Sanierung ETW - Fragen hierzu

Guten Tag,
ich bin sehr an einer Eigentumswohnung interessiert, in der die Erstbesitzerin 35 Jahre lang (die Lebensdauer der Wohnung) gewohnt hat und in der Zeit überhaupt nicht renoviert hat. Sie ist nun zu ihrer Tochter gezogen, verkauft die Wohnung, und der bestellte Makler bietet diese Wohnung sowohl zum unsanierten Preis als auch im Paket mit mehreren Sanierungsmassnahmen an. Dieses Paket beläuft sich auf ca. 40 Tausend Euro und beinhaltet Fenster-, Böden-, Heizkörper-, Wand/Tapeten-, Sanitär-, Fliesenerneuerung sowie mehrere Kleinigkeiten wie Rolladenkästen innen dämmen etc. Diese Maßnahmen würde er koordinieren, Handwerker beauftragen etc., wobei ich bei den Fliesen, Böden etc. noch meine Wünsche anbringen kann.
Wie gesagt, die Sache ist für mich sehr attraktiv aufgrund der Lage, es gehört noch ein Garten dazu etc., nur über eines mache ich mir Gedanken. Als ich den Makler bei der ersten Besichtigung fragte, ob ich die Abrechnungen der Handwerker einsehen könnte (da ich nachfühlen wollte, ob er die Sache transparent macht), da war er etwas ablehnend. Mir ist klar, dass er für sich und seine Dienstleistung (also die Koordinierung) einen gewissen Schnitt eingebaut hat, damit habe ich kein Problem. Aber was ist, wenn die Handwerker Mist bauen und ich die Gewährleistung beanspruchen muss? Wer haftet, wenn was schiefgeht, mit anderen Worten? Wie kann ich sicherstellen, dass die Handwerker namhaften Betrieben angehören? Und so weiter.
Ich habe diese Woche einen 2. Termin und werde den Makler natürlich dazu befragen. Aber ist grundsätzlich von einem solchen Geschäft abzuraten, bzw. wäre ich eventuell besser beraten, die Wohnung unsaniert zu kaufen und selbst einen Architekten zu beauftragen, die Sanierung vorzunehmen? Ist das ‚normal‘, dass Makler solche Dienstleistungen anbieten? (sind ja erst mal keine qualifizierten Experten für Bauaufsicht).
Ich denke, für 40 Tausend Euronen könnte ich eine 100 qm Wohnung auch selbst sanieren lassen, das reicht sicherlich relativ weit. Hätte allerdings damit auch die entsprechende Verantwortung selbst.

Danke Euch im Voraus.
LG
Karina

Hallo Karina!

Diese Maßnahmen würde er koordinieren, Handwerker beauftragen etc.,

Ein Makler koordiniert die Arbeit von Handwerkern? Warum läßt Du die Arbeiten nicht von Deinem Frisör koordinieren? Ich will Dich nicht beschimpfen, aber verdeutlichen, daß hier ganz grob etwas aus dem Ruder läuft.

Bevor Du die Wohnung kaufst, beauftrage einen Architekten, der sich die Wohnung ansieht und darüber hinaus das gesamte Gebäude vom Keller bis zum Dach. Außerdem machst Du Dich schlau, wie hoch die Rücklagen der Eigentümergemeinschaft sind und ob diese Rücklagen in einem vernünftigen Verhältnis zum Zustand des Hauses und zum Instandsetzungsbedarf stehen. Ferner informierst Du Dich über die Eigentümerstruktur. Gibt es etwa einen Eigentümer, dem mehrere Wohnungen oder gar die Mehrheit der Wohnungen gehört, so daß er das Geschehen in der Wohnanlage letztlich alleine bestimmen kann. Lasse Dir die Protokolle der Eigentümerversammlungen zeigen und informiere Dich, ob es im Haus/in der Eigentümergemeinschaft schwelende Konflikte gibt.

