Hallo,
oben genannnter Herr soll u.a. in therapeutischen Kontexten mit LSD „experimentieren“. Hört sich für mich zunächst recht gruselig an. Wer kennt Samuel Widmer und kann mir eine kritische Beurteilung über ihn geben?
Vielen Dank im voraus
Jaro
Hallo,
oben genannnter Herr soll u.a. in therapeutischen Kontexten mit LSD „experimentieren“. Hört sich für mich zunächst recht gruselig an. Wer kennt Samuel Widmer und kann mir eine kritische Beurteilung über ihn geben?
Vielen Dank im voraus
Jaro
Hi Jaro,
google sagt:
http://www.eclipse-online.de/samuel/
http://www.transpersonal.com/lex/widmesam.htm
Scheint in die Esoterik-Ecke abgedriftet zu sein, der Bub.
Gruß,
Anja
offtopic: LSD-Therapie(n)
Hallo,
LSD-Therapien bzw. Versuche hierzu gibt es schon recht lange. Wenn man bei Google „Therapie LSD“ eingibt, erhält man ziemlich viele qualititiv sehr unterschiedliche Seiten. Aber ich habe vor einigen Jahren von aus fachlicher Sicht positiv bewerteten Experimenten gehört, die also durchaus seriös erscheinen. Ein Urteil kann ich mir darüber nicht erlauben, aber es scheint einen kleinen Kreis von Therapeuten zu geben, die damit Erfolge erzielen, ohne Scharlatan zu sein.
Herzliche Grüße
Thomas Miller
Hallo Anja
Da hast Du wohl Recht mit Deiner Bemerkung über den Widmer. Hab mir beide von Dir angezeigten webs mal angeguckt. Die erste ist ja unheimlich dick aufgetragen, da kann einem schon die Lust vergehen. Erinnert sehr an die Guru-Anpreisungen vergangener Zeiten.
Ja, die „gute, alte“ Psycholyse (also Psychoanalyse unter kleinen LSD-Gaben) wird immer wieder mal aufgekocht; ich denke, letztlich ist sowas schlecht über lange Strecken zu machen.
Gruss, Branden
und mehr?
Hallo,
oben genannnter Herr soll u.a. in therapeutischen Kontexten
mit LSD „experimentieren“. Hört sich für mich zunächst recht
gruselig an.
Ich fänd es klasse wenn mal jemand etwas zu LSD in Bezug auf die Wirkung und extreme Giftigkeit sagen würde. Die entstehende Manipulierbarkeit und der Verlust der Konzentrationsfähigkeit im Zusammenhang mit Selbsterkenntnis, die bei einer Therapie ihmo stattfinden sollte ist auch für mich gruselig. Auch der Begriff der ‚Bewußtseinserweiterung‘ ist in meinen Augen bei LSD mehr
als fehl am Platz…
Auch wenns offtopic wird und eher ins Drogen- oder Medizinbrett
gehört fänd ich hier ein paar interdisziplinäre Worte angebracht…
T.
Hallo,
weil´s gewünscht wurde, führe ich die Wirkungen von LSD auf:
Symptome
2 Stunden nach der Einnahme führt LSD zu einer Halluzinogenintoxikation (Vergiftungserscheinung), die manchmal als Halluzinose bezeichnet wird. Die Symptome sind:
· allgemeine Intensivierung der Wahrnehmung, besonders der visuellen (Farben und Details werden intensiver wahrgenommen)
· Illusionen
· optische Halluzinationen
· Geräusche werden deutlicher gehört, oft mit neuer oder unbemerkter Qualität
· Kribbeln oder Taubheit in den Extremitäten
· Veränderung der Temperaturempfindung
· Synästhesie: Farben werden gehört, gefühlt; Geräusche taktil wahrgenommen (wohl die Boxen zu weit aufgedreht und so die Schmerzgrenze erreicht).
· emotionale Veränderungen: Spektrum von Euphorie bis Angst oder Depressionen
· veränderte Zeitwahrnehmung
· Erinnerungen an lang Vergessenes
Körperliche Symptome:
· schneller Wechsel von Erweiterung und Verengung der Pupillen (Mydriasis)
· Schwitzen
· Herzklopfen
· verschwommenes Sehen
· Tremor (Zittern)
· Koordinationsstörungen
Die Symptome können als mystisch oder als grauenvoll erlebt werden.
Neurobiologische Wirkung von LSD
LSD bindet an die Oberfläche von serotoninausschüttender Neuronen und verhindert deren Ausschüttung. Diese Neurone spielen normalerweise bei der Übermittlung visueller Informationen und emotionaler Erfahrungen eine Rolle. Serotonin hilft auch dabei, einlaufende Sinnesmeldungen zu filtern (vgl. Schizophrenie). LSD verhindert diese serotonerge Aktivität. Psychedelische Drogen haben infolgedessen eine starke wahrnehmungsverändernde Wirkung (auf alle 5 Sinne). So führt LSD zu Halluzinose, Synästhesie und emotionalen Veränderungen.
Entzug
LSD hat kaum eine Toleranzentwicklung und auch keine Entzugssymptome zur Folge.
Mißbrauch und Abhängigkeit
LSD kann trotz schwacher Toleranzentwicklung und keiner Entzugssymptomatik abhängig machen. Die Droge wirkt in der kleinsten Dosierung bemerkenswert stark, so daß sie nachhaltige Reaktionen in Wahrnehmung, Gefühl und Verhalten auslöst. Die intensiven Reaktionen sind manchmal äußerst unangenehm („Horrortrip“) und können zu selbst- oder fremdgefährdendem Verhalten und zu schweren Panikreaktionen führen.
