Hallo an alle Interessierten und noch besser, Wissenden,
meiner Schwägerin wurde die Diagnose Sarkodiose (oder heißt sie
Sarkoidose?), mitgeteilt. Ebenso, da könnte man nichts machen. Ich
riet ihr den Hausarzt nach einem anderen Arzt zu fragen. Der kannte
diese Krankheit nicht einmal. Nun hat sie solche Schmerzen, die sie
angeblich nicht haben dürfte. Die Schmerzen beschreibt sie als
piekend, sind in der Bauchnabelgegend bis zu den Rippenbögen. Kennt jemand diese Krankheit und wie wird sie behandelt?
Noch einen schönen 1. Advent an alle
Gruß Marlis
Hallo MArlies,
es heißt Sarkoidose oder auch Morbus Boeck (sprich :Buhk), Lymphogranulomatosis benigna oder Sarkoidose. Eigentlich sollte jeder Arzt schon mal davon zumindest gehört haben, wenn auch nicht gern: die Ursache ist nämlich immer noch recht im Dunklen. Im Gespräch sind ein Slow-Virus, genetische Faktoren und/oder"verschiedene andere Reaktionen, die durch unterschiedliche Auslöser zustande kommen". (So war das jedenfalls „zu meiner aktiven Zeit“.) Bevorzugt befallen werden Lymphknoten, Lunge und Haut bei Patienten zwischen 20 - 40 Jahren.
Die Symptome sind abhängig vom Ort der Läsion und können leicht oder schwer sein oder fehlen. Die Diagnostik ist vielfältig, oft Biopsie, Röntgenaufnahme des Brustkorbes bei Lungenbeteiligung. Sehr oft findet sich eine Erhöhung des ACE im Serum. Man muß auch als Differentialdiagnose eine Tbc und einen Morbus Hodgkin ausschließen.
Eine Beurteilung der Behandlung ist schwierig, da eine spontane Besserung oder eine Ausheilung häufig sind. Die Sterblichkeitsrate liegt bei ca. 3%, also niedrig (das ist irgendwie Quatsch, das so zu formulieren, die Sterblichkeitsrate beim Menschen beträgt generell ^100%, meiner Meinung nach). Am günstigsten ist es, wenn keine Lungenbeteiligung vorliegt.
Leider gibt es auch kein wirklich wirksames
Medikament dagegen. Meist gibt man Kortikosteroide, die aber nicht immer wirken, man kann dann einen Versuch mit Methotrexat unternehmen, das oft verblüffend wirksam ist.
Zusammengefaßt ist es also eine Krankheit mit unbekannter Ursache, unklaren Symptomen und ungewisser Therapie, genau das, was ein Arzt gerne hat. Einzig die Heilungschancen sind gut, was für den Patienten hoffen läßt.
Diese ganzen Ungewißheiten lassen aber auch die Möglichkeit zu, daß der Arzt sich geirrt hat.Da es umfangreiche Diagnostik braucht, scheint mir eine solche Diagnose „im Vorübergehen“ doch anzweifelbar zu sein. Leider schreibst Du nicht, was Deine Schwägerin für Beschwerden hatte und welche Untersuchungen der Arzt durchgeführt hat, um zu seiner Diagnose zu gelangen. Die Schmerzen, die sie jetzt hat klingen ein wenig psychogen, aber das kann ich von hier aus natürlich nicht genau beurteilen.
Sie soll erst mal Mut fassen und auf alle Fälle einen anderen Arzt konsultieren, bei aller nüchternen Betrachtung: eine solche Diagnose so bombenfest zu stellen und dann zu sagen „kann man nix machen“ scheint mir doch ein wenig sehr anzweifelbar.
Also, erst mal Kopf hoch und Einzelheiten abklären
Viele Grüße
Heidi
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Sarkoidose
Hallo Marlis,
lat.
sarcio = flicken, wiedergutmachen
sarcina = die freiwillige Last
sarcinarius = zum Gepäck gehörig
griech.
sarx = Fleisch
-oid- = sieht aus wie, ist aber nicht
-ose = Veränderung
Da vernarbt im Moment etwas, heilt aus. Hatte sie Stress?
Herzlich,