Wenn Du das alles gemacht und mit Hilfe des Architekten den Sanierungsaufwand der Wohnung abgeschätzt hast und nichts schreckt Dich ab, dann kaufe die Wohnung zum angemessenen Preis im Zustand, wie sie jetzt ist. Die fälligen Arbeiten läßt Du nicht vom Schuster, nicht vom Taxifahrer und nicht vom Makler koordinieren, sondern vom Architekten. Nur der ist in der Lage, Aufträge an Handwerker sachgerecht zu vergeben und die Ausführung der Arbeiten zu überwachen.

Gruß
Wolfgang

Hallo Karina!

Diese Maßnahmen würde er koordinieren, Handwerker beauftragen etc.,

Ein Makler koordiniert die Arbeit von Handwerkern? Warum läßt
Du die Arbeiten nicht von Deinem Frisör koordinieren? Ich will
Dich nicht beschimpfen, aber verdeutlichen, daß hier ganz grob
etwas aus dem Ruder läuft.

Fühle mich nicht beschimpft. Dass hier was nicht stimmt, ist mir klar, daher ja mein Posting.

Bevor Du die Wohnung kaufst, beauftrage einen
Architekten, der sich die Wohnung ansieht und darüber hinaus
das gesamte Gebäude vom Keller bis zum Dach.

Hatte ich ohnehin vor, vorausgesetzt ich habe nach dem 2. Termin diese Woche noch das Gefühl, dass ich die Sache verfolgen will. Habe auch jemanden meines Vertrauens.

Außerdem machst :smiley:u Dich schlau, wie hoch die Rücklagen der

Eigentümergemeinschaft sind und ob diese Rücklagen in einem
vernünftigen Verhältnis zum Zustand des Hauses und zum
Instandsetzungsbedarf stehen. Ferner informierst Du Dich über
die Eigentümerstruktur. Gibt es etwa einen Eigentümer, dem
mehrere Wohnungen oder gar die Mehrheit der Wohnungen gehört,
so daß er das Geschehen in der Wohnanlage letztlich alleine
bestimmen kann. Lasse Dir die Protokolle der :Eigentümerversammlungen zeigen und informiere Dich, ob es im :Haus/in der Eigentümergemeinschaft schwelende Konflikte gibt.

Ja - habe den Makler gebeten, mir zum 2. Termin diese Unterlagen mitzubringen und werde eine Kopie mitnehmen. Es gibt keinen Eigentümer dem mehrere Wohnungen gehören, alle sind „getrennt“, soweit ich weiß, aber auch das lasse ich mir schriftlich geben. Es ist 12 Einheiten in 2 Häusern, mit einem Hausverwalter.

Wenn Du das alles gemacht und mit Hilfe des Architekten den
Sanierungsaufwand der Wohnung abgeschätzt hast und nichts
schreckt Dich ab, dann kaufe die Wohnung zum angemessenen
Preis im Zustand, wie sie jetzt ist. Die fälligen Arbeiten
läßt Du nicht vom Schuster, nicht vom Taxifahrer und nicht vom
Makler koordinieren, sondern vom Architekten. Nur der ist in
der Lage, Aufträge an Handwerker sachgerecht zu vergeben und
die Ausführung der Arbeiten zu überwachen.

Danke Wolfgang für Deinen Rat. Das ist auch das, was mein Instinkt mir sagt. Ich poste hier noch mal mit dem Ergebnis meines 2. Treffens.

Gruss
Karina

Hallo

denke auch, dass der Makler hier „seinen Schnitt“ machen möchte.
So ungewöhnlich finde ich das nicht, denn gute Makler haben auch gute Kontakte zu Handwerkern etc.

Für 40.000 € würde ich die Arbeiten jedoch selbst vergeben, am besten in Absprache mit einem Fachmann (Architekt, Bau-Ing. oder ähnlich), das dürfte dann um einiges preiswerter sein.
Außerdem kann man Termine besser planen, Materialien da aussuchen und kaufen wo man möchte etc.

