Sanitaeter, Rettungsanitaeter

Hi

ich moechte mich gerne zum Sanitaeter ausbilden lassen und zwar bei den Johannitern. Nun ist das ja mit der Begriffsklaerung alles etwas kompleziert weil die ja nicht einheitlich sind (von Organisation zu Organistation unterschiedelich).
Kann mir jemand eine Liste oder Seite geben wo genau augelistet ist wie die Bezeihnungen bei den Johanniter sind, wie das mit den Mindestaltern aussieht, wie lange die Ausblidungszeiten sind und was der Aufgabenbereich ist.

Danke schon mal im Vorraus.

Hi,

die Bezeichnungen unterscheiden sich nicht bei den Organisationen, es gibt nach deutschem Recht Rettungsassistenten, Rettungssanitäter und Rettungshelfer. Eine gute Aufstellung dazu findest Du hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Rettungsfachpersonal

Die Praxis ist daß der Rettungsdienst in Deutschland inzwischen hauptsächlich von berufsmäßig ausgebildeten Rettungsassistenten http://de.wikipedia.org/wiki/Rettungsassistent mit entsprechendem Wissen durchgeführt wird - und das ist auch gut so.

In vielen Bereichen werden zwar auch noch Rettungssanitäter http://de.wikipedia.org/wiki/Rettungssanit%C3%A4ter#… eingesetzt, allerdings meistens nur deswegen weil man Geld sparen möchte.

Der Trend geht hin zu berufsmäßig arbeitenden RA’s, auch wenn die Hilfsorganisationen gerne weiterhin ehrenamtlicher Betätigung das Wort reden. Faktisch kommt der Ehrenamtliche aber meist nur noch bei Großveranstaltungen zum Tragen, wo man im Rahmen des Katastrophenschutzes „Manpower“ braucht.

Unterschiede gibt es nur insofern als der Rettungsdienst unter das Landesrecht fällt und die Besetzung von Fahrzeugen in den Bundesländern verschieden geregelt ist: in Bayern darf jeder mit einem besseren 1. Hilfe-Kurs nahezu jede Funktion ausüben, in NRW ist genau festgelegt wie die unterschiedlichen Fahrzeuge mindestens besetzt sein müssen.

Davon abgesehen ist es gesellschaftlich gesehen sinnvoll wenn Menschen als Rettungsassistenten Geld verdienen können und ihre Jobs nicht durch geringer qualifizierte Ehrenamtliche „kaputt gemacht“ werden. Ebenso ist es aus der Sicht von Patienten besser die höher qualifizierten Profis, und keine „blaulichtgeilen Hobbyretter“ an ihrer Seite zu haben…

Es ist natürlich eine grundsätzlich lobenswerte und sinnvolle Freizeitbeschäftigung, aber Du darfst nicht erwarten daß Du in Kürze auf einem Rettungswagen oder gar im Rettungshubschrauber unterwegs wärst. Es gibt zwar viele Hobbyretter, die derartige Storys zum Besten geben - wahr ist es aber nicht, denn das machen nahezu ausschließlich RA’s.

Um überhaupt halbwegs sinnvoll eingesetzt werden zu können mußt Du mindestens Rettungssanitäter sein - aber in diesem Business kommt es neben der Ausbildung maßgeblich auf Einsatzerfahrung an. Es wird also sehr, sehr lange dauern bis man Dich eigenverantwortlich auf die Menschheit loslassen wird - und Du dir das auch zutraust. Das ist allerdings auch gut so, denn wenn man selber Patient wäre würde man ja auch gerne kompetentes und selbstsicheres Personal mit ausreichender Erfahrung haben wollen.

Gruß,

MecFleih

Hi!!

also da ich selbst RS (rettungssanitäter) bin kann ich vielleicht ergänzend zu MecFleih dir noch ein paar genauere infos zur ausbildung liefern… ich kann allerdings nur erzählen, wie es beim ROTEN KREUZ war, in wie fern das von anderen institutionen und kreisverbänden abweicht, weiß ich nicht…

zu erst würde ich mir die frage stellen was du genau vor hast. willst du zivilsienst machen, reicht der RS durchaus aus. oder gar nur in einer bereitschaft oder ortsverein teilnehmen (bei absicherungen helfen bspsweise) reicht RS ebenfalls gut aus.

