Liebe/-r Experte/-in,
ich habe ein Haus aus dem Jahr 1961 gekauft und bin gerade am renovieren. Als nun der heftige Regen einsetzte ist mir aufgefallen, das die Regefallrohre dicht sind und das Wasser an den Nahtstellen heraus plätschert. Ich habe sofort ein Kanalreinigungsunternehmen beauftargt. Diese haben das Fallrohr demontiert und ich konnte sehen, das hier 50-60 cm über dem Boden bereits alles voller feinem schwarzem Sand war. Und es roch nach vermodertem Laub/Moos der letzten 50 Jahre. Versuche mit der Hochdruckdüse in das Abwasserrohr (unter Bodenniveau) zu kommen scheiterten nach wenigen Zentimetern (7 cm Rohr mit 90° Knick). Es scheint so, als wäre das ganze unterirdische Ableitungsrohr völlig zugesetzt, da sogar das überirdische Rohr fest zugesetzt war. (Ich wollte im Frühjahr mit einer sehr viel dünneren Düse von Kercher noch mal versuchen, das unterirdische Rohr frei zu bekommen.)
Mein Anruf bei der Stadt hat nun ergeben, das wir in der Straße keinen Regenwasserkanal haben. Ich weiß nicht wie das Regenwasser bisher abgeleitet wurde, vermute aber einen Anschluss im Abwasserkanal aus dem Jahr 1961. Hierzu kann ich keine Informationen von den Vorbesitzern mehr bekommen. Der Mensch von der Stadt meinte, aktuell hätte ich Bestandschutz, sollte ich hier aber irgendetwas sanieren, dürfte ich nicht mehr einleiten, sonder müsste das Wasser versickern lassen.
Nun meine Frage: Wie funktioniert das mit dem versickern? Ich habe zwischen Haus und Straße ca 2m Grundstück, welches 1m über dem Straßenniveau liegt. Wenn ich das Wasser einfach auf diesen Grünstreifen fließen lasse, bekomme ich dort einen Sumpf und ich schade sicherlich der Mauer zur Straße hin und dem Haus durch den Wasserdruck.
Muss ich irgendeinen Sickerbottig verbuddeln oder wie wird das technisch umgesetzt.
Mit Schräge haben ich ca. 130 m² Dachfläche. Das Haus ist Nord-Süd ausgerichtet, d.h. eine Dachhälfte nach Osten, eine nach Westen. Allerdings landet das ganze Wasser in zwei Abflussrohren (beide gleichermaßen verstopft) auf einer Hausseite. Vielleicht kann man mit dieser Info abschätzen, von wie viel Wasser pro Regenereignis wir sprechen.
So, ich hoffe ich habe alle Informationen aufgeführt. Ich würde mich über konkrete technische Lösungen oder auch Hinweise, wie ich im Internet weitere Informationen bekomme, freuen.
Vielen Dank
Sascha
Hallo Sascha,
also das internet hilft da leider nicht weiter, da das sehr von den örtlichen Randbedingungen abhaengt.
Da fehlen leider wichtige Angaben zur Beurteilung…
wenn der Boden lehmig ist und das Wasser schlecht versickert ist die Forderung nach Versickerung unzumutbar und Du dürftest in die Kanalisation einleiten.
Wenn der Boden eher sandig ist, kann das Regenwasser auch nahe am Haus gut versickern. Da sollte die Sohle der Sickeranlage unterhalb des Fundaments liegen (ist es unterkellert?)
Wenn zur Strasse wenig platz ist, ist hinten wahrscheinlich mehr platz, oder ?
Wahrscheinlich ist es am einfachsten, die Neigung der Regenrinne zu ändern und Fallrohre hinten in den Garten zu legen, dort 3m Pflasterrinne bauen und dort in einer Mulde versickern? Kommt drauf an wie das Geländegefaelle ist, weiss ich leider nicht…
Falls das nicht hilft kannst du dich gerne noch mal mit mehr informationen melden… ohne infos zu Boden und Gefaelle und verfuegbarem platz auf dem Grundstueck kann ich nur orakeln…
Vorher wuerde ich aber den 90grad bogen weggraben (auf deinem Grundstueck?) und nochmal die Rohrreinigung kommen lassen
Schöne grüsse, Uwe
Beim Hessischen Umweltministerium gibts eine schoene Broschuere mit Hinweisen zum Selbstbau von Versickerungsanlagen „Entsiegeln und Versickern in der Wohnbebauung“
(http://www.hmuelv.hessen.de/irj/HMULV_Internet?rid=H…)
den ganzen klump in den klammern kopieren und im browser einfügen…
Inzwischen ist alles aufgebuddelt und ich durfte feststellen, das das Abflussrohr keine 20 cm neben der Hauswand (nicht unterkellert) einfach im Boden endete.
Ich habe alle Rohre verlängert und einen Graben (2 m Abstand zum Haus, 50 cm tief) gezogen, in dem ein Versickerungsrohr in einem Kiesbett hoffentlich für ausreichend schnelle Versickerung sorgt. Das Volumen der Luft im Kiesbett beträgt ca. 1-2 m³. Leider habe ich keine Idee, wie viel Wasser bei einem heftigen Regen so auf einen Schlag vom Dach kommt und ob das dann eventuell im Rohr rückstauen könnte.
Ein wichtiges Stichwort für die Suche im Internet ist „Rigole“. Hierzu habe ich viele Informationsschriften zum richtigen Versickern von Regenwasser bekommen.
hallo sascha,
was war die frage?
hgruss, uwe