Viel Glück…

Hallo,

ich habe vor ca. 2 Jahren 2 Wohnungen komplett (je ca.90 qm) für ca. 50.000 - 60.000 Euro sanieren lassen (ohne Fenster, Heizkörper/Heizung (Teilweise) und Bodenbeläge) aber dafür mit 1 x Decke runterziehen, und Treppenhaussarnierung/Kellersarnierung, teilweise Parketterneuerung.
Mir erscheinen die 40.000 viel für eine Wohnung, ist aber nur Gefühlsmässig.

Es selber zu machen bedeutet natürlich viel Arbeit, aber ich glaube auch, dass du dann für die 40000 mehr bekommst…

Mein erster spontaner Gedanke war, als ich das Posting las: den Grundpreis versuchen noch runterhandeln (ausser er ist schon supergut) und dann selber machen…

Viel Erfolg und Glück
Marion

Hallo!

Nur rein meine persönliche Einschätzung:

vor 1 Jahr bin ich in eine Doppelhaushälfte von 1977 eingezogen. Das Haus war generell in einem guten Zustand, aber es musste doch einiges gemacht werden.
Hier eine grobe Aufstellung:

  • Innen komplett streichen
  • Alle Innentüren (11 Stück) inkl. Türstöcken neu streichen/lackieren)
  • großes Garagentor neiu streichen / lackieren
  • 50 qm Terrakotta reinigen und neu einlassen
  • 30 qm Parkett schleifen und neu einlassen
  • 200 qm Garten komplett neu anlegen inkl. haufenweise Bepflanzung
  • ein kleines Fenster einsetzen und Raum tapezieren/streichen
  • Außenwasserleitungen für Garten erneuern / abändern
  • Kellerschächte reinigen, streichen, Gitter renovieren
  • ein paar kleinere Elektrikreparaturen
  • Heizung warten
  • Außenverkleidung für Kaminrohr aus Stahl anfertigen und montieren
    lassen
  • Erdgeschoß mit handgefertigten Vorhängen/Stores ausstatten lassen

Das alles kostete um die 30.000 €.

Somit meine ich, ist Deine Renovierung auch deutlich günstiger möglich.

Suche Dir einen Bauleiter, der das koordiniert und lasse es selbst machen. Der kann Dich auch beim Kaufpreis beraten.
Wo liegt denn die Wohnung?

Grüße,

Mathias

ich bin sehr an einer Eigentumswohnung interessiert, in der
die Erstbesitzerin 35 Jahre lang (die Lebensdauer der Wohnung)
gewohnt hat und in der Zeit überhaupt nicht renoviert hat. Sie
ist nun zu ihrer Tochter gezogen, verkauft die Wohnung, und
der bestellte Makler bietet diese Wohnung sowohl zum
unsanierten Preis als auch im Paket mit mehreren
Sanierungsmassnahmen an. Dieses Paket beläuft sich auf ca. 40
Tausend Euro und beinhaltet Fenster-, Böden-, Heizkörper-,
Wand/Tapeten-, Sanitär-, Fliesenerneuerung sowie mehrere
Kleinigkeiten wie Rolladenkästen innen dämmen etc. Diese
Maßnahmen würde er koordinieren, Handwerker beauftragen etc.,
wobei ich bei den Fliesen, Böden etc. noch meine Wünsche
anbringen kann.
Wie gesagt, die Sache ist für mich sehr attraktiv aufgrund der
Lage, es gehört noch ein Garten dazu etc., nur über eines
mache ich mir Gedanken. Als ich den Makler bei der ersten
Besichtigung fragte, ob ich die Abrechnungen der Handwerker
einsehen könnte (da ich nachfühlen wollte, ob er die Sache
transparent macht), da war er etwas ablehnend. Mir ist klar,
dass er für sich und seine Dienstleistung (also die
Koordinierung) einen gewissen Schnitt eingebaut hat, damit
habe ich kein Problem. Aber was ist, wenn die Handwerker Mist
bauen und ich die Gewährleistung beanspruchen muss? Wer
haftet, wenn was schiefgeht, mit anderen Worten? Wie kann ich
sicherstellen, dass die Handwerker namhaften Betrieben
angehören? Und so weiter.
Ich habe diese Woche einen 2. Termin und werde den Makler
natürlich dazu befragen. Aber ist grundsätzlich von einem
solchen Geschäft abzuraten, bzw. wäre ich eventuell besser
beraten, die Wohnung unsaniert zu kaufen und selbst einen
Architekten zu beauftragen, die Sanierung vorzunehmen? Ist das
‚normal‘, dass Makler solche Dienstleistungen anbieten? (sind
ja erst mal keine qualifizierten Experten für Bauaufsicht).
Ich denke, für 40 Tausend Euronen könnte ich eine 100 qm
Wohnung auch selbst sanieren lassen, das reicht sicherlich
relativ weit. Hätte allerdings damit auch die entsprechende
Verantwortung selbst.