hast du aber vor das beruflich zu machen kommt natürlich nur RA (rettungsassistent) in frage. diese ausbildung geht ohne vorbildung 2 jahre plus ein sogenanntes anerkennungsjahr - da fährst du ein ganzes jahr auf einer rettungswache rettungswagen (RTW) und wirst in der richtigen praxis weiter ausgebildet…

dir geht es aber glaube ich eher um den RS, stimmts?
ich kann die jetzt nur erzählen, wie es beim kreuz bei mir war:
da musst du ein 4-wöchiges klinik-praktikum vorweisen, ein rettungswagen-praktikum um zur abschlussprüfung zum RS zugelassen zu werden…
das klinik-praktikum findet in einem krankenhaus deiner wahl statt. zwei wochen davon verbringst du in der regel auf der intensvi-station und die anderen zwei wochen in der anästhesie (bzw im op). da bekommst du gelegenheit in der prasix „am patient“ unter aufsicht und instruktion zu üben…
dann benötigst du ein praktikum auf einem rettungswagen. da fährst du auf nem RTW als sogenannter dritter mann mit und siehst wie es draußen zugeht…
dann hast eben noch die prüfung mit vorhergehendem lehrgang (wie lange der geht müsstest du nachfragen, bei mir wars so dass ich erst rettungshelfer war und dann den RS gemacht hab, deshalb weiß ich nicht wie lange der lehrgang direkt zum RS geht, aber auf jeden fall ein paar wochen müssten das sein).
die prüfung beinhaltet einen theoretischen teil, einen praktischen und eine mündliche prüfung…

aber um genaue infos für dich zu bekommen würde ich mal bei den johannitern nachfragen oder eben in deinem entsprechenden kreisverband…

grüße

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Ouha,

verschieden geregelt ist: in Bayern darf jeder mit einem besseren 1. :Hilfe-Kurs nahezu jede Funktion ausüben, …

Wenn Du Dich da man nich täuschst.

Schöne Gtrüße,

Chris

Hi,

keine Sorge. Das Bayerische Rote Kreuz kocht sein eigenes Süppchen… wie die Bayern es ja meistens machen :smile:

Gruß,

MecFleih

Hallo,

einige Punkte muß ich doch leider in ein anderes Licht setzen.

Davon abgesehen ist es gesellschaftlich gesehen sinnvoll wenn
Menschen als Rettungsassistenten Geld verdienen können und
ihre Jobs nicht durch geringer qualifizierte Ehrenamtliche
„kaputt gemacht“ werden.

Die Jobs werden nicht von den Ehrenamtlichen kaputt gemacht. Der Rettungsdienst und die Hilfsorganisationen befinden sich in einem historischen Umbruch. Während früher noch ein einziger Fahrer für den Transport zuständig war sind mittlerweile die Anforderungen gestiegen und damit wird gering qualifiziertes Personal mehr und mehr verdrängt. Die Hilfsorganisationen kommen aus dem ehrenamtlichen Engagment und haben sich weiterentwickelt. Mit den gestiegenen Anforderungen sind natürlich jetzt die Ehrenamtlichen im Rettungsdienst wie auch die Zivildienstleistenden rückläufig.

Ebenso ist es aus der Sicht von
Patienten besser die höher qualifizierten Profis, und keine
„blaulichtgeilen Hobbyretter“ an ihrer Seite zu haben…

Hauptamtliche KÖNNEN besser qualifiziert sein, muss aber nicht sein und blaulichtgeil sind auch die Profis… wer seinen Arbeitstag mit vielen Krankentransporten zubringt und Schenkelhälse durch die Gegend fährt ist geil auf einen richtigen Notfall…

Außerdem habe ich viele Hauptamtliche gesehen, die eindeutig weniger qualifiziert waren und sich wenig um ihre Patienten bemüht haben. Gerade bei Vollzeitkräften erlebt man es doch immer wieder gerne, dass Patienten zum Treppenlaufen überredet werden, die das aus medizinischen Gründen nicht tun sollten- aus Bequemlichkeit des Personals. Teilzeitkräfte und Ehrenamtliche strengen sich oft mehr an.

Und mal ganz abgesehen davon. Viele Hauptamtliche sind exzellent, aber dieses Personal wird häufig innnerhalb der Hilfsorganisationen und des Umfelds aufgerieben. Schließlich bekommt man ja häufig genug gezeigt und gesagt, dass man der „Fahrer“ oder medizinisches Hilfspersonal ist, das weit unter der Krankenschwester angesiedelt ist.
Die Kluft zwischen der anspruchsvollen Aufgabe und dem sozialen Status zerreibt viel Hauptamtliche, so dass die Cleveren und Guten meistens nach einigen Jahren den Beruf an den Nagel hängen und sich was anderes suchen. Oder sie sind wirkliche Idealisten von denen es aber leider nur ganz wenige gibt.

Versteh mich nicht falsch, ich bin nicht für Ehrenamtliche im Rettungsdienst, aber sie so abzukanzeln finde ich nicht in Ordnung! Gute Arbeit soll auch gut bezahlt werden. Auch Teilzeitkräfte sind ihr Geld wert.

Es gibt auf beiden Seiten schwarze Schafe und Leute von denen ich nie gerettet werden will!

Gruß
Juhe