Hallo zusammen!
Ich habe ein paar Fragen zur Kellersanierung. Im Kellerraum hatte ich eine feuchte Ecke (ungefähr in Augenhöhe) an der sich bereits der Schimmel zeigte. Durch Ausschachtarbeiten wurde diese Ecke im April saniert und das in der Nähe befindliche defekte Regenrohr ausgetauscht. Der Bauunternehmer sagte mir, dass die feuchte Stelle nicht am nächsten Tag fort sei. Das dauere sehr lange. Meine Frage ist nun, wie lange dauert so was? 4 Wochen, 4 Monate oder 4 Jahre? Keine Socke will sich festlegen. Nun habe ich innen an der Wand einen neuen Haftputz aufgetragen, wo der Fleck erst mal nicht mehr zu sehen war. Das war Ende Mai. Inzwischen schimmert er wieder durch. Bevor ich den Gedanken hege, dass das Bauunternehmen eventuell nicht professionell gearbeitet hat und ich die Pferde wild mache, würde ich gerne wissen ob das normal ist. Der Zustand des Kellers ist quasi Rohbau und die Fenster sind bei den derzeitigen Temperaturen geschlossen. Wer hat Erfahrungswerte?
Gruß, Lotte
Hallo,
Hallo zusammen!
Ich habe ein paar Fragen zur Kellersanierung. Im Kellerraum
hatte ich eine feuchte Ecke (ungefähr in Augenhöhe) an der
sich bereits der Schimmel zeigte. Durch Ausschachtarbeiten
wurde diese Ecke im April saniert und das in der Nähe
befindliche defekte Regenrohr ausgetauscht. Der Bauunternehmer
sagte mir, dass die feuchte Stelle nicht am nächsten Tag fort
sei. Das dauere sehr lange. Meine Frage ist nun, wie lange
dauert so was? 4 Wochen, 4 Monate oder 4 Jahre? Keine Socke
will sich festlegen.
Socken machen so etwas nicht sondern Fachleute. Da man nicht die genaue Menge an Wasser bestimmen kann, welche in das Bauwerk eingedrungen ist, kann man auch nicht sagen wie lange es dauert, bis die eingedrungene Menge an Wasser wieder aus dem Bauwerk verdunstet.
Hinzu kommen Faktoren wie Luftfeuchtigkeit und Lüdtungsverhalten.
Nun habe ich innen an der Wand einen neuen Haftputz aufgetragen, wo
der Fleck erst mal nicht mehr
zu sehen war. Das war Ende Mai. Inzwischen schimmert er wieder
durch. Bevor ich den Gedanken hege, dass das Bauunternehmen
eventuell nicht professionell gearbeitet hat und ich die
Pferde wild mache, würde ich gerne wissen ob das normal ist.
Hast Du das alles mit dem Baunternehmen abgestimmt ? Du erwartest eine mangelfreie Leistung und veränderst da Bauwerk. Die Abdunstung kann nun mal nur durch die Inneseite erfolgen.
Ist die Feuchtigkeit neu oder Restfeuchte ?
Christian
Hallo Lotte!
wie lange dauert so was? 4 Wochen, 4 Monate oder 4 Jahre?
Ja, ungefähr zwischen 4 Wochen und 4 Jahren
. Das vollständige Abtrocknen kann etliche Wochen bis zu Monaten dauern. Das hängt davon ab, wieviel Feuchtigkeit in der Wand ist und auf welchem Weg sie weg kann. Nach außen geht nichts, denn dort ist eine hoffentlich intakte Feuchtigkeitssperre. Geht also nur nach innen. Vernünftigerweise läßt Du die Kellerfenster tagsüber geschlossen. Während kühlerer Nachtstunden solltest Du aber lüften.
Nun habe ich innen an der Wand einen
neuen Haftputz aufgetragen, wo der Fleck erst mal nicht mehr
zu sehen war. Das war Ende Mai. Inzwischen schimmert er wieder
durch.
Was bei schadhaften Feuchtigkeitssperren ins Gemäuer sickert, ist nicht nur reines Wasser. Mit dem Wasser gelangen verschiedene bauschädliche Salze aus dem Erdreich in die Wand und Salze werden auch im Baustoff selbst gebildet. Dabei treten Sulfate, Chloride und Nitrate auf. Das Wasser verdunstet und die Salze bleiben übrig. Die Salze sind hygroskopisch und nehmen Wasser aus der Luft auf, so daß im Baustoff ständig weiteres Salz gebildet wird. Das entstehende Schadensbild gehört zum Standard in ungezählten Kellern. Für eine dauerhafte Sanierung reicht es nicht, beliebigen Putz aufzubringen. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit hoch, daß man das Schadensbild kurzfristig verdeckt, aber tatsächlich verschlimmert.
Zur Sanierung wird man den Wassertransport im Mauerwerk unterbinden, z. B. durch Verkieselung. Dafür bietet die Bauchemie etliche geeignete Produkte, die über Bohrlöcher in die Wand eingebracht werden. Oft reicht es aber auch, einen Sanierputz aufzubringen, der mit den Salzen zurecht kommt.