Danke Euch im Voraus.
LG
Karina

Hallo Karina,

tststs, das ist mal ein geschäftstüchtiger Makler.
Von den 40.000 Euro für die Sanierung würde er sich sicher ein Scheibchen für seinen Koordinationsaufwand abschneiden (was ihm sicher auch zustehen würde) und kassiert dann auf diese 40.000 Euro auch noch seine Maklerprovision, da diese ja vom Kaufpreis der Wohnung abhängt.
Schlau gemacht.

Aber auch unabhängig davon würde ich lieber selber sanieren. Du kannst dann die Handwerker und das Material selbst aussuchen und hast einen Überblick über die Kosten.

Grüße von
Tinchen

Hallo Karina,

tststs, das ist mal ein geschäftstüchtiger Makler.

Ja, nicht?

Von den 40.000 Euro für die Sanierung würde er sich sicher ein
Scheibchen für seinen Koordinationsaufwand abschneiden (was
ihm sicher auch zustehen würde) und kassiert dann auf diese
40.000 Euro auch noch seine Maklerprovision, da diese ja vom
Kaufpreis der Wohnung abhängt.

Nicht ganz… der Kaufpreis, auf den auch Notar und GESt. fällig sind, ist der unsanierte Kaufpreis. Das Sanierungspaket wäre eine separate Sache. Daher ist es ja auch ganz attraktiv. Nee, darauf hab ich schon geachtet.

Aber auch unabhängig davon würde ich lieber selber sanieren.
Du kannst dann die Handwerker und das Material selbst
aussuchen und hast einen Überblick über die Kosten.

Ja, so ist es, Danke für Deinen Beitrag.
Karina

Hallo!

Nur rein meine persönliche Einschätzung:

Das alles kostete um die 30.000 €.

Somit meine ich, ist Deine Renovierung auch deutlich günstiger
möglich.

Danke Dir für Deine Aufstellung! Ich denke auch, mit einem guten Architekten der Kontakte hat und Bauaufsicht macht (ich hab bereits jemanden, der dazu bereit wäre, er arbeitet bereits seit langem für eine befreundete Familie), krieg ich das wenn nicht günstiger, dann besser (und für mich befriedigender) hin.

Wo liegt denn die Wohnung?

In Bonn Bad Godesberg.

Gruss, Karina

Hallo,

wenn der Makler alles in seinem Namen beauftragt - vielleicht sogar „schwarz“, hast Du keine Gewährleistungsansprüche bei Pfusch der beauftragten Handwerker, es sei denn, die Ansprüche werden an Dich abgetreten. Das wäre aber zu vereinbaren. Denn die Voreigentümerin wird sich wohl kaum darauf einlassen, selbst Gewährleistung für diese Arbeiten zu geben, abgesehen von der Tatsache, dass sie vielleicht auch kein Geld hat, dies zu tun.

Grüße
EK

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