Folgen
Der Konsum von LSD kann mehrere psychische Störungen nach sich ziehen:
· durch Halluzinogene induzierte psychotische Störung mit Halluzinationen und Wahn
· durch Halluzinogene induzierte affektive Störung mit extremen Schuldgefühlen und Depression
· durch Halluzinogene induzierte Angststörung mit Ängstlichkeit, Spannung oder Unruhe: Viele fürchten, sie hätten ihr Gehirn zerstört und sich selbst in den Wahnsinn getrieben, und haben Angst, nie mehr normal zu werden.
· durch Halluzinogene induzierte persistierende Wahrnehmungsstörung (Flashbacks): Sie tritt bei ca. 25% der LSD-Benutzer auf und zeichnet sich durch Sinnestäuschungen und emotionale Veränderungen aus, lange nachdem kein LSD mehr im Körper ist.
Flashbacks können noch Tage und sogar Monate nach der letzten LSD-Einnahme auftreten. Sie können nach Monaten weniger gravierend werden und schließlich verschwinden, sie können aber auch nach 5 oder mehr Jahren immer noch auftreten. Flashbacks sind unvorhersehbar: Ein Einmalbenutzer kann mehrere Flashbacks haben. Ein Dauerkonsument ohne Flashbacks in der Vorgeschichte kann sie ganz plötzlich bekommen.
Grüße,
Oliver Walter
Hi Temper,
Auch der Begriff der ‚Bewußtseinserweiterung‘
ist in meinen Augen bei LSD mehr als fehl am Platz…
Also als ich auf einem Trip bei Sonnenaufgang an einer Kiesgrube die Sonne immer größer sah bis sie mit dem Himmel verschmolz zu einer einzigen Glut, als sich die Kräne an den Ufern friedlich herabbeugten, um mit ihren Auslegern aus den Wassern zu trinken, und als ich dann ins Wasser stieg und in einer wabernden Masse wie in Götterspeise schwamm, Bierflaschen, die GIs ins Wasser geworfen hatten mit dem mächtigen Klang von Glocken an meinen Körper schlugen - dann war das schon ein Bewusstsein ganz anderer Art, das ich in der Erinnerung nicht missen möchte.
Im übrigen bin ich in Sachen Drogen immer Staatsdiener gewesen und zahle brav meine Steuern hierfür. Zu meiner Zeit (Ende der 60er/Anfang der 70er) gehörte es einfach dazu, Trips zu schmeißen und Joints zu rauchen…
Gruß,
Anja
Im übrigen bin ich in Sachen Drogen immer Staatsdiener gewesen
und zahle brav meine Steuern hierfür. Zu meiner Zeit (Ende der
60er/Anfang der 70er) gehörte es einfach dazu, Trips zu
schmeißen und Joints zu rauchen…
Für wen?
Grüße
Irene
Hallo zusammen!
Wie wird denn Timothy Leary
http://www.drogen-aufklaerung.de/texte/sachtext/psyc…
heute beurteilt?
Fragt sich,
Hartmann.
Hi Irene,
Zu meiner Zeit (Ende der 60er/Anfang der 70er) gehörte es einfach dazu, Trips zu schmeißen und Joints zu rauchen…
Für wen?
Für mein „Umfeld“, meine Freunde und mich. Damals gab es noch kein Heroin, keine fertigen von Drogen zerstörten „Cracks“, es war so etwas von Aufbruchstimmung, in die ich mich glücklicherweise nicht ganz hineinziehen ließ…
Gruß,
Anja
Hallo Anja!
Entschuldige die zugegebenermaßen etwas provokante Frage 
Für den Umfeld also, für dich und deine Freunde - akzeptiert, war halt so.
Bei mir traf es nicht zu.
Ich habe ein echtes Problem damit, dass manche deiner Aussagen (querbeet) immer so unverrückbar allgemein klingen - und das stößt mir einfach auf.
Sorry!
Grüße
Irene
Hi Irene,
Ich habe ein echtes Problem damit, dass manche deiner Aussagen
(querbeet) immer so unverrückbar allgemein klingen - und das
stößt mir einfach auf.
Sorry!
Nix allgemein - ich rede in der Regel nur von mir. Andere dürfen/sollen/müssen ihre eigenen Erfahrungen machen…
Ein „Sorry“ ist nicht nötig 
Gruß,
Anja
Hallo,
man muss nicht gleich ins Sucht-Brett abwandern, wenn hier nicht sofort geantwortet wird. 
Wie wird denn Timothy Leary
http://www.drogen-aufklaerung.de/texte/sachtext/psyc…
heute beurteilt?
Ich denke, dass sich an der negativen Beurteilung Learys bis heute nichts geändert hat. Und ich denke, dass das aus gutem Grund so ist, nämlich weil zwar seine Gefängnisexperimente aus den 50er Jahren wohl anscheinend erfolgversprechend waren, man aber für die Genehmigung solcher Studien wohl ein allgemeinpolitisches Klima braucht, das das zulässt. Leary selbst konnte dies ja nicht weiter verfolgen, weil er immer nahe dran war, ein Opfer seiner selbst zu werden (wie in der Kunst etwa Otto Mühl, wenn dir der Name etwas sagt). Leary hat selbst den eher künstlerischen Weg eingeschlagen. Damit war er wohl draußen. Das mag man bedauern, aber es ist verständlich. Und es war auch vorhersehbar. Er hat eben die Schwelle der Seriosität überschritten.
Herzliche Grüße
Thomas Miller