Wenn Du zu einem dauerhaft guten Ergebnis kommen willst, wird Dir Herumprobieren nicht helfen. Die meisten Handwerker sind mit der Beurteilung solcher Schadensbilder überfordert. Am besten wäre es, wenn sich ein Architekt die Kellerecke ansieht. Der kann Dir genau sagen, auf welche Weise für Abhilfe zu sorgen ist. Der Architekt verursacht natürlich Kosten, aber jeder untaugliche Versuch wird teurer.
Gruß
Wolfgang
Hallo Lotte,
Ich habe ein paar Fragen zur Kellersanierung. Im Kellerraum
hatte ich eine feuchte Ecke (ungefähr in Augenhöhe) an der
sich bereits der Schimmel zeigte. Durch Ausschachtarbeiten
wurde diese Ecke im April saniert und das in der Nähe
befindliche defekte Regenrohr ausgetauscht. Der Bauunternehmer
sagte mir, dass die feuchte Stelle nicht am nächsten Tag fort
sei. Das dauere sehr lange. Meine Frage ist nun, wie lange
dauert so was? 4 Wochen, 4 Monate oder 4 Jahre? Keine Socke
will sich festlegen.
Naja, da spielen auch jede Menge Faktoren zusammen.
Wenn also das Regenrohr die Ursache war, dann wurde das Erdreich durchnässt. Das bedeutet zunächst aber auch, dass das Wasser nicht richtig versickern und auch nicht ablaufen kann. Somit wird es auch Zeit brauchen, bis dein Erdreich wieder eine normale Feuchtigkeit hat.
Dann hat sich dein Mauerwerk mit Wasser vollgesogen, das geht meist auch etwas länger. Zudem müsste man wissen aus welchen Material dein Mauerwerk aufgebaut ist. Je nach Baustoff ist da mehr oder weniger Wasser in der Wand gespeichert, welches irgendwie da wieder raus muss.
Wenn nun das Wasser von der Luft in deinem Keller aufgenommen worden ist, muss es noch irgendwie aus dem Keller raus. Wenn es im Keller kühler ist als draussen, kannst du nicht lüften, bzw, würde lüften die Feuchtigkeit im Keller nur noch erhöhen…
Wenn du jetzt noch irgendeinen wasserdichten Putz draufschmierst, daert das Austrocknen einfach noch länger, bzw. es drückt dann einfach irgendwo daneben durch.
Wenn die Ursache wirklich behoben ist, liegst du mit 4 Monaten bis 4 Jahre schon richtig !!
Die einzige Möglichkeit das alles zu beschleunigen wäre, die Luft im Keller möglichst trocken zu halten. Ob es sich rentiert da technisch nachzuhelfen kann man aber nur bestimmen, wenn man die Feuchtigkeit in deinem Keller kennt.
MfG Peter(TOO)
Hallo Peter!
Die einzige Möglichkeit das alles zu beschleunigen wäre, die
Luft im Keller möglichst trocken zu halten. Ob es sich
rentiert da technisch nachzuhelfen kann man aber nur
bestimmen, wenn man die Feuchtigkeit in deinem Keller kennt.
Die Zeiten sind vorbei, als Keller nur dazu dienten, als dunkle Höhle die Kohlen für den Winter zu lagern. Ob für Skiausrüstung oder Fahrräder, Nutzung als Bastelkeller oder Vorratsraum, braucht man einen trockenen Keller, in dem zuverlässig nichts schimmelt oder rostet. Intakte Feuchtigkeitssperren vorausgesetzt, neigen Keller im Sommer zu muffiger Feuchtigkeit als Folge von Kondenswasser. Dem läßt sich mit geeigneter Lüftungstechnik wirksam begegnen. Eine hochwertige, langlebige und wartungsfreie technische Lösung kostet um die 1.500 € und dafür bleibt der Keller dauerhaft trocken. Wenn man den Kosten die uneingeschränkte Nutzbarkeit des Kellers gegenüber stellt, rechnet sich die Investition in jedem Fall.
Solche Anlagen sind kein Ersatz für intakte Bausubstanz, aber neben der dauerhaften Vermeidung von Kondenswasser beschleunigen sie das Abtrocknen des Kellers nach der Instandsetzung von Feuchtigkeitssperren, nach Löschwassereinsatz und Überschwemmungen.
