die sind
so 4mm im
Durchmesser, größtenteils grün, manche verfärben sich schon
dunkelrot.
In jeder sind zwei Kerne.
Kann ich die kleinen Weintrauben ernten und daraus Pflänzchen
ziehen?
Wie sollte ich da am besten vorgehen? Im Roten Zustand ernten?
Trocknen
und im Frühjahr aussähen oder jetzt schon im Topf die ganze
Frucht
vorziehen? Kenn mich da ganricht aus :frowning: Kann mir jemand sagen
wie es
am besten geht?

ich kann Dir sagen, wie es totsicher funktioniert, weil es bei uns (unabsichtlich!) so geschehen ist:
lass einen Vogel den Samen fressen, wieder ausscheiden. Der Samen bleibt nach der Darmpassage über den Winter einfach irgendwo liegen …
Im Sommer darauf findest Du an Stellen, wo Du niemals einen Wilden Wein haben wolltest, eine oder mehrere Jungpflanzen.

wenn Dir gerade kein passender Vogel zur Verfügung steht, solltest Du die Beeren ins Wasser werfen und dort die Fruchthülle abfaulen lassen.
Anschließend packst Du die sorgfältig gespülten Samen in ein Kistchen mit Einheitserde, dieses in eine Plastikfolie und für 6-8 Wochen ab damit in eine Umgebung, in der es im Wechsel zwischen +5° und -8° hat.

Du kannst das Kistchen auch über den Winter in den Garten stellen, dann aber mit Kaninchendraht drüber.
Sonst produzierst Du ein Katzenklo.
Darauf achten, dass die Erde in der Kiste nie austrocknet, aber auch nicht ersäufen.

Tja - und mit Glück, so wie bei uns, gibt es junge Wilde Weine.

Kleiner Wermutstropfen dabei: solltest Du Wert auf besonders schöne Laubfärbung oder dergleichen legen, wirst Du vom Ergebnis vielleicht enttäuscht sein.
Unser junger Wilder Wein (der einzige Überlebende) hat sich zwar inzwischen den Gartenzaun als Lebensziel auserkoren, er krebst aber seit mehreren Jahren mühsam im Bereich meiner Knie, obwohl wir ihn hegen.

Außerdem sind die handelsüblichen Pflanzen alle Klone einer besonders schön ausfärbenden Mutter, also wie Dalga sagte, als Teilstücke vermehrt.

Trotzdem viel Spass - Versuch macht klug
Geli

Danke für die Antworten!
Das mit dem Samen probier ich jetzt mal, das mit den Trieben probier ich im Frühjahr!

Grüße Seb

Kann mir jemand sagen wie es am besten geht?

Danke und Grüße Seb

Hallo,

klar, kann ich. Ich hoffe es handelt sich um die echte Weinrebe und nicht um wilden Wein.
Mit den Kernen, das kannst Du vergessen. Schneide mehrere junge Triebe ab und stelle sie in ein Glas mit Wasser (altes Gurkenglas). Die Triebe müssen mindestens 3 Augen, so kleine Ansätze haben, wo dann die neuen Blätter herauswachsen können. Lasse das Glas den Winter über fostgeschützt stehen. Inzwischen werden sich ausreichend Wurzeln bilden. Wenn kein Frost mehr ist, ca. im März kannst Du die gut bewurzelten Triebe dann pflanzen.

Wenn Du auch ein paar ordentliche Trauben ernten willst, mußt Du auf das Eingraben etwas mehr Mühe verwende.
Ein Loch graben ca. 40 x 40 cm und 80 cm tief.
Zuerst eine Schicht Sand, dann zwei-drei Schaufeln guten Mist. Den Mist unbedingt noch mit einer Schicht Erde abdecken, weil sonst die Wurzel „verbrennen“. So und nun kommt erst der Weinstock etwas schräg hinein. Mit Erde verfüllen, Erde gut andrücken!!!. Herausragenden Weinstockteil an einen Stab anbinden.

Im zweiten Jahr, wenn kein Frost mehr ist, die Weinreben zurückschneiden auf maximal 3 Triebe. Normalerweise läßt man zwei Triebe, aber wenn sich einer nicht richtig entwickelt hat man so noch einen Ersatztrieb. Den 3 Trieb schneidet man dann später noch weg.
Die Triebe müssen angebunden oder am Spalier festgemacht werden.

Gruß Kerstin

achtung reblaus
hallo kerstin,

auch wenn von einem einzelnen, wurzelechten weinstock in der landschaft nicht die ganz grosse gefahr ausgeht, so solltest du doch wissen, dass deine vermehrungsempfehlung geeignet ist, der gefürchteten reblaus vorschub zu leisten.

weinstöcke sollen keinesfalls in der von dir empfohlenen weise vermehrt werden, sondern immer auf reblausresistente unterlagen gepfropft sein.

abgesehen davon, der ursprungsposter meinte ganz sicher keinen „echten“ weinstock, entweder ist es eine sog. „unterlagsrebe“ oder ein „wilder wein“.

gruss,
millia

Hallo,

der Benutzer wohnt in Weimar/Thüringen und nicht in Rheinland-Pfalz, wo derzeitig ein Reblausbefall vorkommt. Es gibt auch noch andere Weinbaugebiete in Deutschland die Reblausfrei sind. Und für ein bis zwei Stöcke am Haus wandert keine Reblaus aus dem Rheinland aus.

Gruß Kerstin

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