Gruß
Wolfgang
Hallo Wolfgang,
Die einzige Möglichkeit das alles zu beschleunigen wäre, die
Luft im Keller möglichst trocken zu halten. Ob es sich
rentiert da technisch nachzuhelfen kann man aber nur
bestimmen, wenn man die Feuchtigkeit in deinem Keller kennt.Die Zeiten sind vorbei, als Keller nur dazu dienten, als
dunkle Höhle die Kohlen für den Winter zu lagern. Ob für
Skiausrüstung oder Fahrräder, Nutzung als Bastelkeller oder
Vorratsraum, braucht man einen trockenen Keller, in dem
zuverlässig nichts schimmelt oder rostet. Intakte
Feuchtigkeitssperren vorausgesetzt, neigen Keller im Sommer zu
muffiger Feuchtigkeit als Folge von Kondenswasser. Dem läßt
sich mit geeigneter Lüftungstechnik wirksam begegnen. Eine
hochwertige, langlebige und wartungsfreie technische Lösung
kostet um die 1.500 € und dafür bleibt der Keller
dauerhaft trocken. Wenn man den Kosten die uneingeschränkte
Nutzbarkeit des Kellers gegenüber stellt, rechnet sich die
Investition in jedem Fall.Solche Anlagen sind kein Ersatz für intakte Bausubstanz, aber
neben der dauerhaften Vermeidung von Kondenswasser
beschleunigen sie das Abtrocknen des Kellers nach der
Instandsetzung von Feuchtigkeitssperren, nach
Löschwassereinsatz und Überschwemmungen.
Wieso schreibst du das alles MIR ??
Im Prinzip weiss kein Schwein mit Lottes Angaben, was bei ihr im Keller los ist.
Das Problem kann noch im normalen Rahmen der Trocknung liegen oder es liegt ein weiterer Schaden vor. Angaben über die Luftfeuchtigkeit im Keller wären zumindest ein Anhaltspunkt.
Da aber nicht der ganze Keller schimmelt, sondern nur diese eine Stelle, liegt der Verdacht nahe, dass nicht die Luftfeuchtigkeit das Problem ist, sondern diese Stelle in der Wand.
Aber mit der Glaskugel kann man halt immer nur rumraten.
MfG Peter(TOO)
Hallo Männer!
Vielen Dank für die vielen fachmännischen Antworten! Sorry, dass ich nicht eher was schreiben konnte.
Um die Glaskugel nicht zum platzen zu bringen
, in Kürze die ganze Geschichte: Das Regenrohr war die Ursache für den Schaden; gefunden wurde ein angeflextes (!) Rohr; das Wasser konnte 28 Jahre in das lehmige Erdreich versickern. Das Bauunternehmen hatte die Aufgabe den Schaden zu beheben, mehr nicht. Der Kellerraum ist seit 1978 ungenutzt, d.h. Wände ein bisschen Gipsputz, sandiger Estrich, fertig. An der Schadensecke wurde das Putz bis zum porösen Mauerwerk abgeschlagen. Dann erfolgte die Außensanierung. Die Innensanierung soll in Eigenleistung erfolgen. Im Fachmarkt riet man mir einen diffusionsoffenen Haftputz aufzutragen. So, bis hierhin bin ich gekommen. Und nun stellt sich die Frage, ob diese Ecke nun Restfeuchte abgibt, oder ein neuer (alter) Schaden vorhanden ist. Zum Lüftungsverhalten habe ich schon was geschrieben. Wie hoch die Luftfeuchtigkeit ist, weiß ich nicht. Dort hängt keine feuchte Wäsche und es riecht auch nichts modrig oder muffig.
Wenn ich eure Antworten richtig interpretiere, dann muss die Restfeuchte nach Innen raus und es dauert sehr lange bis der Fleck verschwunden ist. Wie verhält es sich denn, wenn der Fleck nach starkem Regen dunkler wird?
Schwitzige Grüße,
Lotte
Hallo Lotte!
Wie verhält es sich denn, wenn der Fleck nach starkem Regen dunkler
wird?
Das hört sich nach defekter Feuchtigkeitssperre an. Wenn schon über Jahrzehnte Wasser in die Wand sickerte, muß man mit Frostschäden rechnen. Solche Schäden können, müssen aber nicht nur an der ursprünglich defekten Stelle der Abdichtung auftreten, weil Wasser sich seinen Weg auch an weiter entfernte Stellen suchen kann. Frostschäden durch per Kapillarwirkung aufsteigendes Wasser sieht man als Abplatzung oft am Gemäuer außen oberhalb der Erdoberfläche und natürlich auch darunter in nicht frostfreier Tiefe.
Aus der Ferne kann man nur spekulieren. Es ist auch möglich, daß die gesamte Abdichtung rund ums Haus noch nie viel taugte und/oder von Wurzelwerk, unsachgemäß abgedichteten Wanddurchführungen für Versorgungsleitungen und/oder bei Garten- und Wegebauarbeiten beschädigt wurde. Sollte soetwas zutreffen, muß rundherum aufgegraben und für sachgerechten Aufbau der Feuchtigkeitssperre gesorgt werden. Solche Gelegenheit bietet sich nicht alle Tage, also macht man gleich Nägel mit Köpfen, setzt die Hohlkehle zwischen Kellerwänden und Sohle instand, verlegt eine Drainage, versieht den Keller mit Dämmung und Anfüllschutz und füllt die Aufgrabung mit Kies statt mit Lehm… die Kellerfenster werden rott und konstruktiv von vorgestern sein … es kann einiges zusammenkommen.
Gruß
Wolfgang